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Totimpfstoff: Kimmich wartet darauf – aber was ist das eigentlich?

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Von: Kevin Goonewardena

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Joshua Kimmich ist nicht gegen Corona geimpft. Er wartet auf einen sogenannten Totimpfstoff. Doch was ist das genau? Die wichtigsten Fakten zum Thema.

Hamburg – In einem gewöhnlichen Fernsehinterview nach dem Spiel seines FC Bayern gegen die TSG Hoffenheim tätigte Joshua Kimmich, der erst kürzlich seinen Vertrag beim Rekordmeister zugunsten eines Mega-Gehalts verlängert hat, eine Aussage, die bis heute ganz Deutschland beschäftigt: Er habe sich nicht gegen Covid impfen lassen, da er erst einmal auf die Ergebnisse von Langzeitstudien warten wolle.

Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erklärte sich umgehend zur Impfaufklärung bereit, andere Experten widersprachen der Skepsis von Kimmich. Linken-Politiker Oskar Lafontaine hat den Fussballer hingegen in Schutz genommen* und nahm sich Lauterbach an. Selbst die Bundesregierung hat sich in Person von Sprecher Steffen Seibert in den Fall eingeschaltet. Seibert appellierte an den Spieler sich impfen zu lassen*.

Vollständig geimpft in Deutschland: 55,1 Millionen (alle Stand 26.10)Anteil an der Gesamtbevölkerung: 66,3 Prozent
Bereits eine Impfung bekommen: 57,5 MillionenAnteil an der Gesamtbevölkerung: 69,2 Prozent
Corona-Impfungen pro Tag in Deutschland125.000

Was ist eigentlich ein Totimpfstoff? Der Unterschied zu anderen Vakzinen

Der Spieler selbst gab gegenüber Mannschaftskollegen an, so berichtet es die Bild-Zeitung, dass er auf die Zulassung eines sogenannten Totimpfstoffs warte. Ein solcher Impfstoff enthält abgetötete Krankheitserreger oder Bestandteile von diesen, die sich nicht mehr ausbreiten, also vermehren. Dennoch erkennt das Immunsystem des Körpers diese Teilchen und bildet in der Folge auf natürlichem Wege Antikörper gegen den Erreger. Die Krankheit selbst bricht nicht aus. Um für einen ausreichenden Schutz zu sorgen, schreibt das Nachrichtenmagazin Der Spiegel, bilde der Körper zusätzlich Hilfsstoffe, Adjuvantien genannt.

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Die Art des Impfstoffes, auf die Joshua Kimmich wartet, ist nicht neu. Dennoch wird der Sportler für das Nicht-Erfüllen seiner Vorbildfunktion immer wieder kritisiert, unter anderem von dem Sport-Redakteur Jan Knötzsch. Totimpfstoffe werden beispielsweise bei Kinderlähmung, Keuchhusten, Tetanus, Diphtherie und Hepatitis B eingesetzt, so Der Spiegel. 

Corona-Vakzin: Die Vor- und Nachteile von Totimpfstoffen

Wer der neuartigen mRNA-Technologie der anderen Corona-Impfstoffe skeptisch gegenüber eingestellt ist, der könnte durch Totimpfstoffe von einer Impfung gegen Corona überzeugt werden. Denn diese sind schon länger bekannt und erprobt. Aber auch sie haben Nachteile: Auf Corona bezogen wird es schlicht noch länger dauern, bis gegen das neuartige Virus ein Totimpfstoff entwickelt ist. Generell müssen diese Art Impfungen auch öfter aufgefrischt werden, als klassische Impfungen. Der Impfschutz hält nämlich nicht so lange vor.

Bayern-Fußballer Joshua Kimmich vor dem Valneva Logo und dem Impfstoff und einer Spritze gegen Corona
Joshua Kimmich will auf Totimpfstoffe warten, bevor er sich gegen Corona impfen lässt. (24hamburg.de-Montage) © Sven Hoppe/dpa/Pavlo Gonchar/imago

Wann ist mit einem Totimpfstoff gegen das Coronavirus zu rechnen?

Das französisch-österreichische Unternehmen Valneva arbeitet zurzeit an der Zulassung seines Totimpfstoffes Impfstoffs VLA2001 für Großbritanien und die EU. Klinische Studien, so teilte die Firma mit, hätten positive Resultate zur Wirksamkeit und Verträglichkeit des Stoffes geliefert. Deutschland hat elf Millionen Dosen des Impfstoffs VLA2001 vorbestellt. *24hamburg.de , merkur.de , fr.de und hna.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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