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Flughafen Hamburg: Verdi droht mit noch härteren Streiks – „Können noch anders“

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Von: Kevin Goonewardena

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Am Flughafen Hamburg hatte der Streik zuletzt wenig Auswirkungen. Doch die Gewerkschaft droht nun neue Streiks an. Und wehrt sich gegen Vorwürfe.

Hamburg – Die Gewerkschaft Ver.di hat sich zufrieden mit dem Verlauf des Streiks am Mittwoch, 27. Juli 2022, gezeigt. Denn auch am Hamburger Flughafen blieben im Verlauf des Tages so gut wie alle Maschinen der Lufthansa am Boden. Die Airline hatte rund 1000 für den 27. Juli 2022 geplanten Flüge aufgrund der Tarifauseinandersetzung streichen müssen. Besonders betroffen waren die beiden größten deutschen Lufthansa-Drehkreuze Frankfurt und München. Neben all den Problemen der vergangenen Wochen mit verloren gegangenen Koffern und Flugstreichungen infolge von Personalmängeln an den deutschen Flughäfen, ist der Streik des Bodenpersonals bereits die x-te Streikwelle von Flughafen-Beschäftigten in den vergangenen Monaten.

Name:Flughafen Hamburg
Adresse:Flughafenstr. 1-3, 22335 Hamburg
Passagiere (vor Corona, 2019)17,3 Millionen
Passagiere (bis Mai 2022)3,5 Millionen

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Streik Flughafen Hamburg: Verdi fordert fast 10 Prozent mehr Lohn – Kritik an Höhe zurückgewiesen

Die Gewerkschaft Ver.di fordert für die Beschäftigten 9,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 350 Euro mehr brutto im Monat. Für niedrige Lohngruppen würde diese Erhöhung sogar eine deutliche Lohnsteigerung im zweistelligen Bereich bedeuten, schreibt das Hamburger Abendblatt. Die Landesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Hamburg, Tanja Chawla, widerspricht der Kritik, dass die Forderungen zu hoch seien: „Ständig hört man, das sei eine viel zu hohe Forderung“, sagte sie. Und weiter: „Aber wenn wir sehen, wie teuer die Butter geworden ist, dann ist doch ganz klar, dass die Forderung gerechtfertigt ist.“

Nur das, was ihr hier tut, scheint irgendwie zu wirken.

Tanja Chawla, Landesvorsitzende DGB Hamburg
Streikende Beschäftigte am Münchner Flughafen
Warnstreiks der Verdi sorgten nicht nur in Hamburg am Mittwoch dafür, dass so gut wie alle Lufthansa-Flüge ausfielen. Bundesweit mussten 1000 Verbindungen gestrichen werden. Am stärksten betroffen waren die Flughäfen Frankfurt und München (Archivbild) © Matthias Schrader / dpa

Lufthansa Technik muss erhebliche Wirkung von Streik einräumen

Der Streik der Beschäftigten am Flughafen Hamburg scheint nicht nur aus Chawlas Sicht Wirkung zu zeigen, ein Sprecher der Lufthansa musste gegenüber dem Abendblatt einräumen, dass der Streik den Betrieb erheblich beeinträchtigt habe. „Die Hallen sind ziemlich leer“, sagte der Sprecher der Zeitung. Nur höchstens etwa 20 Prozent der Beschäftigten seien am Mittwoch am Arbeitsplatz erschienen. Passagiere hingegen tauchten oft gar nicht am Flughafen auf. Insgesamt waren deutschlandweit mehr als 130.000 Fluggäste von dem Streik betroffen.

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Wir können noch anders

Mira Ball, Gewerkschaftssekretärin für den Bereich Luftverkehr bei Ver.di Hamburg

Verdi: Nach drei Jahren ohne Lohnerhöhung Geduld aufgebraucht – „Können noch anders“

Den Kritikern, die der Gewerkschaft vorwerfen, schon nach zwei Verhandlungsrunden einen solch umfassenden Streik zu initiieren, hält Mira Ball, zuständige Gewerkschaftssekretärin der Ver.di in Hamburg für den Bereich Luftverkehr, entgegen, dass man seit drei Jahren keine Lohnerhöhung mehr habe finden können und die Geduld nun aufgebraucht sei. Sollte die Lufthansa in der nächsten Woche kein „anständiges Angebot“ vorlegen, so Ball, könne man „noch anders“, drohte sie mit weiteren harten Streiks. 

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Bis zur nächsten Verhandlungsrunde am kommenden Mittwoch sollen weitere Streiks jedoch erst einmal ausbleiben.

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