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Studie: Omikron-Höhepunkt mit 300.000 Infektionen am Tag – oder sogar mehr?

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Von: Kevin Goonewardena

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Über 200.000 Corona-Neuinfektionen täglich in Deutschland und Forscher rechnen noch mit einem höheren Wert. Wieso uns das trotzdem keine Angst machen sollte.

Hamburg – Das Freiburger Dreisamstadion besuchten vor der Pandemie im Schnitt 23.000 Menschen. Das sind so viele, wie etwa in Eisenhüttenstadt, in Quedlinburg oder Donauwörth leben. Keine Welt-, aber eben Städte. Kleine, solide, deutsche Mittelstädte, deren Namen man schon gehört hat. Der SC Freiburg belegte in der Saison 2019/2020 mit seinem Besucherschnitt bei Heimspielen übrigens den letzten Platz aller Bundesligisten. Im Dortmunder Stadion könnte ganz Lüneburg, Greifswald, Rosenheim oder Aschaffenburg Platz finden – und es würden noch tausende Plätze frei bleiben.

Städte als Parameter eignen sich gut, um Dimensionen zu veranschaulichen. Nun rechnen Experten mit bis zu 300.000 Corona-Neuinfektionen am Tag. Das wäre so, als würde sich von dem einen auf den anderen Tag ganz Mönchengladbach mit der Omikron-Variante anstecken*, Kiel, Rostock oder auch drei Mal Cottbus.

Kaum vorstellbar, oder? Und ein bisschen spooky. Und das ist nur ein Mittelwert.

Name:Robert-Koch-Institut
Sitz:Berlin
Aufsichtsbehörde:Bundesministerium für Gesundheit
Gegründet:1. Juli 1891
Präsident:Lothar Wieler

Studie: Dann haben wir den Omikron-Höhepunkt erreicht – und so schlimm wird es

Zu dem Ergebnis kommen Forscherinnen und Forscher der Humboldt Universität Berlin (HU) und des Robert-Koch Instituts (RKI), die eine gemeinsame Studie vorgestellt haben. Die Wissenschaftler haben anhand von Modellrechnungen den Höhepunkt der derzeit laufenden Omnikron-Welle berechnet, der den Ergebnissen zufolge Ende Februar/Anfang März erreicht werden soll. Den Forschern zufolge wird die Zahl der Neuinfektionen bis dahin noch zunehmen. Doch die Ergebnisse der Berechnungen schwanken erheblich: 5.000 bis 800.000 Neuinfektionen* ergaben die modellierten Pandemie-Verläufe der Experten.

Corona-Studie zu Omikron-Höhepunkt: Darum kommt es zu so starken Abweichungen bei den Zahlen

Dass sich die Zahlen so sehr voneinander unterscheiden, liegt daran, dass sie Annahmen viele Faktoren beinhalten, die auch den Forschenden nicht oder nicht genau bekannt sind. Wie schnell sich das Coronavirus in Hamburg von Person zu Person verbreitet, welchen Einfluss die Kontaktreduzierung der Infizierten hat und in welchem Maße sie überhaupt stattgefunden hat, fällt unter die Aspekte, die, die Forscher, nur annehmen können. Auch der Einfluss der Auffrischungsimpfung auf die Infektion beziehungsweise Nicht-Infektion ist noch nicht genau bekannt.

Doch trotz der hohen Zahlen, die, die Studie liefert, ist Angst unangebracht. Wie die Forscher ausdrücklich betonten, seien die Ergebnisse nicht als Prognose anzusehen. Die wichtigsten Erkenntnisse lassen sich schnell zusammen fassen und können Hoffnung geben: Bei allen unterschiedlichen Szenarien stand am Ende immer ein Höhepunkt der Omikron-Welle Ende Februar bis Anfang März.

Ein Mann lässt sich in Hamburg auf Corona testen und ein Schild mit dem Coronavirus und einer Kurve, die nach oben geht
Corona: Experten rechnen mit bis zu 300.000 Neuansteckungen mit der Omikron-Variante pro Tag in Deutschland. (24hamburg.de-Montage) © Christian Charisius/dpa/imago

RKI und Humboldt-Uni: Das sind die beiden wichtigsten Erkenntnisse der Forscher

Und: Mit einer Überlastung der Krankenhäuser rechnen die Wissenschaftler nicht. Aus gutem Grund: Die Realität belegt längst, dass die Zahl der Neuinfektionen zwar steigt, doch immer weniger stationär wegen Corona in einer Klinik behandelt werden müssen. Auch die Zahl der intensivmedizinisch zu betreuenden Fällen geht weiter zurück. Auch der mit steigenden Zahlen weiter steigende Inzidenzwert hat nicht mehr die Aussagekraft, wie bei früheren Wellen.

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Nicht nur Politiker aus dem schwarz-gelben Lager fordern deswegen nun das baldige Ende der Corona-Maßnahmen*, auch Politiker der Regierungsparteien um Bundeskanzler Olaf Scholz sprechen sich längst für einen Ausstieg aus. So plädierte Bremens SPD-Regierungschef Andreas Bovenschulte unlängst für Lockerungen der Corona-Maßnahmen* und die Eröffnung einer dementsprechenden Debatte um den Einstieg in den Ausstieg.

Auch Forscher wie der renommierte Direktor des Infektionszentrums am Hamburger Universitätskrankenhaus, Professor Ansgar Lohse, fordern deswegen bereits ein Überdenken der Corona-Strategie und Abschaffung der Maßnahmen.* *24hamburg.de, kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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