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Politiker findet tote Ratte im Briefkasten: „Lasse mich nicht einschüchtern!“

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Von: Kevin Goonewardena

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Der Vorsitzende der Linken in Dithmarschen (Schleswig-Holstein) sieht sich nach eigenen Angaben mit einer Morddrohung konfrontiert. Der Staatsschutz ermittelt.

Heide/Hamburg – Das verunglimpfen von politischen oder anderen Gegnern durch das Zukommen lassen von Tierkadavern hat eine lange Tradition und treibt teils seltsame Blüten. Vielleicht erinnert sich noch Jemand an den aus den Rängen geworfenen Schweinekopf, mit dem die Barca-Anhänger den damaligen Superstars Louis Figo in seinem ersten Classico nach seinem Wechsel zum Erzrivalen Real im Camp Nou begrüßten. Ein Tier, dass auch von offenbar Rechtsextremen in München benutzt wurde um einer Werbeagentur zu zeigen, was sie von deren Arbeit* für die Partei Die Grünen hält. Titulierungen wie „Schwein“ oder „Ratte“ bekommen so eine makabere Komponente und sollen den Adressaten Angst einflößen. Angst um Leib und Leben.

Das ist vermutlich auch das Ziel des oder der Absender der totgetrampelten Ratte, die den Kreisverband Dithmarschen der Partei Die Linke um Bundesvorsitzende Janine Wissler* am Mittwoch in Heide (Schleswig-Holstein*) über den Briefkasten erreichte. Wie der Landesverband Schleswig-Holstein auf seiner Website berichtet, sei dem toten Tier ein Zettel mit der Aufschrift „euer Vorsitzender“ beigefügt. Die Linke wertet die Tat als Morddrohung.

Name:Verein Opferperspektive e.V.
Zusatz:Solidarisch gegen Rassismus, Diskriminierung und rechte Gewalt
Adresse:Rudolf-Breitscheid-Straße 164, 14482 Potsdam
Website:www.opferperspektive.de

Linke-Kreisvorsitzender Palm: „Lasse mich nicht einschüchtern“

Eben jener Vorsitzende, Thomas Palm, der auch als Direktkandidat bei der kommenden Landtagswahl am 8. Mai antritt, sieht einen Zusammenhang der Aktion mit seinem Engagement gegen Rechtsextremismus (#nazisraus) und den montäglichen „Spaziergängen“ von Querdenkern in Heide. In einem Statement auf der Internetseite des Landesverbands, dem ein Bildpost mit der Aufschrift „Nazis raus: aus den Köpfen“, wird Palm wie folgt zitiert:

Als überzeugter Antifaschist muss man leider mittlerweile feststellen, dass Neofaschist:innen oder rechte Verschwörungsideolog:innen immer weniger Grenzen kennen. Das darf uns aber nicht an unserer Arbeit hindern - ich lasse mich nicht einschüchtern.

Thomas Palm Vorsitzender Die Linke, Kreisverband Dithmarschen
Zertrampelte Ratte im Briefkasten mit Zettel
Fand sich im Briefkasten des Die Linke Kreisverbands Dithmarschen in Schleswig-Holstein: Eine zertrampelte Ratte und ein Zettel mit der Aufschrift „euer Vorsitzender“. Die Polizei ermittelt. © Die Linke Landesverband Schleswig-Holstein

Nach Anschlag auf Linke-Politiker Thomas Palm in Schleswig-Holstein: Staatsschutz ermittelt

Susanne Spethmann ist Sprecherin des Landesverbands, als Direktkandidatin Spethmann im Kreis Ostholstein bei der letzten Bundestagswahl an. „Wir müssen gemeinsam gegen die rechten Umtriebe vorgehen. Wir wissen, wie schnell aus solchen Drohungen Taten werden. Ich bin aus vollstem Herzen solidarisch mit Thomas Palm und hoffe sehr, dass die Täter:innen schnell ermittelt und verfolgt werden können. Und wir werden gemeinsam mit Initiativen und den anderen demokratischen Parteien überlegen, wie wir solchen rechten Umtrieben etwas entgegensetzen können“, äußerte sich Spethmann auf der Website des Landesverbandes. Der Staatsschutz ermittelt. *24hamburg.de , kreiszeitung.de und tz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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