1. 24hamburg
  2. Hamburg

Stillstand auf dem ehemaligen Holsten-Areal in Hamburg – Tschentscher schaltet sich ein

Erstellt:

Von: Steffen Maas

Kommentare

Eigentlich sollen auf dem Holsten-Areal in Altona längst über 1200 Wohnungen gebaut werden. Doch getan hat sich nichts. Jetzt meldet sich der Bürgermeister zu Wort.

Hamburg – Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat sich in die Diskussion um das ehemalige Holsten-Areal in Altona eingeschaltet. „Die Stadt hat ein großes Interesse daran, dass das Holsten-Areal in seriöse Hände gelangt“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Gleichzeitig betonte er, wolle die finanziell angeschlagene Adler Group das Grundstück doch noch selbst bebauen, werde es ohne die erforderlichen Nachweise des Adler-Projektentwicklers Consus Real Estate keinen Bebauungsplan geben. „Das heißt unter anderem auch sichere Finanzierungsnachweise“, betonte Tschentscher.

Name:Holsten Areal
Bezirk:Altona
Fläche:86.500 Quadratmeter

Holsten-Areal in Hamburg: Eigentümer Adler Group fährt Investitionen zurück – und will in Berlin bleiben

Zuletzt hatte es Spekulationen um einen möglichen Verkauf gegeben, weil sich die Adler-Group im Einvernehmen mit ihren Anleihegläubigern künftig nur noch in Berlin und mit begrenzten Investitionsausgaben tätig sein will. Adler hat seinen rechtlichen Sitz in Luxemburg, operativ tätig ist das Unternehmen jedoch von der deutschen Hauptstadt aus.

Eigentlich sollen auf dem 86.000 Quadratmeter großen Holsten-Areal mehr als 1200 Wohnungen entstehen, darunter rund 365 geförderte Mietwohnungen mit einer Mietpreis- und Belegungsbindung von 30 Jahren. Daneben soll es unter anderem Kitas, Geschäfte, Büros und einen Handwerkerhof geben. Tatsächlich passiert ist bislang jedoch wenig bis nichts. Das Areal liegt seit Jahren brach.

Holsten Areal Brauerei Altona Hamburg Tschentscher
Auf dem ehemaligen Gelände der Holsten-Brauerei in Altona tut sich seit Jahren wenig. Bürgermeister Tschentscher würde das Areal gerne in „sicheren Händen“ sehen – ob das die des aktuellen Eigentümers sind, ist unklar. (24hamburg.de-Montage) © Marcus Brandt/dpa/Christian Charisius/dpa

Ehemaliges Areal der Holsten Brauerei in Hamburg-Altona wechselte oft den Besitzer

Das Gelände war 2016 von der Carlsberg-Brauerei ursprünglich an die Düsseldorfer Gerchgroup verkauft worden. Anschließend wurde es mehrfach weiterveräußert, ohne dass auf dem Areal gebaut wurde. Durch die Bodenspekulationen vervielfachte sich der Preis des Grundstücks. Nach Angaben der Linken-Bürgerschaftsfraktion hätte die Stadt das Areal 2016 für rund 65 Millionen Euro kaufen können.

24hamburg.de-Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Stattdessen stehe es nun mit 364 Millionen Euro in den Adler-Bilanzen. Im Sommer hatte Bürgermeister Tschentscher gegenüber der dpa unterstrichen, dass die Stadt prinzipiell interessiert daran sei, der Adler Group das Grundstück abzukaufen – allerdings nicht zu jedem Preis. „Spekulative Grundstücksbewertungen akzeptieren wir dabei aber nicht“, hatte Tschentscher klargestellt.

Dass es in Hamburg auch anders gehen kann, zeigt das Plangebiet HafenCity 13: Neben spektakulären Einzelprojekten wie dem Elbtower und einem Holz-Hochhaus beschloss der Hamburger Senat jetzt den Bau von 1400 Wohnungen in Hamburgs jüngstem Stadtteil. (Mit Material der dpa)

Auch interessant

Kommentare