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Sturm in Hamburg: Wer jetzt für Schäden und Feuerwehreinsätze zahlt

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Von: Kevin Goonewardena

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Sturm „Ylenia“ hat massive Schäden in Hamburg hinterlassen. Welche Versicherungen zahlen jetzt? Was Sturm-Opfer wissen müssen, zeigt dieser Ratgeber.

Hamburg – Die Rede ist mal von 600, mehr als 750 oder gar mehr als 900 Einsätzen, zu denen die Feuerwehr Hamburg während des Sturmtiefs „Ylenia“ ausrücken musste. Und am Wochenende wird mit dem Sturm „Zeynep“ ein „richtiger Zerstörer“ in Hamburg erwartet. Es wird gar damit gerechnet, dass „Zeynep“ der heftigste Orkan der letzten 30 Jahre* werden wird.

Egal wie viele Einsätze es letztendlich waren oder wie viele kommen werden: Fakt ist, im Einsatz waren die Rettungskräfte mehrere hundertmal und werden es auch bei Zeynep sein. Und das nicht umsonst. Doch wer bezahlt eigentlich dafür, dass die Retter ausrücken? Und welche Versicherungen übernimmt welche Sturm- und Folgeschäden?

Name:Feuerwehr Hamburg
Vorangestellte Behörde:Behörde für Inneres und Sport (Leitung: Senator Andy Grote)
Gründung der Hamburger Berufsfeuerwehr:12. November 1872
Anzahl Standorte und Beschäftigte:18, rund 2900 (Stand 2019)

Feuerwehr in Hamburg im Einsatz: Dann muss der Anrufer selbst zahlen – und dann nicht

Nein, das Ausrücken der Feuerwehr ist nicht kostenlos, auch wenn nicht wenige Hamburger und Hamburgerinnen das glauben dürften. Zum einen, weil die wenigsten Erfahrungen mit Einsätzen und somit auch den damit eventuell zusammen hängenden Kosten gemacht haben dürften.

Doch vor allem dürfte eine Annahme weit verbreitet sein: Solange der Notruf nicht missbraucht wird – also Feuerwehr, Krankenwagen oder die Polizei nicht ohne vorliegende Notsituation gerufen werden – der Einsatz zumindest dem Anrufer persönlich nicht in Rechnung gestellt wird. Schließlich sei Hilfe erforderlich und Polizei & Rettungskräfte irgendwo ja auch Allgemeingut. Wenn überhaupt, so könnte man schließen, zahle man indirekt - durch die Steuern. Dem ist jedoch nicht so.

Aber: Auch nicht jeder Einsatz der Feuerwehr in Hamburg muss bezahlt werden.

Die Feuerwehr Hamburg muss nach einem Sturm in Hamburg einen herabgefallenen Baum Beiseite schaffen.
Orkan in Hamburg: Schwere Sturmböen für Hamburg vorhergesagt. © Dominick Waldeck/Blaulicht-News

Keine Gebühren fallen dann an, wenn sich der Einsatz um Brandbekämpfung, wie vor wenigen Tagen in Harburg, die Rettung von Menschen- oder Tierleben, Katastrophenhilfe oder um die Beseitigung von Verkehrshindernissen, etwa einem auf die Fahrbahn gestürzten Baum, geht. Das schreibt auch das Hamburger Abendblatt.

Andere Einsätze hingegen kosten. Darauf verweisen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Notrufzentrale, die, die Anrufe unter der Nummer 112 entgegennehmen. Dabei richten sich die Kosten nach Aufwand und tatsächlicher Dauer des Einsatzes im Anschluss. Klar, dass da schnell mehrere Hundert Euro zusammenkommen.

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Sturmschäden durch Ylenia, Zeynep und Co: Wann zahlt welche Versicherung

Während der Anrufer oder die Anruferin für bestimmte Einsätze der Feuerwehr also selbst aufkommen muss, greift für gewöhnlich bei Sturmschäden der Versicherungsschutz. Vorausgesetzt, man hat einen. Doch einen pauschalen Schutz gegen Sturmschäden wie von „Ylenia“, „Zeynep“ und Co verursacht gibt es nicht. Unterschiedliche Schäden werden von unterschiedlichen Versicherungen abgedeckt. Welche Versicherung für welchen Schaden aufkommt, entscheidet sich im Einzelfall.

Eine Wohngebäudeversicherung greift etwa dann, wenn das Haus durch einen umgestürzten Baum beschädigt wurde. Inbegriffen sind hier auch Folgeschäden, etwa verursacht durch Regen, der Dank des beschädigten Dachs ins Haus eindringen konnte. Wichtig: Entstandene Schäden sollten der Versicherung möglichst bald angezeigt werden, rät die Verbraucherzentrale.

Schäden an der Wohnungseinrichtung zahlt, das dürfte den Meisten bekannt sein, die Hausratsversicherung – eine Versicherung also, die viele im Gegensatz zu einer Wohngebäudeversicherung auch abgeschlossen haben dürften. Werden die Schäden allerdings durch eindringendes Wasser in Folge von Überschwemmungen oder Starkregen verursacht, hilft eine zusätzliche zur Hausratsversicherung abgeschlossene Elementarschadenversicherung.

Sturm gilt ab Windstärke 8

Ein allgemeiner Tipp: Voraussetzung für die Leistung der Hausrat-Versicherung: Es muss sich um ein Sturmereignis gehandelt haben. Stürmisch ist es ab Windstärke 8. Das entspricht einer Windgeschwindigkeit von 62 Stundenkilometern. Nach den Versicherungsbedingungen reicht es Verbraucherschützern zufolge, wenn eine Wetterstation in der Nähe eine hohe Sturmstärke gemessen hat oder auch Häuser in der Nachbarschaft ebenfalls beschädigt wurden.

Sturmschaden am Auto – Leistungen durch Teilkasko und Vollkaskoversicherung

Bei Autos, etwa verursacht durch herabfallende Äste, zahlt die Kfz-Versicherung den entstandenen Schaden, in Gänze oder in Teilen. Die Schäden dokumentieren Fahrzeughalter und -halterinnen am besten per Kamera. Nach der Meldung bei der Versicherung spricht man alles Weitere ab - etwa welche Werkstatt die Reparatur übernimmt. Weitere Beschädigungen müssen Betroffene aber minimieren. Das heißt, beispielsweise zerbrochene Scheiben so mit Folie abzukleben, dass kein Regen ins Auto kommt.

Eine Vollkaskoversicherung erweitert grundsätzlich die Leistungen einer Teilkasko. Sie übernimmt beispielsweise auch selbst verursachte Schäden, auch die Windstärke spielt keine Rolle mehr. Je nach Vertragsbedingungen und Schadenhöhe zahlt die Kaskoversicherung die Reparaturkosten, den Neu- oder Wiederbeschaffungswert. Eine vereinbarte Selbstbeteiligung müssen Versicherungsnehmer aber immer zahlen.

Sorgt der eigene Besitz bei anderen Menschen, etwa bei Nachbarn, für Schaden, kommt auch hier die Haftpflichtversicherung zum Einsatz. Etwa dann, wenn sich die Satellitenschüssel löst, das Gartenmobiliar, ein Trampolin vom Grundstück geweht wird und in der Umgebung Schäden verursacht. (mit dpa) *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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