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SUV–Fahrer aufgepasst: Bußgeld droht – die meisten kennen es nicht

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Von: Kevin Goonewardena

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Die riesigen Geländewagen werden nicht nur immer beliebter, sie können auch extreme Kosten verursachen. Etwa durch ein Bußgeld, was viele gar nicht kennen.

Hamburg – Seit ihrer Einführung scheiden sich an den sogenannten Sport Utility Vehicles (kurz: SUV) die Geister. Während die einen die Stadtpanzer wegen ihrer miesen Umweltbilanz*, dem enormen Platzverbrauch* in den eh schon vollen Städten und der erhöhten Unfallgefahr für andere Verkehrsteilnehmer verfluchen, sind sie für andere – ja was eigentlich? Auch einem Besuch einer McDonald‘s-Filiale lässt sich nachsagen, dass er verpönt ist – und dennoch halten sich die Schnellimbisse mit dem goldenen ‚M‘ weiter. Ähnlich scheint es bei SUVs zu sein – sie polarisieren, erfreuen sich aber trotz allem nach wie vor steigender Beliebtheit*.

Jeder dritte Neuwagen ist ein SUV – Daimler erfindet sogar neue Klasse

Im Juni dieses Jahres, berichtete die Zeitschrift Auto Motor Sport, seien mit 97.236 SUV nicht nur fast 100.000 Fahrzeuge dieses Typs neu zugelassen worden, sondern von den insgesamt 274.152 Pkw-Neuzulassungen stelle diese Gattung gar jede dritte Neuzulassung dar. Das entspricht einem Marktanteil von rund 35 Prozent. Viel, mag man meinen – in anderen Ländern, nicht nur den USA, liege der Marktanteil dennoch wesentlich höher.

Ein schwarzer Brabus 800 Mercedes-AMG GLS 63 von hinten
Auch von hinten betrachtet ein wahres Ungetüm: Der Brabus 800 Mercedes-AMG GLS 63 ist ein echtes PS-Monster und mit 2,03 Metern – ohne Spiegel – zu breit für die verengte Baustellenspur. © Brabus

In Schweden beispielsweise liegt der Marktanteil der SUV bei 47 Prozent, in unserem Nachbarland der Schweiz machen SUV mehr als 45 Prozent der neu zugelassenen Fahrzeuge aus. Da SUVs so beliebt sind, entwickelt Daimler jetzt so gar eine völlig neue Kategorie von Autos: Eine Mischung aus SUV und Limousine*.

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SUV-Fahrern droht auf Autobahnen dieses unbekannte Bußgeld

Den langen, hohen und vor allem breiten Wagen droht insbesondere auf den Autobahnen ein Bußgeld. Genauer gesagt, innerhalb von Autobahnbaustellen, etwa auf der A25 zwischen Hamburg und Geesthacht. Denn durch die Bauarbeiten wird die Fahrbahn verengt. Meist ist davon die linke Spur betroffen und deren Breite dann auf zwei Meter verringert. Kommt ein Auto, das breiter als 2 Meter ist, über diese Spur, ein SUV etwa, darf die Spur nicht mehr befahren werden. Wird sie es doch, droht eine Strafe. Der Fahrzeugbrief hilft bei der richtigen Einschätzung der Maße allerdings nur bedingt: In Feld 19 ist zwar die Breite eingetragen, allerdings ohne Außenspiegel.

Nicht nur SUVs von Bußgeld auf Autobahnen betroffen: Viele Neuwagen von Überbreite betroffen

70 Prozent der Neuzulassungen seien laut ADAC betroffen – und zwar längst nicht nur SUVs oder Fahrzeuge von Premium Herstellern. Unsere Tabelle zeigt einige Beispiele – darunter auch Kleinwagen wie der Audi A3 oder der VW Golf, der es auf 5 Zentimeter Überbreite inklusive der Spiegel bringt. Mit fast 30 Zentimetern Überbreite führt ein anderes Wolfsburger Erzeugnis die Liste mit mehr als 6 Zentimetern an: Der VW Bus T5 kommt auf 28,5 Zentimeter Überbreite.

ModellKlasseÜberbreite in Zentimeter
Audi A3Untere Mittelklasse0,5
Skoda Octavia CombiMittelklasse2,0
VW GolfUntere Mittelklasse5,0
Mercedes E-KlasseOberklasse8,0
Ford Mondeo TurnierMittelklasse10,0
Nissan QashqaiMittelklasse12,0
Renault EspaceMittelklasse15,0
Toyota Land CruiserObere Mittelklasse18,5
BMW X6Obere Mittelklasse20
KIA SorentoObere Mittelklasse22
VW T5 MultivanObere Mittelklasse28,5

So hoch ist das Bußgeld für SUV – und dadurch wird es richtig teuer!

Toyota Yaris Cross
1,77 Meter breit und 1,60 Meter hoch: Der Toyota Yaris Cross käme locker über die auf zwei Meter verengte Autobahnspur. Das trifft nicht auf alle SUVs zu. © Toyota Motor Corporation/dpa-mag

Zwanzig Euro drohen, sofern man erwischt wird. Das ist erst mal nicht viel. Doch ist der Fahrer des überlangen Fahrzeugs auf der für ihn verbotenen Spur in einen Unfall verwickelt, kann es richtig teuer werden: Denn die Kasko-Versicherung zahlt oft nur einen Teil des entstandenen Schadens. Und die Unfallgegner können ihrerseits Schadensersatz geltend machen. *24hamburg.de, fr.de, merkur.de und bw24 sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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