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Tierheim Süderstraße vorm Aus: Schmeißt Stadt Hamburg Tierschutzverein raus?

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Von: Kevin Goonewardena

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Zoff um das Tierheim Süderstraße: Der Betreiber möchte den Vertrag mit Stadt ändern – die soll sich bereits nach einem neuen Partner umschauen.

Hamburg – Droht der Stadt Hamburg der nächste unrühmliche Verlust eines sozialen Engagements? Sang- und klanglos ist Ende September bereits die Zeit der einzigen, selbstverwalteten Obdachlosenunterkunft Hamburgs zu Ende gegangen: Die Stadt kündigte der „Mission“ nach 25 Jahren den Mietvertrag. Ähnlich könnte es beim Tierheim Süderstraße laufen: Differenzen zwischen dem Hamburger Tierschutzverein als Tierheim-Betreiber und dem Senat könnten zum großen Knall führen.

Name:Tierheim Süderstraße
Adresse:Süderstraße 399, 20537 Hamburg
Träger:Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V.

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Tierheim Süderstraße: Setzt Senat Betreiber vor die Tür?

Wie die Hamburger Morgenpost berichtet, könnte dem Tierheim nämlich der Vertrag mit der Stadt gekündigt werden. Und das hätte gravierende Folgen: Denn das Tierheim Süderstraße ist nicht nur eins von lediglich zwei Tierheimen der Millionenmetropole. In die Einrichtung kommen alle Tiere, die herren- beziehungsweise damenlos in der Hansestadt Hamburg aufgegabelt oder behördlich sichergestellt werden.

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Festgehalten ist das vertraglich zwischen dem Betreiber der Anlage, dem „Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V.“ und der Stadt. Und die lässt sich das Tierheim einiges kosten: Von rund 2 Millionen Euro im Jahr ist die Rede; die Hamburger Bürgerschaft hat erst kürzlich mehrere Hunderttausende Euro für die überfällige Sanierung des Katzenhauses bewilligt. Es geht also um viel Geld – aber nicht nur.

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Eine Pflegerin prüft, ob ein Hund im Tierheim gechippt ist
Das Tierheim Süderstraße platzt aus allen Nähten und auch Personalmangel macht der Einrichtung zu schaffen. Die Stadt soll sich angeblich bereits nach einem neuen Betreiber umsehen. © Markus Scholz/dpa

Tierheim Hamburg: Vielzahl an Problemen – beide Seiten wollen Veränderung

In dem Medienbericht heißt es, dass von beiden Seiten Änderungen betreffend der Zusammenarbeit gewünscht seien. Der Hamburger Senat sieht sich sogar nach neuen Partnern um, der statt des Tierschutzvereins das Tierheim betreiben könnte. Dazu habe der Senat bereits eine Rundmail an Hamburger Tierärzte versandt, in dem das Interesse an einem Einstieg als Betreiber unter den Empfängern zum 1. Juli 2023 abgeklopft werden soll. Es heißt, dass je nach Rückmeldungslage eine offizielle Ausschreibung folgen soll.

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Aber auch der Tierschutzverein ist mit den aktuellen Konditionen der Vereinbarung nicht einverstanden, strebt Änderungen des Vertragswerkes an. Dabei geht es um Probleme bei der Erfüllung der festgeschriebenen Vorgaben: Das Tierheim platzt aus allen Nähten, es mangelt an Platz und an Personal.

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Tierheim Süderstraße Hamburg: Betreiber räumt Probleme ein

Gegenüber der Mopo bestätigte der Hamburger Tierschutzverein, dass die Einrichtung aktuell mit Problemen zu kämpfen habe. „Bei der Unterbringung von Katzen sind wir an unsere Kapazitätsgrenze gestoßen und mussten daher einen Aufnahmestopp verhängen“, so die Sprecherin des Vereins, Cathleen Stegmann. Denn aufgrund der Einsturzgefahr des alten Katzenhauses und der daraus resultierenden Sperrungen sind 150 Plätze für Katzen weggefallen.

Und auch das Personal gehe auf dem Zahnfleisch. Die Personaldecke ist so angespannt, dass laut Sprecherin Stegmann teilweise der Notschalter in der Zeit von Mitternacht bis 06:00 Uhr morgens nicht besetzt ist – das heißt, dass auch keine Tiere angenommen werden können. Zu dem Zoff mit der Stadt und dem Status der Verhandlungen wollte man sich beim Tierschutzverein gegenüber der Mopo allerdings nicht äußern.

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