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Tödlicher Crash mit 220 km/h: Totraser ohne Führerschein jammert gegen Urteil

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Von: Sebastian Peters

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Tödlicher Unfall auf der A1.
Aus diesem Unfallwrack kann sich der Beifahrer retten. Der Fahrer verstirbt. © Sebastian Peters

Nach einem tödlichen Unfall auf der Autobahn 1 in Hamburg möchte der Unfallfahrer seine Strafe nicht akzeptieren. Jetzt wird neu Verhandelt.

Hamburg – Am 1. Mai 2019 rast der 31-jährige Fahrer eines 313 PS starken BMWs über die A1 in Hamburg. Immer wieder wechselt der Fahrer rücksichtslos die Fahrspuren. Beim Spurwechsel von der linken auf die mittleren Spuren, inmitten einer Baustelle, kracht der BMW mit mehr als 220 km/h in das Heck eines deutlich langsamer fahrenden Fords.

Nach tödlichem Unfall auf der A1: Unfallfahrer will Strafe nicht akzeptieren

Der Kleinwagen, besetzt mit einem 48-jährigen Fahrer aus Ostfriesland und seinem 32-jährigen Beifahrer, überschlägt sich mehrfach und schlittert knapp 200 Meter auf dem Dach über die Autobahn. Der jüngere Beifahrer kann sich aus dem komplett demolierten Ford eigenständig retten.

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Unfall auf der A1
In der Nacht auf den 1. Mai 2019 krachte der BMW mit mehr als 220 km/h in ein weiteres Fahrzeug. © Sebastian Peters

Der 48-jährige Fahrer, der durch den schweren Unfall in dem Fahrzeug eingeklemmt wurde, musste auf die Retter der Feuerwehr Hamburg warten. Allerdings konnten auch die Einsatzkräfte für den Mann nichts mehr tun. Er verstirbt noch im Unfallwrack mitten auf der A1. In der Zwischenzeit hat sich der Unfallfahrer, der mit seinem ausgeliehenen BMW den Unfall verursacht hatte, eine Ausrede überlegt.

Er gibt vor Ort an, dass die eigentliche Beifahrerin gefahren sei. Er selbst soll auf dem Beifahrersitz Platz genommen haben. Doch der Polizei Hamburg fallen sofort Ungereimtheiten auf. Die Sitzeinstellung, Position des Lenkrades und auch weitere Details haben den 31-jährigen BMW-Fahrer verraten. Ein Alkotest ergab einen Alkoholwert von 0,4 Promille.

Vor dem Gericht in St. Georg wurde der Unfallfahrer im letzten Jahr angeklagt. Die Hamburger Morgenpost schreibt, dass der BMW-Fahrer nur „Spaß gehabt“ hat. Er hat den BMW zur Probe ausgeliehen und habe zuvor auf einer Hochzeit was getrunken. Er hat wohl die Geschwindigkeit „aus den Augen verloren“.

Kurz vor Öjendorf bleiben die Fahrzeug auf der A1 liegen.
Kurz vor Öjendorf bleiben die Fahrzeuge auf der A1 liegen. © Sebastian Peters

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Während der Verhandlung kam zusätzlich noch heraus, dass der BMW-Fahrer überhaupt keinen Führerschein besitzt. Seinen serbischen Führerschein hat er in Serbien gekauft, so sein Verteidiger. Wie die Hamburger Morgenpost weiter berichtet, soll der Totraser am 12. Juli 2020 betrunken und auch ohne Führerschein durch Ottensen gefahren sein.

Am Donnerstag, 20. Januar 2022, wird der Fall vor dem Hamburger Landgericht neu aufgerollt. Der Anwalt des Totrasers hat Rechtsmittel gegen das vorherige Urteil eingelegt. Zuvor wurde der 31-jährige Fahrer zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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