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Stau-Chaos: Hamburgs Verkehr doch besser als sein Ruf? Das sagt neue Studie

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Von: Kevin Goonewardena

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Hamburg gilt als Stau-Stadt schlechthin. Doch ist dem wirklich so? Resultate von Studien müssten oft anders gelesen oder in den richtigen Kontext gesetzt werden.

Hamburg – In unschöner Regelmäßigkeit, anders kann man es kaum nennen, erscheinen Berichte die, die Hansestadt Hamburg, in Sachen Verkehr in keinem besonders guten Licht dastehen lassen und den Ruf von Hamburg als Stadt in der, der Verkehr, nicht funktioniert, untermauern. Erst kürzlich wurde bekannt, dass es nur zwei deutsche Städte gibt, in denen die Autofahrer im Jahr mehr im Stau stehen, als in Hamburg.

Zudem weist Hamburg die meisten Straßenabschnitte unter den Top 10 der stauanfälligsten Strecken der Republik auf. Verkehrssenator Anjes Tjarks prognostizierte gar, Jahrzehnte anhaltende Staugefahr für die Hansestadt. Doch auch der ÖPNV in Hamburg fällt in Untersuchungen immer wieder durch Schwächen und den teuersten Ticketpreisen Deutschlands auf. Doch ist das Problem etwa gar nicht so groß ? Das jedenfalls legt eine neue Untersuchung nahe.

Name:Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche:755,2 km²
Länge des Straßennetzes:rund 4000 Kilometer
Schienennetz:rund 253 Kilometer (147, S-Bahn-Netz und 106 U-Bahn-Netz)
Amtierender Verkehrssenator:Anjes Tjarks (Die Grünen, seit 2020)

Staus-Stadt Hamburg: Untersuchungsergebnisse falsch oder aus dem Kontext gerissen

Untersuchungsergebnisse dieser Art und gerade Medienberichte und die Aussagen von Politikern über jene lassen natürlich zuerst einmal die Alarmglocken schrillen. Und das nicht zu unrecht. Dennoch ist so manches Resultat aus dem Kontext gerissen oder schlicht falsch und somit lohnt es sich, genauer hin zu schauen.

Die Wochenzeitung „Die Zeit“ hat sich die eingangs erwähnte Untersuchung zu der Anzahl der Stunden, in denen man in Hamburg pro Jahr im Stau steht, genauer angesehen. Zuerst einmal bezieht sich der unrühmliche Umstand dass die Stadt die meisten Straßenabschnitte der Top 10 aller Straßen Deutschlands stellt, an denen man am längsten im Stau steht, auf das abgelaufene Jahr 2020. 2021 ist die Elbmetropole gar nicht mehr in dieser Liste gelistet, berichtet wurde darüber nicht.

Stau-Stadt Hamburg: Zeitung macht Opposition schwere Vorwürfe

„In Hamburg erzeugen Oppositionsparteien und einige Lokalmedien seit Jahren die Illusion, nur in dieser Stadt gehe es im Stoßverkehr langsam voran und nur hier bildeten sich vor Dauerbaustellen Autoschlangen“, schreibt „Die Zeit“ und gibt damit unter anderem der CDU-Fraktion eine Mitschuld an dem schlechten Bild, dass die Stadt und ihr Verkehr haben.

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Stau-Stadt Hamburg: Welcher Stau ?

Doch in der Untersuchung, so zitiert „Die Zeit“ aus dem Kleingedruckten, gehe es im Grunde genommen nicht um Stau, sondern um „um den Unterschied zwischen einer Fahrt zu Stoßzeiten im Vergleich zu einer Nachtfahrt bei geringem Verkehrsaufkommen.“ Das ist ein Unterschied, denn „der angebliche Stau ist demnach in Wirklichkeit ein relativer Geschwindigkeitsverlust“, schreibt „Die Zeit“ weiter – und das ist etwas anderes.

47 Stunden im Jahr, so das Ergebnis, verlieren Autofahrer in Hamburg Zeit und bescheren der Stadt einen wenig erfreulichen dritten Platz. Doch die folgenden Platzierungen lassen den Platz Hamburgs in einem anderen Licht stehen: Die deutlich kleineren Städte Potsdam (46 Stunden), Pforzheim (44 Stunden) und Düsseldorf (43 Stunden) nämlich bekleiden diese. Man könnte auch sagen: In einer Stadt wie Pforzheim (126.016 Einwohner) fließt der Verkehr fast genauso schlecht wie in Hamburg, wo fast 1,9 Millionen Menschen leben.

Auf der linken Seite des Bildes sind ein Baufahrzeug und Baustelleschilder zu sehen. Im rechten Bildteil ein Autofahrer, der wütend schreit.
Stressfaktor Stau: Hamburgs Autofahrerinnen und Autofahrer sind genervt, der Senat ist sich keiner Schuld bewusst. (24hamburg.de-Montage) © agefotostock/imago & Hanno Bode/imago

Stau-Stadt Hamburg: Verkehrsbehörde macht doch gar keine so schlechte Arbeit

Wie schon erwähnt, ist Hamburg in diesem Jahr gar nicht in der Liste vertreten. „Die Zeit“ stellt fest, dass es Hamburgs Verkehrsbehörde also irgendwie gelingen müsse, die Straßen zu sanieren und den Verkehrsfluss aufrecht zu erhalten oder so gar zu verbessern. Und sie erinnert über den ganzen Bericht hinweg, an die Rolle von Medien und Politikern bei der Entstehung und Festigung eines Images. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDDIA.

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