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Ukraine-Flüchtlinge in Hamburg: Wohin mit Hund und Katze? Hier gibt es Hilfe

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Von: Kevin Goonewardena

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Wohin mit dem Haustier nach der Flucht? In den meisten Unterkünften ist kein Platz für Mensch und Tier. 24hamburg.de hat bei Tierheimen nachgefragt.

Hamburg – Seit knapp zwei Wochen befinden sich Millionen Ukrainer auf der Flucht vor dem Ukraine-Krieg in ihrem Heimatland. Denn in der Nacht zu Donnerstag, den 24. Februar, begannen russische Truppen mit der Invasion des Nachbarlandes. Deutschland haben bereits zehntausende schutzsuchende Menschen erreicht und die Hamburger Messehallen sind bereits voll. Während die Flüchtlinge in den Messehallen den Umständen entsprechend gut untergebracht sind, sind die Zustände in der Registrierungsstelle in Hamburg-Rahlstedt unhaltbar.

An den mitgebrachten Tieren der Ukrainer liegt das allerdings nicht: Denn in den meisten Unterkünften sind Hunde, Katzen und andere Haustiere nicht erlaubt. Aber wohin mit den Haustieren der Flüchtlinge? Wir haben nachgefragt.

Name:Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:rund 1,9 Millionen (Stand Dezember 2021)
Tierheime:2

Tierzentrum Neu-Wulmsdorf: Bereits mehrere Hunde aus der Ukraine aufgenommen

Das Tierzentrum Neu-Wulmsdorf im Raum Süderelbe (Landkreis Stade), ist erst vor wenigen Wochen eröffnet worden. Trotzdem hält man hier 50 Plätze für Haustiere aus der Ukraine frei. Man wolle, so erzählt es Sebastian Marten vom Tierzentrum Neu-Wulmsdorf 24hamburg.de am Telefon, einen Beitrag leisten, dass die Menschen sich in Ruhe auf das Ankommen konzentrieren könnten und eine Belastung weniger hätten. Fünf Hunde aus der Ukraine haben in Neu-Wulmsdorf bereits ein neues Zuhause auf Zeit gefunden und können und werden dort von ihren Besitzern besucht. Insgesamt hat das Tierzentrum Kapazitäten für 100 Hunde.

Ein männlicher Geflüchteter aus der Ukraine mit zwei Hunden im Arm und ein Hund in einem Zwinger
Ukraine-Krieg: was passiert mit den Haustieren der Geflüchteten? (24hamburg.de-Montage) © Mykhaylo Palinchak/Michael Weber/imago/Oliver Dietze/dpa

Ukraine-Krieg: So wirken sich Krieg und Flucht auf die Tiere aus

Wie sich Bombenhagel und Flucht auf den Krieg auswirken, sei, so Marten, abhängig von Tier und dessen Charakter. So gebe es Tiere, denen man die letzten Wochen nicht anmerke. Aber auch Hunde wie Bona, die die ersten Tage sehr verängstigt gewesen und geduckt gegangen sei und erst jetzt langsam auftaue. Bei der Hündin habe das Tierzentrum, so Herr Marten, den Besitzern empfohlen, zuerst auf die Besuche zu verzichten, da sie dem Tier mit den immer wiederkehrenden Trennungen keinen Gefallen täten.

Ukrainische Flüchtlinge mit Tieren: Verein verweist auf Hilfsangebote – nach Möglichkeit keine Trennung von Mensch und Tier

Der Pressesprecher des Hamburger Tierschutzverein Sven Fraß war für 24hamburg.de telefonisch ebenfalls zu erreichen. Die Problematik sei bekannt, so Fraß, bisher seien aber weder Tiere noch Anfragen zur Aufnahme beim Tierschutzverein eingegangen. Auf der Website des Hamburger Tierschutzvereins von 1841 e. V. hat dieser einen Beitrag zum Thema „Nach der Flucht mit dem Haustier in Hamburg“ veröffentlicht, in dem der Verein zu besagter Problematik Stellung nimmt und auf weitere Hilfsangebote verweist.

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Zwar nehme der Verein auch Tiere von Geflüchteten auf, wie Sprecher Sven Fraß am Telefon sagte, doch gehe es dem Verein in erster Linie um eine gemeinsame Unterbringung von Haustier und deren Besitzern. So heißt es auf der Website: „Eine Trennung von Mensch und Tier wäre für alle Beteiligten traumatisch“. Nicht nur aus diesem Grund würden keine zusätzlichen Kapazitäten für diese Fälle eingerichtet werden. Schon seit Jahren hat der Verein aus Hamburg und dessen Tierheim Süderstraße mit Platzproblemen zu kämpfen, wie Fraß weiter erzählt.

Patenschaften auf Zeit: Hilfsstab hilft über diese Hotline Flüchtlingen mit Tieren aus der Ukraine

Eine ehrenamtliche Versorgung der Tiere von Geflüchteten aus der Ukraine vermittelt der Hilfsstab „Hilfe für Ukraine – Ukrainischer Hilfsstab“ (hilfe-ua.de). Die Nummern +49 170 4842664 oder der +49 170 4839366 sind zur Kontaktaufnahme eingerichtet worden. Auch Patenschaften auf Zeit werden hier vermittelt. Diese enden, wenn die geflüchteten Ukrainer eine eigene Wohnung gefunden haben. *24hamburg.de, kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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