Hamburgs Bürgermeister redet Klartext

Tschentscher vor Corona-Gipfel: Knallhart-Kurs gegen Ungeimpfte

  • Jan Knötzsch
    VonJan Knötzsch
    schließen

Die Entwicklung in der Corona-Pandemie macht Sogen. Auch Peter Tschentscher. Vorm Bund-Länder-Gipfel spricht Hamburgs Bürgermeister Klartext über Ungeimpfte.

Hamburg/Berlin – Es wird der nächste Tag der Wahrheit während der Coronavirus-Pandemie. Am Dienstag, 10. August 2021, kommen die einzelnen Ministerpäsidentinnen - und präsidenten für den nächsten Bund-Länder-Gipfel zusammen. Per Videoschalte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), bei der es Gerüchte gibt, sie zieht nach ihrer Amtszeit nach Hamburg. Vorerst aber hat sie in Berlin zu tun. Mit den aktuellen Corona-Entwicklungen, die auch in der Hansestadt Hamburg wenig Gutes verheißen.

Genau deshalb haut Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) vorm Bund-Länder-Gipfel deutliche Ansagen raus!

Politiker:Peter Tschentscher
Geboren:20. Januar 1966 (Alter: 55 Jahre) in Bremen
Amt:Erster Bürgermeister der Stadt Hamburg (seit 28. März 2018)
Ehepartnerin:Eva-Maria Tschentscher (verheiratet seit 1998)

Corona-Gipfel: Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher sieht Ungeimpfte als Risiko

Wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtet, hat der ansonsten vor diesen Treffen öffentlich so stille Tschentscher diesmal vor dem Corona-Gipfel seine Zurückhaltung über Bord geworfen. Vor allem die Ungeimpften stehen im Fokus der Aussagen des 55-Jährigen, der seit dem 28. März 2018 Bürgermeister in Hamburg ist. Dort, wo die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt mit 63,3 die 60er-Marke geknackt hat.

Mürrischer Gesichtsausdruck: Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) ist während der Coronavirus-Pandemie genervt vom Risiko, das von Ungeimpften ausgeht. (24hamburg.de-Montage)

Nach der Meinung von Peter Tschentscher verursachen jene Bürgerinnen und Bürger, die noch nicht geimpft sind, ein größeres Infektionsrisiko als Geimpfte. Gerade auch in Hamburg hat sich in den zurückliegenden Wochen und Monaten eine gewisse Impfmüdigkeit eingestellt – so wurde zum Beispiel eine Sonder-Impfaktion für Studierende nur mäßig angenommen.

Corona-Gipfel: Peter Tschentscher wirft Zurückhaltung über Bord – und stellt Forderungen auf

Die Richtung für Peter Tschentscher ist vor dem Bund-Länder-Gipfel der Ministerpräsidentinnen und -präsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel klar: Er sieht die Coronavirus-Schnelltests als wenig zielführend an, weil deren Ergebnisse nur 24 bis 48 Stunden lang gültig sind. Hamburgs Erster Bürgermeister verfolgt daher einen anderen Ansatz: Peter Tschentscher will eine PCR-Testpflicht. Zuvor hatte sich Tschentscher bereits dafür ausgesprochen, dass im Falle eines neuerlichen Lockdowns, dieser nicht für Geimpfte gelten solle – für alle anderen wird es hart.

Im Anschluss an die den Corona-Gipfel wird sich auch entscheiden, wie es in Hamburg weitergeht. Wie üblich ist dann mit einem Statement zu neuen Corona-Regeln vom Hamburger Senat zu rechnen. Stefan Kluge, der Chef der Intensivmedizin am Hamburger Universitätsklinkum Eppendorf (UKE), forderte dafür im Hamburg-Journal des NDR ein Ampel-Model, wie es in Berlin bereits umgesetzt wird. „Ich denke, wir müssen uns sicherlich auf die Inzidenz weiter verlassen, aber auch auf weitere Parameter.“

Vor Corona-Gipfel: Während Peter Tschentscher PCR-Testfplicht will – UKE-Mediziner spricht sich für Berliner Ampel-Modell aus

Im Ampel-Modell in der Bundeshauptstadt fließen die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten, die sieben Tage-Inzidenz und das das Infektionsgeschehen in den letzten Wochen einfließen lasse. „Je nach Auslastung dieser Parameter wird an einer Ampel geschaltet: Grün, Gelb oder Rot. Und dann sind unter Umständen auch Maßnahmen wieder zu ergreifen“, erklärt UKE-Mediziner Kluge, der während der Pandemie auch schonmal Alarm schlug. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Chris Emil Janßen/imago

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare