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Trotz Sommerwelle: Immer mehr Maskenmuffel in S- und U-Bahn unterwegs

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Von: Kevin Goonewardena

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In den Verkehrsmitteln des HVV ist das Tragen einer FFP2-Maske nach wie vor Pflicht. Doch daran halten sich immer weniger. Das sind die Gründe.

Hamburg – Seit April 2020 besteht im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes. Vier Monate später folgte die Einführung eines Bußgelds für das Nicht-Tragen. 40,00 Euro kostet es Fahrgäste seitdem, wenn sie ohne Mund-Nasen-Schutz erwischt werden. Vorgeschrieben ist aktuell die sogenannte FFP2-Maske.

Auch wenn sich in den vergangenen mehr als zwei Jahren einzelne Aspekte der Regelung geändert haben – so waren anfangs noch selbstgemachte Stoffmasken erlaubt oder mussten die Masken auch in den Stationen getragen werden – die Kern-Regelung ist unverändert geblieben. In den Fahrzeugen von Hochbahn und S-Bahn Hamburg muss FFP-2-Maske aufgesetzt werden. Doch daran halten sich immer weniger Fahrgäste.

Name:Hamburger Verkehrsverbund (HVV)
Gründungsdatum und -ort:29. November 1965 in Hamburg
Anzahl Linien:mehr als 600 Bus-, 8 Fähr-, 6 S-Bahn-, 4 U-Bahn-Linien
Anzahl Stationen:mehr als 10.000 (inklusive Bus)

HVV: 400 Kontrolleure täglich unterwegs – „Zahl der Verstöße stark gestiegen“

Laut Hamburger Abendblatt würden 400 Mitarbeitende täglich die Einhaltung der Regel kontrollieren. Immer öfter stoßen die Kontrolleure dabei in Bahnen, Bussen und auf Fähren in Hamburg auf Fahrgäste, die, die gültigen Regeln, nicht mehr befolgen. „In den vergangenen Monaten ist die Zahl der Verstöße stark gestiegen“, so Hochbahnsprecher Christoph Kreienbaum gegenüber der Zeitung.

Fahrgäste verlassen einen Bus in Hamburg
Fahrgäste verlassen einen Bus in Hamburg mit FFP2-Maske: In Hamburg ist in Bus & Bahn das Tragen einer FFP2-Maske Pflicht – doch seit Mai ist die Anzahl derer Gestiegen, die ohne Maske im HVV erwischt wurden. © Jürgen Ritter / Imago

HVV: Zahlen der Fahrgäste ohne Maske in die Höhe geschnellt

Während die Anzahl derer, die ohne Maske im ÖPNV erwischt wurden, in den ersten drei Monaten 2022 relativ stabil geblieben ist – Januar 455 Verstöße, Februar 729 und März 599 – kam es laut Kreienbaum ab Mai zu einem deutlichen Anstieg der Zahlen: 1385 Fälle von Masken-Verweigerern wurden im Mai 2022 registriert, im Juni noch einmal rund 500 mehr: 1858 Verstöße nahmen die Kontrolleure ins Protokoll auf.

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HVV: Geänderte Corona-Regeln und Unwissenheit der Grund für hohe Zahl von Verstößen

Als Grund für den Anstieg der Fahrgäste, die ohne Maske angetroffen werden, führt der HVV-Sprecher gegenüber dem Abendblatt die in dem betreffenden Zeitraum gelockerten Coronaregelungen an, die auch in Hamburg mehrheitlich zum 30. April ausgelaufen sind. Dazu zählt der Wegfall der 3G-Regelung im HVV. Auch die Vorgaben für Masken haben sich erneut geändert: In den Stationen selbst ist das Tragen einer Maske nicht mehr verpflichtend. Verpflichtend ist die FFP2-Maske außerdem lediglich in Hamburg und Niedersachsen. In anderen Bundesländern nicht. In Schleswig-Holstein reicht das Tragen einer OP-Maske aus.

Außerdem würden nach Einschätzung des Sprechers viele Fahrgäste zum ersten Mal wieder öffentliche Verkehrsmittel nutzen und würden schlicht nicht wissen, dass sie in Bus & Bahn noch einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen, während beispielsweise im Einzelhandel diese Regelung längst aufgehoben ist. Wenn die Reisenden ihr Unwissen glaubhaft versichern können, würden es die Kontrolleure bei einem Hinweis belassen und von der Erhebung des Bußgelds absehen, so Kreienbaum.

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