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„Tyrannei der Ungeimpften“: Weltärzte-Präsident will Konsequenzen und Impfpflicht

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Von: Tomasz Gralla

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Weltärzte-Präsident Frank Ulrich Montgomery aus Hamburg befürwortet in einer Talkshow die Impfpflicht. Er spricht von „Tyrannei der Ungeimpften“ in Deutschland.

Berlin – Das Coronavirus bestimmt wieder die Schlagzeilen. Nachdem es im Sommer ein bisschen ruhiger um das Thema wurde, ist es nun wieder in aller Munde. Der Auslöser: die steigenden Infektionszahlen mit Covid-19 und die ebenfalls ansteigende Zahl an Intensivpatienten, die sich mit dem Virus angesteckt haben. Die meisten dieser Patienten sind ungeimpft. Der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, nennt diese Menschen „Tyrannen“ und sieht in ihnen den Grund für die Coronavirus-Maßnahmen.

Vorstandsvorsitzende des WeltärztebundesFrank Ulrich Montgomery
Geburtstag:31. Mai 1952
Geburtsort:Hamburg
Beruf:Radiologe

Weltärzte-Präsident aus Hamburg spricht in TV-Talkshow – und legt anschließend nochmal nach

Bei dem ARD-Polittalk von Anne Will am Sonntag, 7. November 2021, wurde abermals über die Coronapandemie und Wege, diese einzudämmen, gesprochen. Zu Gast war unter anderem auch Montgomery, der eine klare Position vertrat und diese noch klarer aussprach. Seinen Worten nach herrsche aktuell eine „Tyrannei der Ungeimpften“.

Die Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, seien seiner Einschätzung nach diejenigen, die über die Geimpften (die immerhin zwei Drittel der Bevölkerung ausmachen) bestimmen. Ihretwegen seien Corona-Maßnahmen notwendig. Maßnahmen, die alle treffen. Auch die vor Covid-19 Geschützten.

Eine Impfgegnerin und der Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery vor dem Reichstagsgebäude in Berlin
Der Vorsitzende des Weltärztebundes Frank Ulrich Montgomery gibt Impfgegnern die Schuld an den laufenden Corona-Maßnahmen. (24hamburg.de-Montage) © Guido Kirchner/Christoph Schmidt/Christophe Gateau/dpa

Auch Hamburg: Jedes Bundesland kocht eigenes Süppchen – Montgomery wünscht sich eine Impfpflicht

Montgomery geht sogar einen Schritt weiter und äußerte sich, nicht nur in der Talkshow sondern auch im Hamburger Abendblatt, zustimmend zu einer Impfpflicht. So solle die Politik eine Impfpflicht nicht kategorisch ausschließen. In Deutschland, so der Weltärzte-Präsident weiter, könnte es notwendig sein, den Schritt hin zu einer Vakzinpflicht zu gehen. Als Beispiel und „klares Signal“ nannte er die in Österreich in Kraft getretene 2G-Regel.

Ein Weg, den auch die Politik in Deutschland einschlagen kann. Währenddessen kocht jedes Bundesland sein eigenes Süppchen. In Hamburg zum Beispiel haben Veranstalter, Gastronomen und der Einzelhandel die Möglichkeit, von dem 2G-Model Gebrauch zu machen und somit nur Geimpften und Getesteten Zutritt zu gewähren. Viele Weihnachtsmärkte in Hamburg öffnen nur unter einem 2G-Modell und auch der Winterdom lässt nur Genesene und Geimpfte rein. Doch in Hamburg wird sogar mit einer Impfpflicht und einer 1G-Regelung geliebäugelt.

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Impfpflicht und 1G in Hamburg: Der Stand der Dinge in der Hansestadt

Die Hamburger CDU fordert eine flächendeckende Einführung des 2G-Modells und eine Impfpflicht für Menschen einzelner Berufsgruppen. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher prophezeit bereits einen Lockdown für Ungeimpfte – und das in ganz Deutschland. Um das zu verhindert, müssten die Impfungen wieder an Fahrt aufnehmen. „[Es] sollte eine Pflicht zur Schutzimpfung gegen das Coronavirus für Personen gelten, die in medizinischen Einrichtungen, Alten- und Pflegeheimen sowie Schulen und Kindertagesstätten tätig sind“, sagte CDU-Fraktionschef Dennis Thering der Mopo.

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit empfiehlt statt einer allgemein geltenden 2G-Regelung eine 1G-Regelung. Dabei sind nicht Geimpfte, sondern Getestete gemeint. Geimpfte, so der Experte, seien weiterhin ansteckend – wenn auch weniger als Ungeimpfte. Zudem würde 2G den Geimpften eine „Scheinsicherheit“ suggerieren. Deswegen hält er es für sinnvoll, die Coronatests auszuweiten und dann wirklich nur negativ Getesteten den Zutritt in Restaurants, Kinos und Stadien zu erlauben. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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