Neuer Stichtag

Steuererklärung 2020 vercheckt? Verlängerte Frist regelt alles!

  • Jens Kiffmeier
    vonJens Kiffmeier
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Neuer Stichtag, altes Leid: Für die Steuererklärung 2020 ist die Frist bis zum 31. Oktober 2021 verlängert – wegen Corona. Bundesrat muss jedoch noch zustimmen.

Hamburg – Homeoffice-Pauschale, Kurzarbeitergeld, Entlastungsbetrag: Die Corona-Krise hat viele Neuregelungen hervorgebracht, die die deutschen Steuerzahler in der Hansestadt Hamburg bei der Abgabe der Steuererklärung 2020 vor ganz neue Fragen stellen. Zur Entlastung der Steuerpflichtigen und des Finanzamtes hat der Bundestag deshalb eine Verlängerung der Abgabefrist um drei Monate beschlossen. Neuer Stichtag ist jetzt der 31. Oktober 2021. Wer sich professionell beraten lässt, hat sogar Zeit bis zum 31. Mai 2022. Doch Vorsicht: Der Bundesrat muss der neuen Deadline noch zustimmen.

Art der Steuererklärung 2020:Einkommenssteuer
Alte Abgabefrist:31. Juli 2021
Neuer Stichtag:31. Oktober 2021
Übermittlung:Per Post oder elektronisch via Elster-Verfahren

Beim Bund der Steuerzahler wurde eine neue Abgabefrist grundsätzlich begrüßt. „Die Corona-Pandemie verlangt Bürgern, Unternehmern und auch ihren Beratern einiges ab“, teilte der Verband dem Nachrichtenportal t-online mit. Deshalb sei es grundsätzlich richtig, die Frist zur Abgabe der Steuererklärungen zu verlängern. Und auch beim Deutschen Steuerberaterverband (DStV) ist man erleichtert. „Diese Nachricht lässt den Berufsstand ordentlich aufatmen“, sagte DStV-Präsident Harald Elster dem Portal.

Steuererklärung 2020: Verlängerung geplant – Frist für Abgabe ist jetzt der 31. Oktober 2021

Der Vorstoß kam von CDU und SPD. Die beiden Regierungsfraktionen hatten im Bundestag einen Antrag auf Fristverlängerung gestellt. Hintergrund sind zahlreiche Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wie das kürzlich verlängerte Kurzarbeitergeld, die Homeoffice-Pflicht oder die Kita-Freibeträge, die am Ende von den Empfängern in der Steuererklärung 2020 mit angegeben und von den Finanzämtern bearbeitet werden müssten. Diese unvorhergesehenen Regelungen stellten die Steuerpflichtigen und die Steuerberater „in besonderer Weise vor zusätzliche Anforderungen“, wie es in dem vom Bundestag beschlossenen Antrag heißt.

Die Frist für die Steuererklärung 2020 ist verlängert: Steuerzahler haben jetzt bis zum 31. Oktober 2021 mit der Abgabe Zeit. (24hamburg.de-Montage)

Demnach soll das Abgabedatum um drei Monate auf den 31. Oktober verschoben werden. Bislang galt in diesem Jahr für das Einreichen der Steuerunterlagen der 31. Juli 2021 als Stichtag. Allerdings muss der Bundesrat dem neuen Datum noch zustimmen. Erst dann haben alle, die zu einer Steuererklärung verpflichtet sind, eine endgültige Gewissheit. Es wird aber erwartet, dass die Länderkammer das Vorhaben nicht mehr blockiert* und noch im Juni grünes Licht gibt, wie merkur.de berichtet.

Erklärung zur Einkommenssteuer 2020: Bundesrat muss dem neuen Stichtag noch zustimmen

Wer das oftmals lästige Thema bisher vor sich hergeschoben hat und trotzdem noch die Kosten für das Homeoffice richtig absetzen will*, der gewinnt also noch ein wenig Zeit. Doch aufgepasst: Komplett ignorieren sollte man die Fristen nicht. Denn säumigen Steuerzahlern können empfindliche Strafen drohen. Für jeden angefangenen Monat, den die Steuererklärung zu spät ist, kann das Finanzamt 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer als Verspätungszuschlag kassieren. Beispiel: Werden die Unterlagen zehn Monate zu spät eingereicht, würden etwa bei einer fälligen Nachzahlung von 1000 Euro rund 250 Euro an Bußgeld drohen.

Das ist vielleicht ein Grund mehr, warum sich die Steuerzahler auch in diesem Jahr mit der Abgabe beeilen sollten – neuer Termin hin oder her. Ohnehin gilt für alle diejenigen, die eine Erstattung wollen: je schneller, desto besser. Denn das Finanzamt arbeitet streng nach Eingang ab. Darauf machte der Bund der Steuerzahler aufmerksam. „Wer später abgibt, bekommt entsprechend auch erst später seine Erstattung“, hieß es. * 24hamburg.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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