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Berlin verkauft tausende teure Monatskarten trotz 9-Euro-Ticket – HVV kontert

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Von: Robin Dittrich

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Die Berliner Verkehrsbetriebe BVG verkauften im Juni 2022 trotz 9-Euro-Ticket tausende Monatskarten. Der HVV in Hamburg macht das anders.

Hamburg/Berlin/München – Das 9-Euro-Ticket ist deutschlandweit beliebt. Auch in Hamburg reißen sich Menschen um die vergünstigte Monatskarte. Fast eine Million 9-Euro-Tickets verkaufte der Hamburger Verkehrsbund (HVV) bisher. Eine andere Monatskarte bietet der HVV aktuell gar nicht an – im Gegensatz zum BVG und MVV. Die Berliner Verkehrsbetriebe verkauften im Juni 2022 tausende Monatskarten zum regulären Preis – auch der Münchner Verkehrs- und Tarifbund bietet sie weiterhin an. Beim HVV kann man das nicht nachvollziehen.

Unternehmen:Hamburger Verkehrsverbund
CEO:Dietrich Hartmann (2011–)
Hauptsitz:Hamburg
Gründung:29. November 1965

9-Euro-Ticket: Berlin verkauft teure Monatskarten – HVV kontert

Das 9-Euro-Ticket ist Teil des Entlastungspakets 2022 der Bundesregierung. Aufgrund gestiegener Kosten für Strom, Gas und allgemeiner Lebenshaltung soll so ein Ausgleich geschaffen werden. Verbraucher können von Juni bis August 2022 für nur neun Euro im Monat den ÖPNV in ganz Deutschland nutzen. Doch es werden deutschlandweit auch weiterhin reguläre Monatskarten angeboten. Die Berliner Verkehrsbetriebe BVG verkauften nur im Juni 2022 Monatskarten „im mittleren vierstelligen Bereich“, wie sie t-online.de mitteilten.

Trotz 9-Euro-Ticket: Berliner BVG verkauft weiter teure Monatskarten – HVV zieht nicht mit.
Trotz 9-Euro-Ticket: Berliner BVG verkauft tausende teure Monatskarten – HVV zieht nicht mit. © Sabine Gudath/Imago

Eine Monatskarte kostet beim BVG mindestens 86 Euro. Doch Berlin steht damit bei weitem nicht alleine. Auch in München können die teuren Karten weiterhin gekauft werden: dort müssen beim MVV mindestens 59,10 Euro gezahlt werden. Beim HVV stößt das auf großes Unverständnis. Im 24hamburg-Gespräch gibt der HVV an, dass „das nicht nachvollziehbar“ ist. „Das wäre ja gar nicht sinnvoll, wenn Kunden gleichzeitig auch das günstigere Ticket kaufen könnten“ heißt es dort. Beim HVV kann zwischen Juni und August kein teures Monatsticket gekauft werden, es wird nur das 9-Euro-Ticket angeboten.

Teure Monatskarten trotz 9-Euro-Ticket: BVG und MVV sprechen von zu hohem technischen Aufwand

Wie der BVG mitteilte, wäre „eine Deaktivierung der Kaufmöglichkeiten mit einem enormen technischen Aufwand verbunden.“ Auch aus München berichtet Pressesprecherin Franziska Hartmann gegenüber 24hamburg, dass insbesondere der Aufwand am Ticketautomaten viel zu hoch wäre. Zudem würden auch jetzt schon Monatskarten für die Zeit nach dem 9-Euro-Ticket gekauft, eine Deaktivierung der Kaufoption wäre deshalb nicht sinnvoll.

In der MVV App gibt es beim Kauf einer regulären Monatskarte für die Zeit zwischen Juni und August zumindest einen kleinen Hinweis, dass ebenfalls das 9-Euro-Ticket gekauft werden könnte – jedoch nur in der offiziellen MVV App. Es können über mehrere Apps Tickets gekauft werden, der Hinweis fehlt in vielen – beim BVG gibt‘s die Meldung gar nicht. An Automaten wird bei beiden Verkehrsbetrieben ein großer Hinweis zum 9-Euro-Ticket auf dem Startbildschirm angezeigt.

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Beim HVV kann nach wie vor ein Abo abgeschlossen werden, das kostet dann in den ersten drei Monaten ebenfalls nur neun Euro. Monatskarten können bis September keine gekauft werden. „Über alle Vertriebskanäle kann nur das 9-Euro-Ticket gekauft werden – von der App, über Ticket-Automaten bis hin zum Busfahrer“ – zusätzlich zu den Tageskarten und Einzelfahrten. Der HVV erfreut sich an so vielen Fahrgästen wie noch nie. 977.000 9-Euro-Tickets wurden bisher in Hamburg verkauft. Der HVV geht davon aus, „noch im Juni die eine Million zu knacken.“ Aufgrund des Ferien-Starts in Hamburg am 7. Juli steigt die Nachfrage aktuell wieder. Dann werden wohl noch mehr Hamburger mit dem 9-Euro-Ticket nach Sylt fahren.

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