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Testbefreiung bei 2G-Plus: Warum man erst nach vier Wochen als Genesen gilt

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Von: Kevin Goonewardena

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Wer geimpft und von einer Corona-Infektion genesen ist, muss anfangs dennoch einen zusätzlichen Schnelltest machen um 2G-Plus zu erfüllen. Wieso das so ist.

Hamburg – Während Bürgerinnen und Bürger, die sich ein drittes Mal gegen das Coronavirus haben impfen lassen, sofort als geboostert gelten, ist das bei Menschen, die von einer Corona-Infektion genesen sind, nicht so. Für Geboosterte entfällt die Pflicht zur Vorlage eines bei der gegenwärtig gültigen 2G Plus-Regelung normalerweise nötige Corona-Schnelltest umgehend. Von einer Corona-Infektion Genesene müssen sich in Geduld üben: Der Nachweis der überstandenen Covid19-Erkrankung lässt auch in Hamburg oft Wochen auf sich warten.

Das kann dazu führen, dass eine an Corona erkrankte Person zwar wieder aus der Quarantäne entlassen wurde, dennoch, obwohl die Infektion überstanden, weiterhin einen Antigen-Schnelltest machen muss. Da ist ein spontaner Besuch im Restaurant oder Cafe kaum mehr möglich.* Die Warterei hat ihren Grund. 24hamburg.de klärt auf.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Einwohner:1,841 Millionen
Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Genesungs-Status: So lange dauert es, bis überstandene Infektion anerkannt wird

Denn es gibt klar durch die Politik formulierte Regeln, die definieren, wann eine an Covid-19 erkrankte Person als genesen gilt und wann noch nicht. 28 Tage, heißt es laut des Robert-Koch-Instituts (RKI), muss das Datum der festgestellten Coronainfektion zurückliegen, bevor ein solches Zertifikat, bei dem die Absenkung der Gültigkeit von sechs auf drei Monate* für heftige Debatten gesorgt hat, ausgestellt werden kann.

Passanten in der Fußgängerzone an der Spitalerstraße in Hamburg, ein 2G-Plus-Schild und ein Kalender mit Pin
Corona: Hamburger, die geimpft oder genesen sind, brauchen zusätzlich einen Test, um die 2G-Plus-Regel zu erfüllen. (24hamburg.de-Montage) © Axel Heimken/Roberto Pfeil/dpa/imago

„Die Dauer von 28 Tagen liegt darin begründet, dass nach allgemeinem fachlichen Konsens das Immunsystem eine gewisse Anzahl von Tagen nach der Infektion benötigt, um eine stabile Antikörper-Antwort und damit einen verlässlichen Schutz vor Re-Infektionen auszubilden“, sagt Susanne Glasmacher, Sprecherin des Robert-Koch-Instituts, laut Hamburger Abendblatt. Dieser Zeitraum, den das Immunsystem benötigt, um genügend Antikörper zu bilden dauere, zwischen zwei und vier Wochen, führt Glasmacher weiter aus.

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RKI-Sprecherin nimmt Politik in die Pflicht: „Da können wir nicht weiterhelfen“

Laut RKI gelten die Richtlinien nur für ungeimpfte Personen. Da es im Zertifikat „leider kein Datenfeld“ gibt, „wo vermerkt wird, ob man vorher geimpft oder ungeimpft war“, müssen eben auch doppelt Geimpfte den 28-Tage-Zeitraum abwarten, bis das Zertifikat vorliegt. Glasmacher spielt den Ball zurück an die Bundesregierung um Kanzler Olaf Scholz (SPD): „Was wann anerkannt wird, sind regulatorische Entscheidungen der Politik, da können wir nicht weiterhelfen“, sagt sie dem Abendblatt.

Martin Helfrich, Sprecher der Hamburger Sozialbehörde, konstatiert via Abendblatt, dass in Hamburg die Nachweise automatisch verschickt werden. Und zwar auch erst nach 28 Tagen und nicht früher. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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