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Tierpark Hagenbeck und Co.: Wie norddeutsche Zoos auf die Energiekrise reagieren

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Von: Christian Einfeldt

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Mancherorts wurden sämtliche Sparpotenziale bereits ausgeschöpft: Die Energiekrise belastet die norddeutschen Zoos. Ticketpreise steigen.

Hamburg/Gettorf – Energieausgaben, die im sechsstelligen Bereich liegen: Die Energiekrise belastet auch den Tierpark Hagenbeck. Nach wie vor könne man den „laufenden Betrieb“ gewährleisten. Schließungen stehen nicht bevor und auch Auswirkungen auf den Alltag der Tiere würde es bislang noch keine geben. Und dennoch: Die Verantwortlichen rund um Geschäftsführer Dirk Albrecht reagieren auf die anhaltende Entwicklung.

Die Ticketpreise wurden bereits erhöht, weitere Sparpotenziale sollen ausgeschöpft werden. So wie Hamburgs bekanntem Tierpark ergeht es aktuell auch anderen Zoos im Norden. Auch in Schleswig-Holstein muss gespart werden – doch die Möglichkeiten sind begrenzt.

Zoo in Hamburg:Tierpark Hagenbeck
Adresse:Lokstedter Grenzstraße 2, 22527 Hamburg
Eröffnet:7. Mai 1907
Anzahl der Tiere:14.300

„Mehrbelastung im sechsstelligen Bereich“: Energiekrise belastet norddeutsche Zoos

Nach Informationen der Deutschen Pressen-Agentur (dpa) müsste der Tierpark Hagenbeck in Zeiten der Energiekrise monatlich rund eine Million Euro an Energiekosten aufbringen. Auch der Geschäftsführer des Gettorfer Tierparks, Jörg Bumann, spricht gegenüber der dpa von einer „Mehrbelastung im sechsstelligen Bereich“, die aufgrund der Energiekrise zur Realität geworden war.

Gaspreise steigen parallel zu Produktionskosten für Futter und Co.: Der Tierpark Gettorf, gelegen zwischen Kiel und Eckernförde, sieht sich gezwungen, bis Anfang März 2023 die Eintrittspreise anzupassen. Eine Maßnahme, die nach dpa-Informationen auch bereits die Verantwortlichen des Tierparks Hagenbeck ergriffen hat.

Nach eigenen Angaben spart der Hamburger Zoo bereits jährlich 215.000 Kilowattstunden Strom. Statt auf eine Kältemaschine setzt der private Tierpark unter anderem auf eine solarbetriebene Hocheffizienzpumpe: So soll etwa das Eismeer konstant gekühlt werden. Hinsichtlich weiterer, konkreter Einsparmaßnahmen im Zuge der Energiekrise bestätigte der Tierpark Hagenbeck, dessen Mitarbeiter im Sommer zum Streik aufgerufen hatten, dass man bereits viele Bereiche energetisch umgestellt habe. „Im Tropen-Aquarium und im Eismeer arbeiten wir bereits mit Wärmetauschern, Geothermie und Solarenergie. Und der Großteil unserer Beleuchtungen ist bereits auf moderne energiesparende LEDs umgerüstet“, sagte Albrecht gegenüber der dpa.

Tierpark Hagenbeck.
Zoos in der Energiekrise: Auch im Hamburger Tierpark Hagenbeck steigen die Mehrkosten. (Symbolbild) © Georg Wendt/dpa

Energiekrise: Wenn die Sparpotenziale in Zoos bereits ausgeschöpft sind

„Für das kommende Jahr rechnen wir - wie andere Unternehmen auch - mit einer Kostensteigerung von mindesten 20 bis 30 Prozent“, so Albrecht. Wenn man die Ausgaben zusammenrechnet, steigen die Kosten für den Zoo-Betrieb schnell in die Höhe – nicht zuletzt in den aktuellen Zeiten. Pflege, medizinische Versorgung, Unterhaltungskosten und eben die Strom- und Energiekosten. In den hohen Preisen inbegriffen: Unter anderem der Betrieb von Lüftungssystemen oder Wasserfiltern. Im schleswig-holsteinischen Gettorf hatte man in den vergangen Jahren ebenfalls schon erste Vorkehrungen zum Energiesparen getroffen: Die Umstellung auf LEDs oder die Erneuerung von Dächern gehörte zu den ergriffenen Maßnahmen.

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„Den Tieren die Wärme zu nehmen geht allerdings nicht. Tiere benötigen, je nach Ihrer Herkunft, gewisse klimatische Bedingungen. Diese sollten auch erfüllt werden“, sagt Jörg Bumann. Die Zoos sehen sich aktuell einem Konflikt ausgesetzt: Einerseits muss man Kosten reduzieren, andererseits darf man nicht zulasten der Tiere sparen. Eine Erkenntnis, die auch der Tierpark in Neumünster machen musste.

„Leuchtmittel wurden alle in LEDs ausgetauscht, Bewegungsmelder wurden beispielsweise auf den Besuchertoiletten installiert, notwendige Heizsysteme für unsere wärmebedürftigen Tiere wurden gegen stromsparende Solarsteinheizungen ausgetauscht“, sagte Zoodirektorin Verena Kaspari. Nun sei man an einem Punkt, wo kaum mehr Strom gespart werden könne – doch die Energiekrise die Verantwortlichen vor anhaltenden Herausforderungen stellt. (Mit dpa-Material)

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