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Tatort Hamburg „Schattenleben“: Kontroverse – hat NDR Linksextremisten finanziert?

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Von: Kevin Goonewardena

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Für den Hamburger Tatort hat sich die Produktion ein Projekt mit Verbindungen in die linksextreme Szene ausgesucht. Vorwurf: der NDR finanziert Linksextremismus.

Hamburg – Am Sonntag, 12. Juni 2022, strahlt der NDR die neuste Episode „Schattenleben“ vom „Tatort Hamburg“ mit dem norddeutschen Ermittler-Duo Thorsten Falke und Julia Grosz aus. Kontroversen gab es zuvor schon um den Drehort der Tatort-Episode, an der mehr als 65 Prozent Frauen beteiligt sind. Denn die Produktionsfirma „Wüste Medien“ hatte sich als Drehort für den Tatort das linke Hamburger Zentrum „M1“ in der Mokreystraße in Wilhelmsburg ausgesucht.

Hier soll es Verbindungen zur linksextremen Szene der Hansestadt Hamburg geben.

Name:Tatort Hamburg
Aktuelle Ermittler:Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und Julia Grosz (Franziska Weisz)sz)
im Dienst seit:2012 (Falke) und 2016 (Grosz)
Anzahl der Episoden:16

Drehort Tatort Hamburg: Verbindungen in linksextreme Szene?

Wie die Bild-Zeitung berichtet, bestätigte der Verfassungsschutz der Hansestadt, dass vom Hamburger Zentrum „M1“ aus eindeutige Bezüge zur linksextremistischen Szene Hamburgs bestehen würden. In Wilhelmsburg befinden sich mit dem Wohnprojekt Fährstraße 115, dem Infoladen Wilhelmsburg und dem Ladengeschäft Black Ferry weitere Orte der linken Szene Hamburgs.

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Linke Szene in Hamburg kritisiert die Darstellung von Polizeigewalt im Tatort

Kritik am Tatort kommt aber auch aus der linken Szene in Hamburg. In einem bereits im vergangenen Jahr veröffentlichten Statement zum Dreh der Tatort Hamburg Folge „Schattenleben“, die am 12. Juni 2022 ausgestrahlt wird, äußerte sich der GoMockry-Kollektiv, das den Hausbewohnern nahe steht, kritisch hinsichtlich des Drehs.

Vorwürfe gegen den NDR: der Drehort der Folge „Schattenleben“, das Hamburger Zentrum „M1“, soll Verbindungen in die linksextreme Szene haben
Vorwürfe gegen den NDR: der Drehort der Folge „Schattenleben“, das Hamburger Zentrum „M1“, soll Verbindungen in die linksextreme Szene haben. (Symbolbild) © Sven Hoppe/dpa/Leah Hammond/imago/Montage

„Wir sehen es sehr kritisch, dass Polizeigewalt mit diesem Format salonfähig gemacht wird und die Polizei durch dieses Format überwiegend in ein positives Licht gestellt wird. Wir kennen Menschen, die von Spitzeln aus der Polizei unterwandert wurden, wir haben Bekannte und Freund*innen, die von Polizeigewalt betroffen sind.“ heißt es in dem Schreiben, das im Internet öffentlich zugänglich ist. Doch nicht nur im Hinblick auf diesen Aspekt wird der Tatort Hamburg im Netz kritisiert. Wie bw24.de berichtet, kritisieren Zuschauer am Hamburger Tatort Schattenleben auch „Wokeism-Framing“ und „Diversity-Propaganda“.

Drehort Tatort Hamburg: Sender in der Kritik – finanziert NDR Linksextreme mit Gebühren?

Kritik an der Auswahl des „M1“ als Drehort für den Tatort Hamburg kam von der Polizei Hamburg und der Politik. Der CDU-Fraktionsvorsitzende in der Hamburgischen Bürgerschaft, Dennis Thering, forderte in der Mopo Konsequenzen.

Es ist ein Unding, dass der Rundfunkbeitrag zur Finanzierung von Extremisten verwendet wird. Das muss Konsequenzen haben! 

Dennis Thering, Vorsitzender der CDU-Fraktion Hamburg

Der NDR weist die Vorwürfe, mit Gebührengeldern Linksextreme in Hamburg zu unterstützen, hingegen zurück. Der Sender verwies auf die Produktionsfirma, die von ihr ausgesuchte Drehorte selber anmiete – das heißt, dass sie für die entstehenden Kosten aufkomme. Rundfunkgebühren von Beitragszahlern sind an das Zentrum „M1“ und somit an die linke Szene also nicht geflossen.

Linke Szene in Hamburg: Aktivisten wollen mit Tatort-Einnahmen Opfer von Polizeigewalt unterstützen

Trotz ihrer Kritik am Format „Tatort“ wollen die Aktivisten das Geld aus dem „Tatort“-Dreh im Zentrum „M1“ dennoch annehmen, schreiben sie. Die rund 3000 Euro Einnahmen aus dem Dreh „werden ausschließlich für die Unterstützung von Menschen, die von Rassismus und anderen Formen von Diskriminierung und Gewalt, u.a. auch von Polizeigewalt, betroffen sind, genutzt. Das Geld wird vor allem für Anwaltskosten gebraucht“, schreiben die Aktivisten aus der linken Szene in Hamburg. 

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