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Nächtliches Tempo 30: Hier gilt es schon – hier kommt es noch dieses Jahr

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Von: Kevin Goonewardena

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Mehr als 100.000 Hamburger leiden auch nachts unter erhöhtem Verkehrslärm. Die Stadt will mit 85 Tempo 30-Zonen Abhilfe verschaffen. 2022 kommen weitere hinzu.

Hamburg – Etwa drei Viertel aller Deutschen fühlt sich durch Straßenverkehrslärm gestört. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, berichtet das Umweltbundesamt auf dessen Internetpräsenz. 2,3 Millionen Menschen sind deutschlandweit ganztägig Pegeln von mehr als 65 dB(A), nachts 2,6 Millionen Bundesbürger Lärm von 55 dB(A) ausgesetzt. In Hamburg gelten diese Belastungswerte für 107.000 respektive 130.000 Menschen. Das berichtet die Hamburger Morgenpost. Zum Vergleich: Ein Airbus A319 in 1000 Flughöhe sorgt für 70 dB(A).

Lärm bedeutet Stress und ist damit gesundheitsgefährdend. Das hat nach den politischen Verantwortlichen europäischer Metropolen wie London, Paris, Rom oder Amsterdam nun auch der Hamburger Senat erkannt. Während in einer Vielzahl der europäischen Großstädte die Geschwindigkeitsbegrenzung weite oder gar das komplette Straßennetz umfassen und nicht nur auf die Nachtstunden beschränkt sind, arbeitet Hamburg an der Reduzierung der Lärmbelastung durch besonders stark frequentierte Straßen in einem Zeitfenster von 22 Uhr bis 6 Uhr. Und diskutiert auch den Anschluss an eine bundesweite Initiative, die dieses Ziel verfolgt. Jetzt werden erste Maßnahmen umgesetzt.

Name:Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:rund 1,8 Millionen
Gesamtlänge Straßennetz:rund 4000 Kilometer

Tempo 30 Hamburg: Auf 85 Hauptverkehrsstraßen wird nachts das Tempo reduziert

Der Plan der rot-grünen Landesregierung: Auf 85 Hauptstraßen soll in naher Zukunft nachts Tempo 30 eingeführt und so die Lärmbelästigung für Anwohner reduziert werden. Die ersten 20 Abschnitte folgen ab Mitte 2022. Dort wird fortan zwischen 22 Uhr und 6 Uhr ein Tempolimit von 30 km/h gelten. Bei allen Straßenabschnitten handelt es sich um solche, bei denen die nächtliche Lärmbelästigung bei mehr als 60 dB liegt. Für gut die Hälfte, nämlich 8 Straßen, gibt es jetzt konkrete Pläne.

Tempo 30 Schild an einer Hauptverkehrsstraße in Hamburg
Ein Schild weist auf das bestehende nächtliche Tempolimit auf der Eiffestraße in Hamburg hin. Insgesamt 85 solcher Tempo 30-Zonen sollen in den nächsten Jahren in Hamburg folgen. © Axel Heimken / dpa

Tempo 30 in Hamburg: Auf dem Schulterblatt schon umgesetzt – Bergedorf und Harburg sollen noch 2022 folgen

Zu den Straßenabschnitten gehören die Bergedorfer Straße zwischen Schleusengrabenbrücke und Vierlandenstraße, das Schulterblatt im Schanzenviertel zwischen der Bahnbrücke und der Schanzenstraße und die B75 in Harburg, zwischen Hohe Straße und Eißendorfer Mühlenweg.

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Dort rechnet die Umweltbehörde von Jens Kerstan (Grüne) mit einer angepassten Ampelschaltung zwischen Juli und Ende September, schreibt die Mopo. Am Schulterblatt ist die Ampelschaltung bereits im April erfolgt. Nach der Umstellung der Ampeln auf die nächtlichen Verkehrsströme, kann die reduzierte Geschwindigkeit durch die Polizei angeordnet werden. Das jeweils zuständige Bezirksamt muss danach nur noch für die entsprechende Beschilderung sorgen.

Tempo 30 in Hamburg: Diese Straßen sollen 2023 hinzukommen

Für Anfang des nächsten Jahres ist eine entsprechende nächtliche Anpassung laut Zeitungsangaben für die Habichtstraße im Bezirk Hamburg-Nord geplant. Auf dem Abschnitt zwischen Jahnbrücke und Bramfelder Straße soll ab Jahresbeginn ein nächtliches Tempo 30 gelten. Außerdem sollen in Hamburg-Mitte im kommenden Jahr die Caspar-Voght-Straße zwischen Hammer Steindamm und Sievekingsallee, sowie der Abschnitt der B5 zwischen Grevenweg und Beltgens Garten und die Bramfelder Straße zwischen Drosselstraße und Habichtstraße folgen. Stück für Stück sollen ab 2024 dann die restlichen mehr als 60 Straßenabschnitte folgen.

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