Neues Gesetz

Teures Wohnen in Hamburg: Das will die Stadt gegen steigende Mietpreise tun

Das neue Baulandmobilisierungsgesetz soll Wohnen in Hamburg bezahlbarer machen. Man kann schneller, einfacher und bezahlbarer bauen. Wird das Mietpreise senken?

Hamburg – Mit 1,8 Millionen Einwohnern ist Hamburg nach Berlin (3,6 Millionen) die zweitgrößte Stadt Deutschlands, wenn man nur auf die Anwohner schaut – in 15 Jahren sollen es 2 Millionen sein. Gleichzeitig gehört Hamburg deutschlandweit aber auch zu den Kommunen mit der größten Armut und Sozialhilfebezug. Mit ein Grund dafür ist, dass es sich in dem Stadtstaat nicht wirklich günstig leben lässt. Wer in Hamburg – ebenso wie in vielen anderen Großstädten – wohnt, zahlt ordentlich Miete. Oft so viel, dass nichts mehr für Rücklagen übrigbleibt. Durch das neue Baulandmobilisierungsgesetz soll Wohnen in Hamburg wieder bezahlbar werden.

Bevölkerung1,841 Millionen (Stand 2019)
Fläche755,2 km²
BürgermeisterPeter Tschentscher
Gegründet500 n. Chr.

Wohnen in Hamburg – so hoch sind die Mietpreise in der Hansestadt

Laut einer Studie der Wohnungsmarktanalytiker von Value, ehemals Empirica, steigen die Mieten in Hamburg auch nach der Corona-Krise weiterhin an. Im Jahr 2018 sollen die meisten Hamburger etwa ein Drittel ihres Einkommens für die Miete ausgegeben haben. Ein Viertel der Hansestadt-Bewohner drückt sogar 40 Prozent ihres Gehalts nur fürs Wohnen ab und bei über 130.000 Haushalten bleibt nach den Wohnkosten nicht einmal mehr die Hälfte des Einkommens übrig.

Wohnen in Hamburg wird immer teurer. Das will die Stadt gegen die Mietpreise unternehmen.

In diesen steigenden Zahlen zeichnet sich ein Trend ab, der sich in den nächsten Jahren vermutlich auch nicht ändern wird. Da außerdem immer mehr Menschen nach Hamburg ziehen und wie erst kürzlich vom Statistikamt Nord geschätzt wurde bis 2035 schon 2 Millionen Menschen in der Hansestadt leben werden, sieht sich die Politik gezwungen zu handeln – auch wenn Klimaaktivisten weniger Wohnungsbau fordern.

Neues Gesetz zur Wohnraumschaffung – so reagiert Hamburg

Das neue Baulandmobilisierungsgesetz kommt für das Land gerade recht, denn es soll das Wohnen in Hamburg günstiger und leichter machen. Die Bundesregierung verabschiedete das Gesetz, das den Kommunen mehr Freiheiten bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ermöglichen soll. Dorothee Stapelfeldt (SPD), Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen in Hamburg, sieht in dem neuen Gesetz gute Möglichkeiten.

„Das Baulandmobilisierungsgesetz bietet große Chancen für mehr bezahlbaren Wohnraum, den wir in Hamburg dringend brauchen“, erklärte sie am Dienstag, 14. Juli 2021, im Rathaus. Zum einen seien Baugenehmigungen nun ein leichteres Unterfangen, zum anderen könne man künftig nun mit zugeschnittenen Baugeboten und kommunalen Vorkaufsrechten brachliegende Wohnbauflächen verhindern sowie Grundstücksspekulanten zuvorkommen. Das Gesetz gebe Hamburg „innerhalb des bestehenden Planrechts mehr Spielraum für den dringend benötigten Wohnungsneubau“.

Hamburg hat zu diesem Zweck nun als erstes Bundesland eine Rechtsverordnung zur Umsetzung des neuen Gesetzes erlassen. Laut Stapelfeldt sei es weiterhin das Ziel, den angespannten Wohnungsmarkt zu entlasten. Ob sich diese neuen Entwicklungen in den Wohnungsbaumöglichkeiten aber auch auf die Mietpreise für die Verbraucher auswirken werden, wird sich zeigen. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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