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Tschentscher fordert Hamburg zum Energiesparen auf – welche Maßnahmen es gibt

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Von: Christian Einfeldt

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Die Energiekreise erhält weiter Einzug in den Alltag. Peter Tschentscher fordert Hamburg nun zum Energiesparen auf. Welche Tipps sich einfach umsetzen lassen.

Hamburg – Die Energiekrise hinterlässt weiter Spuren im Alltag. Politisch erwägt Hamburgs CDU-Chef bereits, Atomkraft auszubauen. Der finanzielle Einfluss der aktuellen Situation beschäftigt derweil das Leben jedes Einzelnen. Darüber hinaus steht die Sorge im Raum, ob Hamburgs Wohnungen im Winter drohen kalt zu bleiben.

Stimmen aus Kreisen von Energiebetreiber und der Politiker richten jetzt einen klaren Appell an die Bevölkerung. Auch Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) wird deutlich: Hamburg und damit jeder Haushalt, schlichtweg jeder Einzelne, müsse fortan Abstriche machen und Energie einsparen, so Tschentscher.

Welche Tipps sich im Alltag umsetzen lassen.

Bürgermeister von Hamburg:Peter Tschentscher
Geboren:20. Januar 1966 (Alter 56 Jahre), Bremen
Ehepartnerin:Eva-Maria Tschentscher (verh. 1998)
Partei:Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Energiesparen: Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher appelliert an Bevölkerung

Bei der am Mittwoch, 29. Juni 2022, stattgefundenen Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft appellierte Bürgermeister Tschentscher an alle Hamburgerinnen und Hamburger: Jeder soll einen Beitrag leisten, damit sich die Gasspeicher wieder auffüllen können. Die Debatte um eine drohende Gasknappheit ist längst in den Alltag gekommen. Umweltsenator Jens Kerstan warnte bereits davor, dass Hamburg im Herbst, spätestens im März 2023 das Gas ausgehen könnte.

Wie Kieler Nachrichten berichten, ist auch in Schleswig-Holstein die Sorge vor etwaigen Engpässen allgegenwärtig. Wie die Industrie müsse nun auch jeder einzelne Haushalt seinen Energieverbrauch regulieren, damit die Wohnungen auch im Winter warm bleiben. Peter Tschentscher verfolgt in Hamburg die gleichen Ziele und will die Hamburgerinnen und Hamburger zur Eigeninitiative bewegen. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, nimmt er dabei die Stadt Hamburg als Ganzes in die Pflicht: unter anderem den Hamburger Hafen, die Industrie und eben alle Verbraucherinnen und Verbraucher.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher hält eine Rede.
Energiekrise in Hamburg: Auch Bürgermeister Peter Tschentscher fordert die Bevölkerung nun zum Energiesparen auf. (Symbolbild) © Christian Charisius/dpa und Hauke-Christian Dittrich/dpa

Energiekrise in Hamburg: Wie sich der Wasserverbrauch beim Duschen reduzieren lässt

Dass in den Debatten rund um die fortwährende Energiekreise viel Zündstoff steckt, zeigte die Sitzung der Hamburger Bürgerschaft eindrucksvoll. Der Senat wurde laut dpa-Meldungen stark angegangen, sich nur auf Maßnahmen des Bundes zu verlassen. Tschentscher stritt die Vorwürfe ab. Er nannte etwa das Entlastungspaket 2022, dessen Umsetzung nicht nur Entscheidung des Bundes gewesen wäre. „Das alles sind Maßnahmen von Bund und Ländern, die wir mitbeschlossen haben und die wir auch mitbezahlen“, wird der Bürgermeister von der dpa zitiert.

Peter Tschentscher setzt nun ein weiteres Zeichen, indem er sich direkt an Hamburgs Bürgerinnen und Bürger wendet. Um den Verbrauch zu senken, gibt es viele alltagsfähige Methoden. Zum einen wäre da die Anschaffung eines Spar-Duschkopfes – eine schon oft empfohlene Strategie, die Wirkung zeigt.

Laut des Online-Portals energieverbraucher.de würde jeder eingesetzte Sparduschkopf „den Wasserdurchfluss des Duschkopfs auf rund acht Liter je Minute und entsprechend auch die Kosten halbieren“. So könne man bis zu 60 Prozent des Wasserverbrauchs sparen. Noch mehr Energie spart man übrigens beim Duschen, wenn man die Duschzeit reduziert und bei möglichst niedrigen Temperaturen duscht.

Energieverbrauch wird größtenteils durchs Heizen bestimmt: Energiespartipps für den Alltag

In der Debatte rund um das Energiesparen gerät vor allem das Heizen in den Fokus. Nach Informationen der Kieler Nachrichten würde das Heizen rund zwei Drittel des Energieverbrauchs eines Haushalts ausmachen. Wie echo24.de berichtet, gehören zu den Spar-Maßnahmen im Alltag das regelmäßige Entlüften der Heizung – für den Fall, dass Luft im Heizkörper ist. Des Weiteren sollte regelmäßig geprüft werden, ob sich im Heizsystem genügend Wasser befindet.

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Unter Berufung auf Angaben der Verbraucherzentrale nennt echo24.de weitere Tipps und Tricks. So sollte man etwa überprüfen oder die Fenster und Türen dicht sind. Anzeichen dafür, dass ein Fenster dicht ist, gibt es dann, wenn man zwischen Rahmen und Fenster ein Blatt Papier steckt, das sich wenig später nicht mehr herausziehen lässt.

Einfach Energie sparen lässt sich übrigens auch in der Küche. Beim Kochen immer mit Deckel kochen und generell wenig Wasser verwenden sind hilfreiche Tipps, die sich noch heute umsetzen lassen können. Nach Informationen von echo24 kann auch das Einsparen von Strom in aktuellen Zeiten hilfreich sein: „Es gibt einen Anteil an Strom – laut Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) 10,4 Prozent –, der mithilfe von Gas hergestellt wird.“

Energiesparen: Umwelthilfe kritisiert Robert Habeck und nimmt Politik weiter in die Pflicht

Während Peter Tschentscher zunächst nicht ins Detail ging, nannte Vizekanzler Robert Habeck bereits im Vorfeld einige Methoden zum Energiesparen. Mit „80 Millionen gemeinsam für Energiewechsel“ rief er im Zuge dessen eine Kampagne ins Leben, die jedoch nicht nur positiv aufgenommen wurde. Kritik gab es unter anderem, weil deren Werbeanzeigen zum Energiesparen in Hamburg „mehr Energie als ein ganzer Stadtteil verbraucht“. Laut der Deutschen Umwelthilfe (DUH) sei das Projekt zudem lediglich eine „Nebelkerze“.

Die Süddeutsche Zeitung zitiert den Wortlaut der Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe, Barbara Metz, wie folgt: „Anstatt dass er selbst tätig wird, verschiebt er die Verantwortung vor allem auf die Verbraucherinnen und Verbraucher und gibt Duschkopf-Tipps.“ Politische Maßnahmen wie etwa die Sanierung von Gebäuden würden laut der Deutschen Umwelthilfe eine weitaus größere Reaktion auf die derzeitige Energiekrise sein. Entsprechende Förderungen seitens der Regierung hätte es Medienberichten zufolge innerhalb dieses Diskurses noch nicht gegeben.

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