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Streik am Flughafen Hamburg: Andrang am Mittwoch – „Urlaub versaut, vielen Dank!“

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Von: Jakob Koch

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Nach dem Ausfall aller Abflüge am Dienstag werden durch den Streik auch Flüge am Mittwoch am Flughafen Hamburg stark ausgelastet sein. Viele Passagiere sind bedient.

Hamburg – Wut, Unverständnis, Tränen: Die Szenen am Flughafen Hamburg waren am Dienstag, 15. März 2022, infolge des Streiks teils emotional! Die schlechte Nachricht: Reisende am Hamburger Airport Helmut Schmidt in Fuhlsbüttel müssen sich auch am Mittwoch auf Nachwehen des ganztägigen Warnstreiks der Luftsicherheitskräfte einstellen.

Nach dem kompletten Ausfall aller Abflüge am Dienstag werden die Flüge am Mittwoch stark ausgelastet sein, wie die Flughafengesellschaft mitteilte. „Hamburg Airport erwartet ein besonders hohes Passagieraufkommen und zeitweise starken Andrang an den Sicherheitskontrollen.“ Der Rat an die Passagiere am Mittwoch: Alle Fluggäste werden gebeten, frühzeitig anzureisen, mehr Zeit einzuplanen und das Gepäck auf ein Minimum zu reduzieren.

Name (seit 2016):Hamburg Airport Helmut Schmidt
Passagieraufkommen (2021):5,3 Millionen
Beschäftigte (2016):15.000
Basis dieser Fluglinien:Eurowings und Condor

Dienstag alle Flüge gestrichen! Streik am Flughafen Hamburg auch am Mittwoch spürbar

Im laufenden bundesweiten Tarifkonflikt der Sicherheitskräfte an Flughäfen hatte die Gewerkschaft Verdi am Dienstag Beschäftigte in der Fluggastkontrolle und in der Personal- und Warenkontrolle zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Eigentlich waren für diesen Tag 87 Abflüge vorgesehen, doch alle Flüge wurden am Dienstag gestrichen! Um die ausgefallenen Flüge zu kompensieren, lägen bei den Fluggesellschaften bereits viele Umbuchungen für Mittwoch vor. „Mit jetzigem Stand sind morgen 102 Starts und 97 Landungen am Hamburg Airport geplant.“

Ärger am Flughafen: Passagierin ist bedient.
Verdi nutzt seine Streikmacht der Kontrolleure und legte Flughäfen lahm – auch in Hamburg. Passagiere sind bedient. (Symbolfoto) © AndreyPopov/imago

Passagiere wegen Streik am Flughafen Hamburg bedient: „Schämen solltet ihr euch!“

In der Hansestadt ist noch bis zum Wochenende Ferienzeit. „Wir wissen, dass in Hamburg noch Ferien sind, und wir wünschen allen von Herzen einen schönen Urlaub“, hatte Verdi-Verhandlungsführer Wolfgang Pieper gesagt. Für viele Passagiere keine akzeptable Begründung.

Auf Facebook machten sie ihrem Ärger Luft: „Schämen solltet ihr euch, in diesen Zeiten zu streiken. Eigentlich hattet ihr in den letzten zwei Jahren doch sowieso weniger zu tun, oder?“, fragt ein erboster Nutzer auf der Facebook-Seite des Hamburg Airport. Ein anderer schreibt ironisch: „Urlaub versaut, vielen Dank!“

Doch es gibt auch Stimmen, die die Maßnahmen der Streikenden verstehen: „An alle Reisende, ihr habt keine Ahnung, unter welch prekären Bedingungen für euch geschuftet wird. Hauptsache billig nach Malle kommen“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer schreibt: „Es tut mir leid für die Leute, die nach der Corona-Zeit jetzt in den Urlaub wollten, aber irgendwen trifft es immer, man kann nicht immer Rücksicht nehmen.“

Streik am Hamburger Flughafen: Verdi will neuen Tarifvertrag für Sicherheitskräfte

Verdi-Verhandlungsführer Wolfgang Pieper sagte, man sei wegen des Verhaltens der Arbeitgeber gezwungen, vor der Verhandlungsrunde am Mittwoch und Donnerstag Druck zu machen. Verdi und der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) verhandeln derzeit über einen neuen Tarifvertrag für bundesweit rund 25.000 Sicherheitskräfte. Drei Verhandlungsrunden waren ohne Ergebnis geblieben.

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Neben Hamburg waren am Dienstag, 15. März 2022, auch die beiden größten deutschen Drehkreuze München und Frankfurt betroffen, außerdem Stuttgart und Karlsruhe/Baden-Baden. Bereits am Montag hatten Sicherheitskräfte nach Gewerkschaftsangaben an den Flughäfen Düsseldorf, Berlin, Bremen, Hannover*, Leipzig/Halle, München und Köln/Bonn die Arbeit niedergelegt.

Verdi will einen Vertrag für zwölf Monate und darin die Stundenlöhne um mindestens einen Euro erhöhen. Die Gehälter der Gepäck- und Personalkontrolleure sollen das Niveau der Beschäftigten bei der Passagierkontrolle erreichen. Beschäftigte in der Flugzeugbewachung und der Bordkartenkontrolle sollen bundesweit einheitlich bezahlt werden. (mit dpa) * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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