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Studie zur Omikron-Variante: Kann Corona-Infektion eine Impfdosis ersetzen?

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Von: Jan Knötzsch

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Was bedeutet eine Omikron-Ansteckung für die Immunität? Ersetzt sie eine Impfung? Fragen, denen Wissenschaftler nachgegangen sind. Mit einem klaren Ergebnis.

Hamburg/Hongkong – Bei der Wahl zum „Unwort des Jahres“ hätte es wohl große Chancen. Jeder kennt es, jeder nutzt es, aber eigentlich würden wir es gerne aus unserem Sprachgebrauch verbannen – weil dann alles viel besser wäre. Und bekommen? Nein, das schonmal gleich gar nicht. Die Rede ist von Omikron. Jener Variante des Coronavirus, die über Wochen und Monate nicht nur Hamburg, sondern die Welt in Atem gehalten hat. Jetzt, so sagt ein Kieler Virologe, ist der Höhepunkt der Omikron-Welle überstanden. Und geht es nach einem Hamburger Virologen, dann ist auch die komplette Omikron-Welle in „ein, zwei Monaten durch“.

So ungewünscht die Omikron-Variante des Coronavirus auch sein mag: Ihre Existenz kann man nicht wegdiskutieren – das hat in der Hansestadt Hamburg unter anderem die Zeit der Corona-Pandemie gezeigt, in der Omikron mit über 90 Prozent die am weitesten verbreitete Variante war. Doch wo es negative Seiten gibt, gibt es auch einen Lerneffekt. In Studien. Eine solche aus Hongkong geht jetzt der Frage nach: Was bedeutet eine Omikron-Ansteckung für die Immunität?

SARS-CoV-2-Variante:Omikron
Erste Probe vom:9. November 2021
Erste Identifikation und Bezeichnung:24. November 2021 (in Südafrika und Botswana)
Einstufung als besorgniserregende Variante:26. November 2021 (durch die WHO)

Neue Corona-Studie aus Hongkong zur Omikron-Variante – darum geht es genau

Die Immunität gegen das Coronavirus – und damit im Idealfall eben auch gegen die Omikron-Variante – ist das, was alle wollen. Durch eine Impfung, für die es in Hamburg mit dem Vakzin Novavax ab Ende Februar Termine gibt. Durch eine Infektion mit der Omikron-Variante, die man sich am besten nicht freiwillig einfangen sollte – nur um der Infektion willen, um dann geschützt zu sein, wie Forscher und Mediziner bereits gewarnt haben. Und sicher eine der am meisten gestellten Fragen im Zuge der Corona-Pandemie und der Omikron-Variante: Wer hat eigentlich Superimmunität gegen das Coronavirus?

Auf Spritzen, Impfdosen und einem Pflaster ist mit Holzbuchstaben das Wort Omikron zu lesen.
Was bedeutet eine Omikron-Ansteckung für die Immunität? Dieser Frage sind Wissenschaftler aus Honkong nachgegangen. © Martin Wagner/imago

Die Omikron-Variante des Coronavirus, das belegt nun eine Studie von Wissenschaftlern aus Hongkong, die von der HKU Med – also der Universität Hongkongs – kommen, breitet sich schnell aus, hat aber gleichzeitig einen milden Verlauf. Was milde Verläufe angeht, gibt es übrigens auch eine Corona-Studie des UKE in Hamburg. Wie die Wissenschaftler aus Hongkong tausende Kilometer von Hamburg entfernt herausgefunden haben, verbreitet sich Omikron 70 Mal schneller als andere Coronavirus-Varianten, richtet dabei allerdings nur ein Zehntel der Schäden in der Lunge von mit der Omikron-Variante Infizierten an.

Studie aus Hongkong geht Frage nach: Können Antikörper eine Impfung ersetzen? Die Antwort ist deutlich

Heißt: Die Omikron-Variante ist 90 Prozent weniger gefährlich als andere Varianten des Coronavirus, so die Studie aus Hongkong. Selbige untermauert auch das, was bislang im Zusammenhang mit Corona-Infektionen bereits eine Vermutung war: En milder Verlauf der Corona-Infektion bedeutet, dass im Körper der infizierten Person weniger Antikörper gebildet. Diese sind bedeutsam, da sie im menschlichen Körper bei einer erneuten Ansteckung schneller auf das Virus reagieren und die Person schützen können. Fernab von Hamburg, wo jetzt im Einzelhandel und im Supermarkt diese Regeln gelten und diese Lockerungen für Norddeutschland im Gespräch sind, haben sich die Forscher in Hongkong bei der Studie auch mit einer ganz bestimmten Frage beschäftigt.

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Nämlich der, ob die Antikörper-Bildung bei einer Ansteckung die Corona-Impfung – Mit Johnson&Johnson geimpfte Hamburgerinnen und Hamburger benötigen übrigens eine Drittimpfung für den 2G-Plus-Status – die Impfung ersetzen können. Die Antwort der Forscher aus Hongkong fällt eindeutig aus: Nein, kann sie nicht. Das unterstreicht auch Prof. Dr. Carsten Watzl. Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie hat sich im sozialen Netzwerk Twitter zu diesem Thema geäußert.

Experte über Omikron: „Infektion kann eine Impfdosis ersetzen, zum vollständigen Schutz aber weitere Impfung notwendig“

„Auch die Infektion schafft Immunität. Aber Schutz gegen Omikron ist deutlich reduziert! Nach Impfung von Genesenen ist auch Schutz gegen Omikron messbar. Infektion kann eine Impfdosis ersetzen, zum vollständigen Schutz aber weitere Impfung notwendig“, twittert der Mediziner demnach und zieht auch eine weitere Studie aus Österreich heran, nach der Infizierte mit der Omikron-Variante „deutlich weniger neutralisierende Antikörper gegen Omikron als Geimpfte und Genesene und kaum Schutz gegen andere Varianten“ haben, konstatiert Watzl auf Twitter. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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