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Statistik belegt: Fahrradfahrer sind die schlimmeren Verkehrsteilnehmer

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Von: Sebastian Peters

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Die Hamburger Polizei hat 281 Personen und 311 Fahrzeuge kontrolliert. Die Statistik zeigt ein klares Ergebnis, wer die größeren Verkehrssünder sind.

Hamburg – Insgesamt waren rund 40 Polizisten verschiedener Abteilungen im gesamten Hamburger Stadtgebiet unterwegs und haben eine „Schwerpunkteinsatz“ durchgeführt. Am Dienstag, 10. Mai 2022, startete die großangelegte Kontrolle. In Hamburg-Neustadt, Harvestehude, Wandsbek und Harburg legten sich gegen 07:30 Uhr die Beamten „auf die Lauer“.

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Großkontrolle belegt klar: Radfahrer verstoßen häufiger gegen Verkehrsregeln als Autofahrer

Und laut der Statistik mussten die Polizisten auch nicht lange warten. Insgesamt haben die Einsatzkräfte 281 Personen und 311 Fahrzeuge kontrolliert. Dabei fällt eines besonders ins Auge. Die Autofahrer kommen erstaunlich „gut“ weg. Von insgesamt 308 Ordnungswidrigkeitsverfahren fallen nur 39 Stück auf Kraftfahrzeugführer. Der Rest wird hauptsächlich dem Fahrradverkehr gutgeschrieben. Eine kleine Summe der Verfahren trifft auf E-Scooter oder Fußgänger zu.

Ordnungswidrigkeitsverfahren:Fahrradverkehr
Befahren der falschen Radwegseite, des Gehweges oder Fahren in einer Fußgängerzone115
Rotlichtmissachtung104
Verbotswidriges Nutzen eines Mobiltelefons5

Eine Statistik, die insbesondere den Autofahrer eines bestätigen mag. Radfahrer scheinen die schlimmeren Verkehrsteilnehmer zu sein. Oder? Durch die nun veröffentlichen Zahlen der Polizei Hamburg lässt sich einiges erschließen. Zum Beispiel fahren über 100 Radfahrer über Rot (Rotlichtmissachtung). Bei dem Autofahren sind es nur 2 Fahrer, die es mit den Farben nicht so ganz verstanden haben. Da sind selbst die E-Scooterfahrer schlimmer. Davon wurden ganze neun Personen erwischt, wie sie über Rot gefahren sind. Bei dem Fußgänger lediglich zwei Missachtungen.

Ordnungswidrigkeitsverfahren:Autofahrer
Parken auf Geh- und Radwegen27
Verbotswidriges Wenden6
Verbotswidrige Nutzen eines Mobiltelefons2
Rotlichtmissachtung2
Abgelaufene Hauptuntersuchungen2

Das war allerdings nicht der erste Einsatz der Polizei Hamburg, der aufzeigte, dass Radfahrer sich im Straßenverkehr nicht immer an die Regeln halten. Bereits am 19. Oktober 2021, ist die Hamburger Polizei mit über 200 Einsatzkräften auf die Straße gegangen, um eine Großkontrolle im gesamten Stadtgebiet durchzuführen. Auch hier mit einem klaren Ergebnis. Bereits am Mittag konnte man in einer Zwischenbilanz sehen, mehr als 120 Radfahrer sind über Rot gefahren. Zusätzlich seien noch 43 Radfahrer auf der falschen Seite gefahren. Sogenannte „Geisterfahrer“ verursachen immer wieder schwerere Fahrradunfälle.

Bei der Kontrolle am Jungfernstieg wurde ein Scooter Fahrer zur Kasse gebeten. Er fuhr zuvor auf dem Fußweg.
Großkontrolle der Polizei. Dabei wird scheinbar klar, Fahrradfahrer verstoßen häufiger gegen Verkehrsregeln. (Archivfoto) © Elias Bartl

Leider schauen sich auch kleine Kinder häufig das Verhalten von anderen Fahrradfahrern ab, die noch „eben schnell“ über Rot fahren. Wie auch in Hamburg-Neugraben. Im Dezember 2021 ist ein elfjähriges Mädchen „nur schnell“ über eine gerade rot gewordene Ampel gefahren. Ein Linienbus erfasste damals das Kind. Nur wenig später ist im gleichen Stadtteil zu einem weiteren schweren Unfall mit einem Radfahrer gekommen. Nach damaligem Ermittlungsstand ist ein Radfahrer auf einem Zebrastreifen gegen ein Lastwagen gefahren. Wäre der Radfahrer am Zebrastreifen abgestiegen, wie es auch die Verkehrsregeln verlangen, wäre es mutmaßlich nicht zum Unfall gekommen.

Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) §1 Grundregel: Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht

Aber nicht immer haben die Radfahrer „schuld“. Besonders bei sogenannten Abbiegeunfällen haben die Radfahrer häufig überhaupt keine Chance, auszuweichen oder anders zu reagieren. Wie auch ein Fall aus dem Februar 2022 zeigt. Bei einem Abbiegevorgang eines Lastwagens wurde ein 14-jähriges Mädchen verletzt. Zum Glück nur leicht!

Jeder Verkehrsteilnehmer sollte sich aber eins zu Herzen nehmen. Nämlich die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) §1 Grundregel:
(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.
(2) Wer am Verkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

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