1. 24hamburg
  2. Hamburg

Tierpark Hagenbeck: Beklemmendes Video von Elefantendame aufgetaucht

Erstellt:

Von: Stella Henrich

Kommentare

Dickhäuterdame im Hamburger Zoopark benimmt sich verhaltensgestört. Tierschützer üben jetzt scharfe Kritik. Videoaufnahmen sollen die Folgen der Gefangenschaft zeigen.

Hamburg ‒ Auf den ersten Blick sieht es aus, als würde die Elefantin ein paar Tanzschritte einzustudieren. Immer wieder geht sie einen Schritt vor und wieder zurück, hebt dabei das linke Bein, zieht es angewinkelt ein wenig in der Luft zurück, setzt es danach wieder auf dem sandigen Boden ihres Geheges auf und startet erneut mit der Schrittfolge. Die Elefantendame steht dabei im Kreise ihre Artgenossen, die nicht den Anschein machen, als seien sie über dieses Verhalten irritiert. Doch als Betrachter dieser Videoaufnahmen ist man irgendwie besorgt. Benimmt sich so ein gesunder Dickhäuter?

Bei der Elefantendame handelt es sich um die 33-jährige Lai Sinh aus dem Hamburger Tierpark Hagenbeck. Über das Video berichtete die Hamburger Morgenpost. Die Auffälligkeiten sind seit mehreren Jahren bekannt. Eine Biologin der Tierschutzorganisation Peta übt bei t-online daraufhin scharfe Kritik. „Wir haben auch Videos aus dem Sommer 2022, die das gleiche Tier zeigen.“ Auch diese sollen belegen, dass Lai Sinh minutenlang vor- und zurückgeht. Das sei eine „extreme Verhaltensstörung“ und eine direkte Folge der Gefangenschaft“, erklärt Biologin Yvonne Würz. Denn laut Würz laufen Elefanten pro Tag etwa 25 Kilometer. Was in einem kleinen Tiergehege natürlich so nicht möglich ist.

Verhaltensgestörte Elefantendame: Das Tier hat diese Auffälligkeiten bereits bei ihrer Ankunft vor fast 30 Jahren im Zoo gehabt

Dem Vorwurf, das Tier leide unter einer Störung, widerspricht der Tierarzt des Hamburger Zoos vehement und kommt zu dem Schluss: Es deute „absolut nichts darauf hin“, dass Lai Sinh unter ihrem Verhalten leide oder beeinträchtigt sei. Das Tier fühle sich bei Hagenbeck wohl und zeige kein Stressverhalten, wird der Zootierarzt bei t-online zitiert. Die Elefantenkuh aus Vietnam habe die beschriebenen Verhaltensmuster schon bei ihrer Ankunft in Hamburg vor fast 30 Jahren gezeigt. Mit diesen Worten wischt der Tierpark die Vorwürfe der Tierschützerin vom Tisch.

Auch das Portal Zoos Medien-Echo springt dem Hamburger Zoopark zur Seite. Peta sei bekannt für Lügen, die Peta-Biologin habe mal wieder falsch „seelisches Leiden“ attestiert - als direkte Folge der Gefangenschaft. Gleichzeitig könne sie aber nicht erklären, warum dann die anderen Tiere in Hagenbeck nicht das gleiche Muster zeigten.

Verhaltensgestörte Elefantendame - Zoos stehen oftmals in der Kritik

Dabei stehen Tierparks nicht allein wegen der oftmals wenig artgerechten Haltung ihrer Tiere in der Kritik der Tierschutzorganisation Peta. Die Tiere würden in Zoos zur Schau gestellt. Jedes zweite Tier in NRW sei sogar verhaltensauffällig. Darüber hinaus hat aber auch Corona eine dramatisch finanzielle Lage in deutschen Zoos verursacht. Inzwischen soll es Listen geben, welches Tier als Erstes geschlachtet werden muss. Auch der Tierpark Hagenbeck spart, wo er nur kann. Das privat finanzierte Unternehmen erhält nach eigenen Angaben keine städtischen Zuwendungen.

Allein die monatlichen Energiekosten liegen demnach im sechsstelligen Bereich. In diesem Jahr rechnet der Zoo mit einer Kostensteigerung von mindesten 20 bis 30 Prozent. Derzeit leben mehr als 1850 Tiere dort. Laut dpa liegen die täglichen Kosten für Futter, Pflege, Strom, Wasser und vielem mehr bei rund 41.000 Euro.

Peta macht sich aber nicht nur für Tiere in Gefangenschaft stark, sondern auch für die Haltung von Rindviechern im ländlichen Raum - wie diesen im Miesbacher Landkreis. Doch auch diesen Einsatz sieht nicht jeder Landwirt gern.

Auch interessant

Kommentare