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Trotz Inzidenz über 1500: Warum UKE-Mediziner Bremen als Hamburg-Vorbild sieht

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Von: Jan Knötzsch

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Die Corona-Inzidenz steigt. In Hamburg und Bremen gleichermaßen. In Bremen ist sie weit höher. Der UKE-Intensiv-Chef lobt Bremen dennoch – warum?

Hamburg/Bremen – Es ist die große Frage: Wann geht die Pandemie vorbei? Nie? Oder vielleicht doch schon ganz bald, wie Experten im Hinblick auf Großbritannien und Südafrika sagen? In Hamburg jedenfalls ist das Coronavirus aktuell gefühlt überall. Zumindest aber ist es überall Thema: Im HVV gibt’s deswegen bald eine FFP2-Maskenpflicht, zudem gibt es von einem umstrittenen Mann mit Doktortitel ein Corona-Medikament ganz einfach online. Und dann wären da ja noch die Corona-Demos, von denen die nächste geplante erst einmal verboten wurde.

Die Liste der Corona-Themen ließe sich beliebig fortsetzen: eine RKI-Auswertung, wie viele Geimpfte wirklich auf den Intensivstationen liegen. Die 2G-Plus-Regeln in Hamburg, die der Senat jüngst präzisiert hat. Und, und und. Und jetzt kommt dann auch noch ein Mediziner des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf um die Ecke, der Bremen – die Stadt hat eine Inzidenz von rund 1500* – in gewissen Dingen zum Hamburg-Vorbild macht. Worum geht es?

Stadt in Deutschland:HamburgBremen
Fläche:755,2 km²326,7 km²
Einwohner:1,841 Millionen569.352
Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)Andreas Bovenschulte (SPD)

Corona in Hamburg: Hamburgs Inzidenz niedriger als in Bremen – dennoch lobt UKE-Mediziner Bremen

Professor Dr. Stefan Kluge ist in Zeiten der Coronavirus-Pandemie ein gefragter Gesprächspartner. Kein Wunder, ist er doch als Intensivmediziner ein Experte. Ein Mann vom Fach eben, der in der Hansestadt Hamburg, wo sich ebenso wie andernorts hartnäckig Corona-Fake-News halten, erklärt und einordnet. Ein Kompass in der Krise, sozusagen. Gerade erst hat der UKE-Intensiv-Chef erklärt, dass er sich sicher sei: In Sachen Corona wird in Hamburg ab April 2022 alles ein bisschen leichter. Man mag es angesichts des Omikron-Wahnsinns in Hamburg, wo die Inzidenzzahlen der Behörden nicht mal die wirklichen Zahlen widerspiegeln, kaum glauben.

Im Hintergrund das UKE in Hamburg. Im Vordergrund UKE-Mediziner Prof. Dr. Stefan Kluge. Im roten Kreis: Die Bremer Flagge, ein Coronavirus, Maske und Spritzen.
UKE-Mediziner Prof. Dr. Stefan Kluge lobt Bremen – trotz einer viel höheren Inzidenz als sie die Hansestadt Hamburg hat. (24hamburg.de-Montage) © Steinach/Reiner Zensen/Hanno Bode/imago

In einem Interview mit der Hamburger Morgenpost reiht sich Professor Dr. Stefan Kluge vom UKE allerdings zunächst einmal in der Reihe der Mahner ein. Die Omikron-Variante des Coronavirus werde „wohl über kurz oder lang jeden von uns finden“, sagt der UKE-Mediziner dort. Eine massive Infektionsgeschwindigkeit bedeute in Deutschland „massive Probleme: Ausfall bei Medizinerinnen und Medizinern, bei Pflegekräften, bei der kritischen Infrastruktur.“ Laufe die Infektionswelle mit Omikron ungehindert, dann „würde das auch in unserem Gesundheitssystem zu großen Schwierigkeiten führen.“

In diesen Punkten sieht UKE-Intensiv-Chef Professor Dr. Stefan Kluge Bremen vor Hamburg

Entsprechend ist der Appell von UKE-Professor Dr. Stefan Kluge klar: „alle sollten jetzt dringend das Angebot einer Boosterimpfung in Anspruch nehmen“, sagt er im Interview mit der Hamburger Morgenpost. Schon jetzt, so Kluge, wisse man, dass die „Infektionszahlen in den nächsten zwei Wochen ansteigen werden.“ Damit geht auch einher, dass die Krankenhausbelegung steigt. Nicht zum ersten Mal. Das Personal wird wieder an seine Grenzen stoßen – so wie es im UKE schon bekannt ist: Besonders auf der Intensivstation hat es dort zuletzt Besetzungsprobleme gegeben.

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Angesichts der Omikron-Welle befürchtet der UKE-Intensivmediziner, dass es „Einschnitte in der Gesundheitsversorgung geben“ wird, „die uns nachhaltig beschäftigen werden“. Er blickt, wundersamer Weise, mit einem Lob in Richtung Bremen, wo die Inzidenz zwar viel höher ist als in Hamburg – für Professor Dr. Stefan Kluge ist das jedoch kein Grund, Bremen nicht doch als Vorbild für Hamburg auszurufen. „Wenn ich in Bremen wäre, dann wäre ich etwas entspannter“, erklärt der UKE-Mediziner vielsagend – und liefert die Begründung im Mopo-Interview sofort nach.

Corona in Hamburg: UKE-Mediziner kritisiert die Boosterquote – „niedrigste in Westdeutschland“

Und die ist ganz einfach: „Die haben eine sehr hohe Impf- und Boosterquote“, konstatiert Prof. Dr. Kluge und gesteht: „Bei uns in Hamburg ist die Boosterquote relativ niedrig, die niedrigste in Westdeutschland.“ Nicht gut, denn: „Gegen Omikron ist aber der Booster das Entscheidende. Da helfen die Erst- und Zweitimpfungen nicht so sehr wie die dritte Impfung“, sagt der UKE-Intensiv-Chef. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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