Erschreckende Statistik

Tragische Saison: So viele Badetote gibt es 2021 bisher im Norden

  • Jan Knötzsch
    VonJan Knötzsch
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Gutes Wetter bedeutet immer auch Badewetter. Der Ausflug an Seen ist dabei nicht immer ohne Risiko. DLRG hat die Zahl der Badetoten im Norden veröffentlicht.

Hamburg/Hannover/Bremen – Der Sommer ist in vollem Gange. Vielleicht aber auch längst schon vorbei. Schließlich sind zum Beispiel für Hamburg im August 2021 miese Aussichten* vorhergesagt. Doch nachdem das Coronavirus* und die entsprechenden Beschränkungen in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein die Menschen lange „gefangen“ und zum Nichtstun gezwungen haben, ist die Lust, rauszukommen, groß.

Zum Beispiel zum Baden an den See. Das ist nicht immer ungefährlich. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) hat jetzt Bilanz gezogen: So viele tödliche Badeunfälle hat es 2021 im Norden bislang gegeben. 

Gemeinnützige Organisation:Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V. (DLRG)
Mitglieder:551.664 (Stand: 2020)
Gründung:19. Oktober 1913 in Leipzig
Hauptsitz:Bad Nenndorf

Badetote im Norden: In Hamburg sterben bisher sieben Menschen – in Schleswig-Holstein sind es elf

Demnach haben in den ersten sieben Monaten des Jahres 2021 im Norden 57 Menschen bei Badeunfällen ihr Leben gelassen, wie die DLRG am Donnerstag, 5. August 2021, mitgeteilt hat. In Deutschland sind insgesamt 184 Menschen bei Badeunfällen gestorben. Das sind vier Menschen weniger als in den ersten sieben Monaten des Jahres 2020.

Im Norden hat es laut Auskunft der DLRG zwischen Januar und Juli 2021 insgesamt 57 Badetote gegeben.

In Hamburg haben zwischen Januar und Juli 2021 sieben Menschen Badeunfälle nicht überlebt, so die Statistik der DLRG. Das sind mehr als dreimal so viele wie zwischen Januar und Juli 2020. Im Jahr 2021 starben bislang unter anderem ein 15-Jähriger, der in die Elbe gesprungen war*, und ein 26 Jahre alter Mann im Allermöher See*. Im Fall des 15-Jährigen griff der Bruder des Verstorbenen später einen Freund des Opfers mit einem Messer an*. Dieser hatte vergeblich versucht, den 15-Jährigen bei dem Drama im Hamburger* Stadtteil Blankenese noch zu retten.

Zahl der Badetoten im Norden: Rückgang der Zahlen in Niedersachsen – nahezu Verdopplung in Mecklenburg-Vorpommern

Schleswig-Holstein hat im Zeitraum zwischen Januar und Juli 2021 insgesamt elf Badetote zu verzeichnen und damit vier weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Unter anderem ist 2021 ein Dreijähriger bei einem Badeunfall im Großen Plöner See gestorben*. Eine Zweijährige wurde beim gleichen Unfall erfolgreich reanimiert. In Kollmar ertrank an einem in Sachen Badeunfälle schlimmen Wochenende im Norden* ein neun Jahre altes Mädchen. Ihre Leiche wurde erst einige Tage nach dem Badeunfall gefunden*.

In Niedersachsen sind in den ersten sieben Monaten des Jahres 2021 15 Badetote zu verzeichnen. Das sind neun weniger als im Vorjahr in der gleichen Zeit. In Bremen hat sich die Zahl der Badetoten in den ersten sieben Monaten des Jahres im Vorjahresvergleich um drei Personen auf drei erhöht. In Mecklenburg-Vorpommern sind die Zahlen derweil drastisch angestiegen. Dort gibt es in diesem Jahr bereits 21 Badetote. Das sind zwölf mehr als von Januar bis Juli 2020.

„Der auffällig starke Anstieg in Mecklenburg-Vorpommern ist vor allem durch eine gestiegene Zahl an Badeunglücken in der Ostsee zu erklären“, sagte DLRG-Präsident Achim Haag in Berlin. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Political-Moments/imago

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