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Traditionsbetrieb schließt: Aus nach 130 Jahren für Schlachterei Wagner

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Von: Kevin Goonewardena

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Nach 130 Jahren gibt die vierte Generation der Schlachterei Wagner das Geschäft für immer auf. Auch Tim Mälzer bezog Fleisch- und Wurstwaren aus dem Familienbetrieb.

Hamburg – Nach der Fischfeinkostfabrik Gottfried Friedrichs, dem ältesten fischverarbeitenden Betrieb Hamburgs, schließt jetzt das nächste Hamburger Traditionsunternehmen: die Schlachterei Hans Wagner auf der Ecke Methfesselstraße / Müggenkamp in Eimsbüttel. Bereits 1892 pachtete, mit Theodor Wagner erstmals ein Mitglied der Familie, den damals bereist existierenden Betrieb, um ihn später zu kaufen. Jetzt ist nach vier Wagner-Generationen Schluss. Mit dem Silvestertag 2022 schlossen die Türen des Hamburger Traditionsbetriebs für immer. Das berichtete das Hamburger Abendblatt. Die Gründe für das Aus sind vielfältig, keinesfalls jedoch überraschend.

Name:Schlachterei Wagner
Adresse:Methfesselstraße 51, 20257 Hamburg
Produkte:Fleisch- und Wurtswaren
Betrieben durch die Familie Wagner1892-2022

Gründe für das Aus von Schlachterei Wagner: steigende Kosten, Auflagen, nachlassender Fleischkonsum

Sandra Wagner, Ehefrau des derzeitigen Betreibers Michael Wagner, äußerte sich gegenüber der Hamburger Tageszeitung wie folgt zum Ende der Schlachterei nach 130 Jahren. „Steigende Energiekosten, steigende Personalkosten und der nachlassende Fleischkonsum“, hätten zur Geschäftsaufgabe geführt. Hinzu kämen immer neue Auflagen durch die Hamburger Behörden. „Das können wir uns nicht mehr leisten“, so Wagner.

Schlachter bei der Arbeit
So ähnlich lief es 130 Jahre bei der Schlachterei Hans Wagner in Eimsbüttel. An Silvester 2022 schlossen sich die Türen des HamburgerTraditionsbetriebs für immer. (Symbolbild) © Christian Vorhofer / Imago

Luxushotel Louis C. Jacob und Tim Mälzer bezogen Waren der Schlachterei Wagner

Nicht nur Generationen von Hamburgerinnen und Hamburgern haben ihre Fleisch- und Wurstwaren in der Schlachterei Hans Wagner gekauft. Auch Betriebe aus der Hotellerie und dem Gastro-Gewerbe, etwa das „Kaffeehaus Klein und Kaiserlich“ in der HafenCity oder das 5-Sterne-Luxushotel Louis C. Jacob in Nienstedten bezogen Waren aus der Methfesselstraße und warben teilweise damit. Auch der TV-Koch und Unternehmer Tim Mälzer warb damit, Produkte aus der Eimsbütteler Schlachterei zu beziehen – er ließ auch die Azubis seiner Restaurants bei den Wagners über die Schultern schauen.

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Schlachterei Wagner: Mehrere Umzüge und 130 Jahre Familiengeschichte

Angefangen 1892 an der Großen Bergstraße in Altona, ging es über die Marktstraße zurück an den vorherigen Standort, später in der Schleestraße und bis 1991 in der Gerhofstraße in der Hamburger Neustadt weiter. Dann folgte der Umzug nach Eimsbüttel. Nach rund 30 Jahren an dem letzten Standort endet mit der Geschäftsaufgabe zum 31. Dezember 2022 ein weiteres Stück Tradition in Hamburg.

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