1. 24hamburg
  2. Hamburg

So soll der Neubau der Sternbrücke in der Schanze aussehen – doch es droht Ärger

Erstellt:

Von: Jakob Koch

Kommentare

„Diese Brücke ist ziemlich kaputt“: Für den Senat gibt es zum Neubau der 100 Jahre alten Sternbrücke keine Alternative. Doch der Entwurf stößt auf wenig Gegenliebe.

Hamburg – Monsterbrücke, Stadtbild- und Club-Killer: Die Kritiker der neuen Sternbrücke haben den Neubau bereits mit Namen bedacht, die alles andere als wohlwollend sind. Als die Deutsche Bahn, Bauherr der neuen Brücke, im Sommer einen neuen Entwurf für die Sternbrücke vorstellte, war die Kritik groß. Die Bahn versprach damals Besserung und eine Beteiligung der Anwohner im Entstehungsprozess. Die Ergebnisse wurden nun präsentiert. Für die Gegner der neuen Sternbrücke ist der Entwurf für den Neubau aber nach wie vor „mangelhaft“ – sie wollen dagegen klagen.

Bauwerk in Hamburg:Sternbrücke
Lage:Kreuzung Stresemannstraße und Max-Brauer-Allee
Erbaut:1925/1926
Kosten für Neubau:125 Millionen Euro (geplant)

Bahn plant Neubau der Sternbrücke in Hamburg: „Auf dem Weg zur neuen Sternbrücke geht es voran“

Ein Bestand der alten Brücke scheint ausweglos. Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) sagte im Sommer: „Diese Brücke ist aus Sicht des Senates ziemlich kaputt“, und der Neubau sei für den Bahnverkehr deutschlandweit wichtig, sagte Tjarks. Er räumte allerdings ein: „Es wäre nicht falsch gewesen, früher mehr Beteiligung anzubieten.“ Die Bahn ist zuversichtlich, dass dies nun erfolgreich gelingen kann. Auf dem Weg zur neuen Sternbrücke gehe es voran, heißt es von der Bahn. Und weiter: „Die neuen Gestaltungsentwürfe greifen die Ideen und Hinweise zur Brücke aus einer Kreativwerkstatt im Oktober 2021 auf und entwickeln diese zum Teil weiter“, teilte man in einer Pressemeldung mit.

Nach wie vor ist die Sternbrücke als Stabbogenbrücke geplant. Im neuen Entwurf wurden unter anderem die Bögen verschmälert. Außerdem sind die Querriegel als Verbindungsstücke zwischen den beiden Bögen neugestaltet, auch die Unterseite wurde ausgestaltet und illuminiert. Der Verkehr soll weiter vierspurig unter der Brücke durchrauschen. Erst im Frühjahr kam es zu einem schweren Unfall an der Sternbrücke.

Hamburg: Entwurf für Neubau der Sternbrücke vorgestellt.
Hamburg: Entwurf für Neubau der Sternbrücke vorgestellt. © DB/Ney & Partners/ rendertaxi/ architecture.visualisation

Der Streit um den Neubau der Sternbrücke schwelt bereits seit Jahren. Die Bahn möchte die knapp 100 Jahre alte und seit Jahren sanierungsbedürftige Sternbrücke durch einen rund 125 Millionen Euro teuren Neubau ersetzen. Der Baustart ist für Anfang 2023 geplant. Die Brücke über der Straßenkreuzung von Stresemannstraße und Max-Brauer-Allee zählt mit täglich mehr als 900 S-Bahnen, Regional- und Fernzügen zu den meistgenutzten innerstädtischen Gleisabschnitten in Deutschland. Unter ihr passieren täglich etwa 50.000 Fahrzeuge das Bauwerk.

„Dieses Monstrum passt in keinster Weise“: Kritik von der Linken, Initiative plant Klage gegen Neubau der Sternbrücke

Kritiker des neuen Entwurfs bringen sich bereits in Stellung. Linken-Verkehrsexpertin Heike Sudmann: „Wie befürchtet, hat sich nichts an den Ausmaßen der Sternbrücke geändert. Egal, wie oft betont wird, es sei ein filigranes Bauwerk: Dieses Monstrum passt sich in keinster Weise in den Stadtraum ein. Alle Welt spricht von der Klimakrise und der notwendigen Reduzierung des Autoverkehrs. Doch die Verkehrsbehörde hat bis heute keine Vorstellung, wie viel Verkehr sie unter der Brücke in Zeiten der Klimakrise überhaupt noch vertretbar findet“, so Sudmann.

Wie geht es jetzt weiter? Die Bahn möchte im nächsten Jahr mit den Bauarbeiten beginnen – 2027 soll das Bauwerk seinen Betrieb aufnehmen. Doch die Gegner des Neubaus bringen sich erneut in Stellung: „Die Planung ist und bleibt so mangelhaft, dass sie nach Einschätzung unserer Anwältinnen und Anwälte vor Gericht keinen Bestand haben wird“, sagte ein Sprecher der Initiative Sternbrücke dem Hamburger Abendblatt. Derzeit werden gemeinsam mit Partnern und privaten Eigentümern Verbands- und Privatklagen vorbereitet. Sie wollen vor allem verhindern, dass Bäume oder Gebäude dem Neubau weichen müssen.

Auch interessant

Kommentare