1. 24hamburg
  2. Hamburg

Studie: „Quasi untauglich“ – acht von neun Schnelltests versagen bei Omikron

Erstellt:

Von: Jan Knötzsch

Kommentare

Sie sind in der Corona-Pandemie unentbehrlich. Aber was taugen die Corona-Schnelltests überhaupt? In Bezug auf die Omikron-Variante ist das Resultat ernüchternd.

Hamburg/München – Die Prozedur ist inzwischen gängig: Das Wattestäbchen in die Nase, einen Abstrich nehmen, rein mit dem Stäbchen in die Lösungsflüssigkeit und dann ein paar Tropfen auf den Corona-Schnelltest. Anschließend warten. Und dann das Ergebnis sehen. Seit das Coronavirus Einzug gehalten hat, ist es fast schon normal geworden, sich selbst zu testen oder testen zu lassen, ob man sich infiziert hat oder nicht. Vor allem, seit die PCR-Tests Mangelware geworden sind – in der Hansestadt Hamburg war deswegen eine PCR-Test-Variante aus Wien kurzzeitig eine Diskussion wert –, ist die Nachfrage nach den Schnelltests gestiegen.

Doch wie zuverlässig sind diese Schnelltests eigentlich überhaupt? Wie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gerade erst offiziell mitgeteilt hat, variiert dies. Auch beim Nachweis einer Infektion mit der Omikron-Variante? Das hat ein Team an Forschern aus München getestet – und kommt dabei zu keinem guten Ergebnis.

SARS-CoV-2-Variante:Omikron
Erste Probe:9. November 2021
Erste Identifikation und Bezeichnung:24. November 2021 (in Südafrika und Botswana)
Einstufung als besorgniserregende Variante:26. November 2021 (durch die WHO)

Corona-Schnelltests erkennen Omikron-Variante schlecht: Nur zwei Tests sind in „vernünftigem Rahmen“

Eine Erkenntnis, die nicht nur in Hamburg, wo die 2G-Regel im Einzelhandel gefallen ist und sich Hamburg in Sachen Corona gerade locker macht, nicht unbedingt auf Begeisterungsstürme treffen wird. Zwar erwartet in Hamburg Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) einen „sehr freien Sommer“ und weitere Corona-Maßnahmen werden nach und nach fallen, doch neben einer Maskenpflicht werden wohl auch die Corona-Schnelltests noch unentbehrlich bleiben. Umso kritischer sind nun die Ergebnisse, die das Forscherteam der Ludwig-Maximilians-Universität um den Virologen Oliver Keppler in Bezug auf die Omikron-Variante und die Corona-Schnelltests herausgefunden hat.

Im Hintergrund Corona-Viren, der Schriftzug Omikron und ein Handy mit WHO-Logo. Im Vordergrund hält eine Hand einen Corona-Schnelltest.
Forscher aus München haben im Rahmen einer Studie herausgefunden, wie schlecht Corona-Schnelltests die Omikron-Variante des Coronavirus erkennen. (24hamburg.de-Montage) © Zuma Wire/Lobeca/imago

Virologe Keppler jedenfalls äußert sich im Bayerischen Rundfunk ernüchtert über die Ergebnisse der Studie zu den Corona-Schnelltests und ihre Verlässlichkeit bei einer Infektion mit der Omikron-Variante, die in Hamburg in der Vergangenheit bis zu 90 Prozent der Corona-Infektionen ausgemacht hat. Die Studie zeigt, dass acht von neun in der Bevölkerung häufig verwendete Corona-Schnelltests die Omikron-Variante schlechter nachweisen als eine Infektion mit der Delta-Variante des Coronavirus. Vor dem Hintergrund, dass gerade erst ein UKE-Professor zu einem entspannteren Umgang mit Corona aufgerufen hat, eine schlechte Neuigkeit.

Weil sie Omikron nicht erkennen: Corona-Schnelltests kein „Freifahrtschein“ – Arzt fällt hartes Urteil

Ganze zwei Tests der Studie aus München, so Keppler im Bayerischen Rudnfunk, lagen bei der Untersuchung in einem „vernünftigen Rahmen“ für den sogenannten höheren Viruslast-Bereich. Bereits in der zweithöchsten Viruslast-Kategorie hätten selbst diese Tests nur noch zehn Prozent der Omikron-Infektionen erkannt. Daher warnt der Münchener Virologe davor, einen negativen Schnelltest ein „Freifahrtschein“ anzusehen. In der Frühphase, so Keppler, versagen die Tests häufig. Das Ergebnis: keine wirkliche Sicherheit darüber, ob man nun infiziert sei oder nicht. Ein anderer Experte wird sogar noch deutlicher.

24hamburg.de-Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

„Bei geringer Viruslast“ seien die meisten Schnelltests „quasi untauglich“, erklärt der Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Laborärzte, Andreas Bobrowski, laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa), während in der Hansestadt Hamburg mit Johnson&Jonhson geimpfte Personen eine Dritt-Impfung für den 2G-Plus-Status brauchen, der nach wie vor noch bei einigen Dingen gilt – zum Beispiel in der Gastronomie, die deswegen gegen den Hamburger Senat Sturm läuft. Jedem sechsten Betrieb droht aufgrund der Corona-Maßnahmen die Insolvenz. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare