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Tuberkulose-Fälle auch in Hamburg: So ist die Lage im UKE

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Von: Lia Stoike

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Nach einem Tuberkulose-Ausbruch in Chemnitz sind nun auch Kontakte in Hamburg festgestellt worden. Das Uniklinikum Eppendorf ist vorbereitet.

Hamburg – Nachdem in einer Pflegefachschule im sächsischen Chemnitz Tuberkulose ausgebrochen ist, sind nun auch in anderen Bundesländern Kontakte festgestellt worden. Zum einen in Augsburg, aber auch in Hamburg. Die Behörden seien informiert, teilte die Deutsche Presseagentur (dpa) kürzlich mit. Die Erkrankung wird durch Bakterien ausgelöst und ist meldepflichtig. Am Uniklinikum Eppendorf (UKE) sind die Ärzte vorbereitet, die Gesundheitsbehörde gibt Entwarnung.

Name:Uniklinikum Eppendorf (UKE)
Adresse:Martinistraße 52, 20251 Hamburg
Mitarbeiter:14.100
Betten:1738

Tuberkulose-Ausbruch in Chemnitz zieht Kreise bis nach Hamburg: Stadt gibt Entwarnung

„Das Risiko, sich in Hamburg an einer Tuberkulose anzustecken, ist äußerst gering“, sagt Pressesprecher Wolfgang Arnold, Gesundheitsbehörde Hamburg. Insofern nicht ein spezielles Risikoverhalten bestehe, wie zum Beispiel direkter Kontakt zu einem Erkrankten ohne geeignete Schutzmaßnahmen, können Hamburger beruhigt sein. Jährlich infizieren sich in Hamburg ungefähr 150 bis 200 Menschen mit Tuberkulose. In diesem Jahr waren es bisher 16 Fälle.

Tuberkulose-Ausbruch in Chemnitz zieht Kreise bis nach Hamburg: UKE ist gewappnet

UKE-Sprecherin Anja Brandt hat ebenfalls beruhigende Worte für die Bürgerinnen und Bürger in Hamburg: „Das UKE behandelt regelmäßig Patienten mit Tuberkulose.“ Mit der Aufnahme von Patienten und Patientinnen mit einem entsprechenden Infektionsverdacht sei die Klinik vertraut und somit gut darauf vorbereitet.

Mediziner am UKE erfahren mit Tuberkulose: Deutschlandweit mehrere Tausend Infektionen jährlich

Das verwundert nicht, denn die Erkrankung kommt deutschlandweit immer mal wieder vor: Laut Robert Koch-Institut (RKI) wurden im Jahr 2021 in Deutschland 3.896 Infektionen registriert, was einer Inzidenz von 4,7 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner entspricht. „Es gibt Ablaufpläne mit genauen Vorgaben, wie Verdachtsfälle bis zur gesicherten Diagnose identifiziert und isoliert werden“, fährt Brand fort.

Eingang UKE Tuberkulose Erreger
Tuberkulose wird am Uniklinikum Eppendorf regelmäßig behandelt. (Symbolbild) © dpa/Gudrun Holland/Axel Heimken

Mitarbeiter, die für Tuberkulose-Patienten zuständig sind, erhalten zuvor entsprechende Schulungen. Auf einer speziellen Station für ansteckende Krankheiten, Sektion Infektiologie der 1. Medizinischen Klinik, werde Infizierte dann untergebracht und betreut.„Patienten mit Tuberkulose werden auf dieser Infektionsstation isoliert“, das heißt: von anderen Patienten getrennt.

„Offene“ Tuberkulose: Ansteckungen erfolgen über Husten und Niesen

Brandt erklärt: Tuberkulose sei eine Erkrankung, die in den meisten Fällen die Lunge betrifft. „Eine Ansteckungsgefahr geht vor allem von Erkrankten mit einer ‚offenen Lungentuberkulose‘ aus“, so die UKE-Sprecherin. Hierbei würden Patienten vor allem beim Husten und Niesen Erreger durch Aerosole, wie bei Corona-Ansteckungen, von Mensch zu Mensch übertragen werden.

„Je enger und je häufiger der Kontakt zu einem Erkrankten ist, desto höher ist auch das Ansteckungsrisiko.“ Anja Brandt weist Hamburger Bürgerinnen und Bürger auf die bekannten AHAL-Regeln, zum Schutz vor einer Ansteckung hin: Abstand halten, Hygiene beachten, Mund-Nasen-Schutz tragen, regelmäßiges Lüften und häufiges Händewaschen. Die Sozialbehörde Hamburg hat sich auf Anfrage bislang nicht geäußert.

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