1. 24hamburg
  2. Hamburg

Trauriger Hintergrund für Rücktritt von Senator – „Ich wollte nicht, dass das publik wird“

Erstellt:

Von: Kevin Goonewardena, Yannick Hanke, Jakob Koch

Kommentare

Michael Westhagemann mit warmer Jacke und schwarzer Mütze an der Elbe, im Hintergrund ein Containerschiff. Der Politiker ist seit 2018 Senator für Wissenschaft und Innovation in Hamburg.
Michael Westhagemann ist seit 2018 Senator für Wissenschaft und Innovation in Hamburg. © Marcus Brandt/dpa

Hamburger Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) bildet den Hamburger Senat auf drei Positionen um. Jetzt sind erste Hintergründe bekannt.

Update vom 28. November, 13:30 Uhr: Jetzt haben sich auch die Oppositionsparteien in der Hamburgischen Bürgerschaft zu dem anstehenden Umbau in der Landesregierung geäußert. Ihnen gehen die angedachten Personalwechsel nicht weit genug. „Ein notwendiger Neuanfang wird dem rot-grünen Senat mit dieser Rochade nicht gelingen“, sagte CDU-Fraktionschef Dennis Thering. Er sieht den rot-grünen Senat „seit längerem im schweren Fahrwasser, Streit zwischen SPD und Grünen und schwache Senatsmitglieder sorgen immer wieder für schlechte Schlagzeilen.“ Für Thering sei es deswegen nicht nachvollziehbar, warum nicht auch Innensenator Andy Grote (SPD) und Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne) ausgewechselt werden.

Therings Amtskollege von der AfD, Dirk Nockemann, findet, dass Grote und Gallina in dieser Legislaturperiode „für mehr Negativschlagzeilen gesorgt“ haben „als die scheidenden Senatoren in ihrer gesamten Politikerlaufbahn“, wie die Deutsche Presseagentur berichtet. Kritik kommt auch von der Partei Die Linke. „Wenn Bürgermeister Tschentscher wirklich wirksam die Reißlinie ziehen will, reichen neue Köpfe allein nicht“, erklärten die Vorsitzenden der Linksfraktion, Sabine Boeddinghaus und Cansu Özdemir.

Stadt:Hamburg
Senat:Rot-Grün
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)
Wirtschaftssenator:Michael Westhagemann (parteilos)

Update vom 28. November, 11.43 Uhr: Mittlerweile ist klar, warum Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) seinen Posten räumt. Hintergrund ist eine Krebs-Erkrankung: „Ich hatte vor einem Jahr eine Krebsdiagnose bekommen“, zitiert ihn das Hamburger Abendblatt. Die Erkrankung wurde glücklicherweise in einem frühen Stadium erkannt, sodass es ihm heute gut gehe. „Dennoch hatte ich mir damals die Frage gestellt, wie es in meinem Leben weitergeht.“ Und weiter: „Die Ärzte haben die Therapie freundlicherweise immer früh morgens vorgenommen, sodass ich anschließend ins Büro fahren konnte. Ich wollte nicht, dass das publik wird.“

Paukenschlag im Hamburger Rathaus: Zwei Senatoren müssen gehen

Erstmeldung vom 27. November: Hamburg – Für sie ist die Zeit im Hamburger Senat vorbei. Gemeint sind Dorothee Stapelfeldt (SPD) und Michael Westhagemann (parteilos), die ihren Posten nun räumen müssen. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) wird die Fraktionen über diesen Schritt am Montagvormittag, 28. November 2022, informieren. Am Abend geht der Sozialdemokrat dann mit einem Personaltableau in die Gremien, berichtet der Radiosender NDR Radio 90,3.

Hamburger Senat wird umgebildet: Stapelfeldt und Westhagemann räumen ihren Posten

Wie es heißt, sollen gleich drei Posten im Senat von Hamburg neu besetzt werden. Hierbei handle es sich um die Ressorts Wirtschaft, Stadtentwicklung und Soziales. Nach gut vier Jahren soll Wirtschaftssenator Westhagemann sein Amt auf eigenen Wunsch räumen. Laut NDR 90,3 soll Westhagemann Tschentscher schon vor Wochen darüber informiert haben, dass er aufhören will. Seine Nachfolgerin soll die bisherige Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) werden.

Neben Westhagemann verliert der Hamburger Senat auch Stadtentwicklungssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt. Auch sie will die Regierung verlassen. Sie ist seit 2011 Senatorin, stand zunächst der Wissenschaftsbehörde vor. Schon länger wird Karen Pein als ihre mögliche Nachfolgerin gehandelt. Pein hat bislang die städtische Entwicklungsgesellschaft IBA geleitet. In der Sozialbehörde könnte indes die bisherige Staatsrätin Melanie Schlotzhauer an die Spitze rücken. (mit Material der DPA)

Auch interessant

Kommentare