Nüchtern durch die Hansestadt

Suff-Verbot für E-Roller! Hamburger Politiker will Promille-Limit

  • Yannick Hanke
    vonYannick Hanke
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Bier tanken und danach auf den E-Roller? Nicht mit SPD-Politiker Koorosh Armi. Jetzt könnte die Null-Promille-Grenze für Hamburg kommen.

Hamburg – E-Roller sind seit einigen Jahren fester Bestandteil von deutschen Großstädten. Wer sich nicht auf dem Fahrrad abmühen möchte, greift zu den Tretrollern mit Elektroantrieb. Wendig, klein, dank eines Klappmechanismus unkompliziert zu transportieren – die Vorteile von E-Rollern liegen auf der Hand. Jedoch birgt das Fahren mit den Elektrorollern unter Alkoholeinfluss Risiken mit sich. SPD-Politiker Koorosh Armi will für die Hansestadt Hamburg hart durchgreifen.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Bürgermeister:Peter Tschentscher
Vorwahl:040

Hamburg: Armi Koorosh (SPD) will Null-Promille-Grenze für Fahrer von E-Rollern

Der Vize-Fraktionschef der SPD in Hamburg-Eimsbüttel hat die Faxen dicke. Koorosh Armi fordert eine Null-Promille-Grenze für Fahrer von E-Scootern. Leicht angetrunken auf den elektronischen Tretroller schwingen? Nicht mit dem 34-Jährigen. Sozialdemokrat Koorosh Armi zeigt sich in seiner Forderung rigoros.

Gilt in Hamburg bald eine Null-Promille-Grenze für Fahrer von E-Rollern? Einen entsprechenden Antrag stellt die SPD aus Hamburgs-Eimbüttel zeitnah. (24hamburg.de-Montage)

Wer auch nur ein Bier intus hat, darf nicht mehr auf den E-Roller steigen. Andernfalls droht eine Strafe. Die Forderung von Koorosh Armi ist letztendlich nichts anderes als ein knallhartes Suff-Verbot. Doch nicht nur die Nutzer von E-Scootern sind gefordert. Denn „dabei sollen auch die Betreiber der E-Scooter-Flotten in die Pflicht genommen werden,“ heißt es von Armi gegenüber der „Bild“.

Jeder dritte E-Roller-Unfall durch Alkohol verursacht – Universitätsklinikum Hamburg veröffentlicht Statistik

Koorosh Armi würde immer häufige alkoholisierte Fahrer auf den E-Scootern sehen – und das ohne Helm. Die Beobachtungen des SPD-Politikers werden durch eine Statistik vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) bestätigt. Das UKE hat nämlich herausgefunden, dass bei jedem dritten E-Scooter-Unfall Alkohol mit im Spiel war.

Die Opfer dieser Unfälle hätten zum Teil schwerste Kopfverletzungen davongetragen. Doch nicht nur an fahrenden E-Rollern stört sich Koorosh Armi. Dem Sozialdemokraten aus Hamburg sind auch wild auf dem Gehweg abgestellte E-Roller ein Dorn im Auge. Vor allem für Senioren würde dies eine gefährliche Stolperfalle darstellen.

Alkohol-Verbot auf E-Rollern für Fahranfänger – Straftat liegt bei Erwachsenen ab 1,1 Promile vor

Den entsprechenden Antrag für eine Null-Promille-Grenze stellen die Sozialdemokraten aus Hamburg-Eimsbüttel für die nächste Bezirksversammlung. Laut ADAC gelten für Fahrer von Elektrorollern derzeit dieselben Alkoholgrenzwerte wie für Autofahrer. Bedeutet konkret: Wer mit 0,5 bis 1,09 Promille fährt und keine alkoholbedingte Auffälligkeit zeigt, der begehrt eine Ordnungswidrigkeit.

In diesem Fall erhält die betroffene Person einen Bußgeldbescheid. Regulär beinhaltet dieser eine Geldstrafe von 500 Euro, einen Monat Fahrverbot sowie zwei Punkte in Flensburg. Eine Straftat liegt hingegen vor, wenn der Fahrer eines E-Rollers mit mindestens 1,1 Promille unterwegs ist.

Zeigt der Fahrer jedoch „alkoholbedingte Ausfallerscheinungen“, kann schon ab einem Wert von 0,3 Promille von einer Straftat die Rede sein. Eine strikte 0,0-Promille-Grenze, frei von jegliche Toleranz, gilt für E-Roller-Fahrer unter 21 Jahren und Führerscheinneulinge in der Probezeit. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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