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Sturmtief Daniel rast über den Norden: Mehr als 600 Einsätze, Fischmarkt überflutet

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Von: Sebastian Peters, Natalie-Margaux Rahimi, Elias Bartl

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Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte den Norden und Hamburg vor Sturmtief „Daniel“ amtlich gewarnt. Die Bilanz: Feuerwehr und Polizei musste mehr als 600 mal raus.

Hamburg – Der Deutsche Wetterdienst hatte für Mittwoch, 1. Dezember 2021, eine Wetterwarnung für Hamburg und den gesamten Norden herausgegeben. An der Nordseeküste, von Sylt bis nach Juist, herrscht sogar eine Amtliche Unwetterwarnung.

216 Feuerwehreinsätze, 450 Einsätze der Polizei: Die Bilanz aus der Sturmnacht

Das Sturmtief «Daniel» ist in der Nacht über den Norden und natürlich auch über Hamburg gezogen: Umgefallene Bäume, Gerüste und Straßenschilder sorgten für insgesamt 216 Feuerwehreinsätze sowie etwa 450 Einsätze der Polizei, sagten zwei Sprecher am Donnerstagmorgen.

Zudem kam es durch Bäume auf den Gleisen zu Einschränkungen im Zugverkehr. Der Fischmarkt und vereinzelte Straßen wurden überflutet, dabei stand das Wasser zeitweise etwa zwei Meter über dem Mittleren Hochwasser. Verletzt wurde nach Angaben der Feuerwehr und Polizei niemand. (Update 08:54 Uhr)

Überfluteter Fischmarkt
Der Hamburger Fischmarkt ist überflutet. Schwere Sturmböen haben vom späten Mittwochabend bis zum frühen Donnerstagmorgen vor allem im Norden Deutschlands für zahlreiche Feuerwehr- und Polizeieinsätze gesorgt. © Steven Hutchings/dpa

Zerstörung richtete auch der Sturm an, als er über Niedersachsen und Bremen fegte*. Ein Autofahrer wurde von einem Baum erschlagen*.

Sturmflutwarnung für Hamburg: „Verlassen Sie tiefliegende Gebiete“

Nun gibt es auch eine offizielle Sturmflutwarnung für die Hansestadt Hamburg. „Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) warnt vor einer Sturmflut in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag“, so die Polizei Hamburg am Abend des 1. Dezember via Nina-App und Katwarn-Meldung. Das Elbwasser werde gegen 2:03 Uhr in Hamburg zwischen 3,65 und 4,15 Metern über Normalhöhennull liegen.

Die Polizei appelliert an die Hamburgerinnen und Hamburger: „Verlassen Sie tiefliegende Gebiete, insbesondere im Hafen, in der HafenCity und den elbnahen Gebieten und umfahren Sie diese weiträumig“. Wer sein Fahrzeug an der Elbe abgestellt hat, sollte dies lieber schnell in höhere Gebiete umparken. (Update 22:26 Uhr)

Sturm Daniel sorgt für Sperrung bei der S3 zwischen Buxtehude und Stade – Bahnen des HVV fahren langsamer

Noch immer beruhigt sich Sturm Daniel nicht. Aktuell kommt es bei der S-Bahn zwischen Buxtehude und Stade zu einer Streckensperrung bei der S3. Weil ein Baum auf die Gleise gestürzt ist, verkehren aktuell keine Züge.

Die Bahnen des HVV fahren derzeit zwar wieder, jedoch mit gedrosselter Geschwindigkeit. Wie die Hamburger Hochbahn via Twitter mitteilte, fahren die U1, U2, U3 und U4 derzeit außerhalb von Tunneln nur mit 40 statt 80 Kilometern pro Stunde. (Update 21:55 Uhr)

Orkan Daniel fegt über Hamburg: Winterdom schickt Menschen nach Hause

Wegen des Orkans Daniel hat der Hamburger Winterdom seine „Türen“ heute früher geschlossen als sonst. Um 19:30 Uhr zogen die Veranstalter die Reißleine und schicken die harten Besucher nach Hause, die sich trotz des Schmuddelwetters auf den Weg zum Volksfest gemacht hatten. Am morgigen Donnerstag, 2. Dezember 2021, will der Hamburger Dom um 15:00 Uhr wieder ganz normal öffnen. (Update 20:33)

Orkan Daniel sorgt für Verkehrsbehinderungen: Feuerwehr Hamburg im Dauereinsatz

Orkan Daniel sorgt seit Mittwochnachmittag für zahlreiche Einsätze bei der Feuerwehr Hamburg. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, mussten die Rettungskräfte bis zum frühen Abend bereits zu 36 sturmbedingten Einsätzen ausrücken. Bisher handelt es sich bei einer Vielzahl von Einsätzen um umgestürzte Bäume oder herabgefallene Äste. So wie bei der U3 – die HVV-Strecke musste am frühen Abend zwischen den Haltestellen Kellinghusenstraße und Saarlandstraße gesperrt werden.

Bisher sei die Lage in Hamburg laut Feuerwehr jedoch überschaubar. Verletzt wurde bisher niemand. Doch die Sturmböen sollen im Laufe des Abends anhalten. Die Feuerwehr ist weiterhin im Dauereinsatz. (Update 19:05 Uhr)

Die Feuerwehr Hamburg beseitigt einen Baum, der wegen Orkan Daniel umgestürzt war.
Wegen Orkan Daniel: Feuerwehr Hamburg im Dauereinsatz. © Sebastian Peters

Auch in Finkenwerder hat die Feuerwehr wegen Sturm Daniel einiges zu tun. An der Deichverteidigungsstraße kippte ein etwa 30 Zentimeter dicker Baum auf den öffentlichen Weg. Dieser liegt direkt an einer Flutschutzmauer und wird von Fußgängern und Fahrradfahrern gerne genutzt. Zum Zeitpunkt des Umstürzens war jedoch glücklicherweise niemand in der Nähe.

Schon am Mittag musste die Feuerwehr wegen eines Sturmeinsatzes zum Niendorfer Gehege ausrücken. Dort hing ein Ast über die Fahrbahn und stellte aus Sicht der Einsatzkräfte eine Gefahr für Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer dar. Der Baum wurde von der Feuerwehr beseitigt. Dafür musste die Straße Niendorfer Gehege in beide Richtungen voll gesperrt werden. (Update 19:17 Uhr)

Erstmeldung vom 1. Dezember 2021, 7:36 Uhr:

Sturmtief Daniel fegt über Norddeutschland: Wetterdienst warnt vor Sturmböen in Hamburg

Sturm in Hamburg.
Stürmisches Wetter sind Hamburger ja gewohnt, aber am Mittwoch, 1. Dezember 2021, warnt sogar der Deutsche Wetterdienst vor Sturmböen und Windgeschwindigkeiten bis zu 85 km/h in der Hansestadt und 115 km/h an der Nordseeküste.  © Carsten Rehder/dpa

In den Bereichen der Nordseeküste können Sturmböen von bis zu 115 km/h (32m/s, 63kn, Bft 11) aus nordwestlicher Richtung auftreten. In Hamburg hingegen wird mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 85 km/h (24m/s, 47kn, Bft 9) gerechnet. Diese Windpeitsche im Norden scheint so auch nicht nur Auswirkungen auf den Mittwoch zu haben, sondern vertreibt mit bis zu 140 km/h so insgesamt die wärmere Luft*. Kommt nun der Winter?

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Baum durch Sturm umgefallen. Feuerwehr im Hamburger Stadtpark im Einsatz
Die Hälfte des Baums, die bereits umgekippt ist, wird mit Kettensägen zerkleinert. (Archivfoto) © Sebastian Peters

Besonders gefährlich ist bei Wind, Sturm und Orkanböen der Aufenthalt in der Nähe von Bäumen. Größere Äste können durch den starken Wind abbrechen und herabstürzen. Ganz generell sollte man heute auf herabfallende Gegenstände achten, so der Deutsche Wetterdienst. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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