Nur in Berlin gibt es mehr Fälle

Dieser fiese Virus macht Hamburg krank – es geht nicht um Corona

  • Fabian Raddatz
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Das Robert-Koch-Institut spricht von einem Rekordhoch. Ein Virus steckt immer mehr Menschen an – vor allem in Hamburg. Ausnahmsweise ist es kein Corona.

  • Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat eine Studie mit Zahlen zu Syphilis-Infektionen veröffentlicht
  • Demnach stecken sich immer mehr Menschen mit der Geschlechtskrankheit an
  • Hamburg ist einer der Syphilis-Hotspots in Deutschland, die Anzahl der Fälle hat zugenommen

Hamburg – Als würde Corona nicht reichen! In Deutschland geht Syphilis um. Die fiese Krankheit, die häufig durch Geschlechtsverkehr übertragen wird, hat laut einem Bericht des RKI 2019 einen neuen Höchstwert erreicht. Demnach verzeichnete das Forschungs-Institut rund 8000 Fälle in Deutschland – 531 Infizierte mehr als noch im Jahr davor. Laut RKI die höchste Zahl seit der Einführung des Infektionsschutz-Gesetzes!

Inzidenz, das Wort, dass dank Corona zurzeit in aller Munde liegt. Auch bei Syphilis wird der Begriff verwendet, um das Infektionsgeschehen zu beschreiben. Zur Erinnerung: Damit werden neu auftretenden Krankheitsfälle innerhalb einer Zeitspanne ausgedrückt. 2019 lag die Syphilis-Inzidenz im gesamten Bundesgebiet bei 9,5 Fällen pro 100.000 Einwohnern.

Hamburg sprengt den Syphilis-Bundesdurchschnitt

Und jetzt kommt Hamburg: Mit einem Inzidenzwert von 24,5 sprengt die Hansestadt den Bundesdurchschnitt. Nur in Berlin liegt der Wert höher (39,7), vermeldet das Robert-Koch-Institut. Das dürfte wenig verwundern: In Ballungsräumen wie Hamburg und Berlin leben viele Menschen dicht auf dicht, kommen öfters miteinander in Berührung.

Hamburg war auch vorher kein unbeschriebenes Blatt: In den vergangenen Jahren belegte die Hansestadt beim Syphilis-Inzidenzwert einen vorderen Platz. Im Bezug auf neuere Zahlen schreibt die Mopo, dass im Zeitraum von Januar bis November 2020m 317 Fälle von Syphilis in Hamburg registriert wurden.

Syphilis: So erkennt man die Krankheit

Syphilis wird durch Bakterien verursacht. Sie kommt nur beim Menschen vor und kann nicht nur durch Sex übertragen werden. Auch eine Infektion durch Blut ist möglich. Zudem kommt es vor, dass Mutter während der Schwangerschaft die Krankheit auf das ungeborene Kind übertragen. Syphilis kann mit Antibiotika behandelt werden.

Die Krankheit ist gefährlich, bleibt sie unbehandelt: Gehirn und Blutgefäße können langfristig geschädigt werden. Zu den Symptomen zählen laut Deutscher Aidshilfe unter anderem Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen.  Häufig würden sich Hautausschläge und Belag auf der Zunge bilden, die aber meist wieder von selbst abklingen würden.

Was schützt, was das RKI sagt

Kommt es stattdessen nach Jahren zur dritten Phase der Krankheit, so die Deutsche Aidshilfe, treten überall am Körper Geschwüre auf. Organe und das Nervensystem könnten geschädigt werden – bis hin zu Taubheit, Blindheit und geistigem Verfall. Das Risiko, beim Sex an Syphilis zu erkranken, ließe sich nicht komplett ausschließen – jedoch abmildern: durch Kondome.

Das RKI mahnt: Der neue Höchststand von Syphilis-Infektionen in Deutschland unterstreiche die Notwendigkeit einer frühzeitigen Diagnose und Behandlung, um Infektionsketten möglichst frühzeitig zu unterbrechen und dadurch neue Infektionen zu verhindern.

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