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Tschentscher erklärt Beschlüsse vom Bund-Länder-Gipfel: Hamburg hält Corona-Kurs

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Von: Anika Zuschke

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Bund und Länder haben am Montag über die Omikron-Lage beraten. Laut Bürgermeister Tschentscher hält Hamburg den Corona-Kurs. Einige Beschlüsse sind trotzdem neu.

Hamburg – Die Omikron-Welle überrollt Hamburg, anders kann man es nicht sagen. Die Corona-Zahlen steigen kontinuierlich, inzwischen hält die Hansestadt sogar den traurigen Rekord der höchsten Inzidenz Deutschlands. Dem zum Trotz wollen Bund und Länder am aktuellen Corona-Kurs festhalten*. Das bestätigte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher in einem Statement nach dem Bund-Länder-Gipfel mit Bundeskanzler Olaf Scholz am Montagnachmittag, 24. Januar 2022. Was sich jetzt trotzdem in Hamburg ändert und welche Regeln bleiben.

Bürgermeister von Hamburg:Peter Tschentscher
Geboren:20. Januar 1966 (Alter: 56 Jahre) in Bremen
Ehepartnerin:Eva-Maria Tschentscher (verh. 1998)
Partei:Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Bund-Länder-Gipfel zu aktueller Corona-Lage: Tschentscher will den Kurs in Hamburg beibehalten

In Hamburg wurden am Montag, 24. Januar, 4613 neue Corona-Fälle verzeichnet, die Inzidenz liegt inzwischen bei einem neuen Rekordwert von 1881,9. Das Expertengremium der Bundesregierung habe Peter Tschentscher zufolge deutlich gemacht, dass man aber trotz in die Höhe schnellender Corona-Infektionszahlen durch die Omikron-Variante ohne weitere Verschärfungen durch die Pandemie kommen könne. Deswegen bleibe es bei den bisher geltenden Beschränkungen.

Eben wegen der sehr hohen Infektionszahlen müsse man jedoch unverändert vorsichtig bleiben. Voraussetzung für ein Beibehalten des Corona-Kurses sei deswegen, dass es trotz der hohen Neuinfektionszahlen zu einer „nicht überschießenden Zahl an behandlungsbedürftigen Krankenhauspatienten“ komme. „Wenn uns das gelingt, können die Maßnahmen bleiben, wie sie sind“, erklärt Tschentscher in seinem öffentlichen Statement.

Und es kommt noch besser: Sollte diese Zahl sinken, könnten die Maßnahmen sogar gelockert werden. Auf der anderen Seite kann es aber auch passieren, „dass wir zusätzliche Beschränkungen beschließen müssen“, sollte die Hospitalisierungsinzidenz noch einmal kritisch ansteigen.

Omikron-Gipfel: Corona-Lage in Hamburg bringt Kapazitäten für PCR-Tests ans Limit – Priorisierung folgt

Einhergehend mit den steigenden Inzidenzzahlen kommt die Stadt Hamburg momentan mit Kapazitäten von PCR-Tests an ihre Grenzen. Deswegen seien die Gesundheitsminister von Bund und Ländern nun darum gebeten worden, eine neue Strategie für Corona-Tests zu erarbeiten, erklärte Tschentscher am Montag. Die Verteilung von PCR-Tests wird also in Zukunft einer bestimmten Priorisierung folgen. Besonders gefährdeten Gruppen sowie Personal in Kliniken und Pflegeheimen soll aller Voraussicht nach bei PCR-Tests Vortritt gewährt werden.

„Die begrenzten Kapazitäten für PCR-Test müssen für die kritischen Fälle eingesetzt werden“, erklärt Hamburgs Bürgermeister. Seinen Erwartungen nach sollte die neue Teststrategie in etwa sieben bis zehn Tagen vorliegen. Die Länder hätten vom Bund jedoch auch gefordert, die PCR-Testkapazitäten schnellstmöglich zu erhöhen.

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher und das Rathaus in Hamburg.
Tschentscher verkündet die neuen Beschlüsse des Bund-Länder-Gipfels – Hamburg hält den Corona-Kurs. (24hamburg.de-Montage) © Chris Emil Janßen/Hanno Bode/Imago

PCR-Tests und Kontaktnachverfolgungen: Corona-Gipfel offenbart neue Regelungen

Ebenfalls neu ist die Regelung, dass sich Personen, die in „kritischen Einrichtungen“ arbeiten, zum Schutz vor PCR-Kapazitäten bereits nach sieben Tagen aus der Quarantäne freitesten dürfen – und zwar mit einem Antigen-Schnelltest. Ein PCR-Test ist dementsprechend dafür nicht mehr vonnöten.

Außerdem wird die Kontaktnachverfolgung von jetzt an ausschließlich auf kritische Fälle beschränkt. Bereits seit Wochen ist klar, dass die Gesundheitsbehörden mit dem Verständigen von Kontaktpersonen nicht mehr hinterherkommen. Deswegen werden nun nicht mehr alle Kontaktpersonen von Infizierten darauf hingewiesen, dass sie eventuell mit dem Coronavirus in Berührung gekommen sind. Die Ressourcen werden stattdessen „für das Informieren von infizierten Personen selber geschont“, erklärt Tschentscher.

Hamburg hält den Corona-Kurs: Geltende Regeln zu Kontaktbeschränkungen und Homeoffice bleiben

Abgesehen davon sollen die geltenden Regeln grundsätzlich bestehen bleiben. Dazu zählen die Kontaktbeschränkung auf maximal zehn Personen bei privaten Zusammenkünften sowie die Beschränkungen von Großveranstaltungen. Bund und Länder wollen dahingehend jedoch „Öffnungsperspektiven“ entwickeln. Der Hamburger Dom soll im Frühling zum Beispiel trotz Rekord-Inzidenzen stattfinden.

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Tschentscher appellierte in seinem Statement an die Hamburger, Kontakte weitestgehend einzuschränken und so oft es geht aus dem Homeoffice zu arbeiten. Außerdem sollten alle eine FFP2-Maske tragen, wann immer es ihnen möglich ist und „überall wo es eng wird“. Im Hamburger HVV wurden FFP2-Masken sogar schon zur Pflicht gemacht. Diese sollen nämlich einen besonders guten Schutz gegen die vorherrschende Omikron-Variante bieten.

Bürgermeister Tschentscher appelliert an Hamburger, sich impfen zu lassen – „jetzt rollt die Welle“

Außerdem soll die Impfquote weiter erhöht werden. Deswegen rief Bürgermeister Tschentscher die Hamburger auch in diesem Statement zum wiederholten Male dazu auf, sich impfen zu lassen. „Der Schlüssel zum Erfolg ist weiterhin das Impfen und Boostern“, äußert der gebürtige Bremer. Dafür stehe bundesweit auch genügend Impfstoff zur Verfügung. Eine Impfung stelle ihm zufolge den besten Schutz gegen eine schwere Corona-Erkrankung dar. Auch mit der Auffrischungsimpfung* sollte deswegen nicht gewartet werden, bis neue Impfstoffe da sind.

Damit spielte der Bürgermeister auf das neue Vakzin Novavax an, das ab Ende Februar auch in Deutschland zur Verfügung stehen soll. Die Impfstoffe, die wir jetzt haben, seien sehr gut, bestätigt Tschentscher mit Nachdruck, weswegen man sich jetzt impfen oder boostern lassen sollte. „Denn jetzt rollt die Welle“, bekräftigt der Hamburger Politiker. Die nächste Bund-Länder-Beratung zur Corona-Lage wird laut Tschentscher am 16. Februar stattfinden. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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