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Starkregen: Wo die Gefahr in Hamburg am größten ist

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Von: Fabian Raddatz

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Wird Hamburg weggeschwemmt? Extrem-Wetter wird weiter zunehmen, befürchten Experten. An diesen Ort trifft der Klimawandel die Hansestadt besonders hart.

Hamburg – Regen, das ist für Hamburger nichts Neues. Winter, Sommer, Frühling, Herbst – in Hamburg regnet es nun mal. Eine norddeutsche Weisheit besagt: Regen ist erst, wenn die Heringe auf Augenhöhe vorbeischwimmen. Und doch steigt mit dem Klimawandel eine ernste Gefahr. Die Rede ist von dem Wetterphänomen Starkregen.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Bürgermeister:Peter Tschentscher

So haben massive Starkregen-Fälle 2018 den Bezirk Bergedorf hart getroffen: Schlammgruben verschlangen Autos, Häuser brachen weg. Immer wieder sorgen schwere Stürme für Flughafen- und Bahn-Chaos. Experten befürchten, dass solche Extrem-Szenarien in der Zukunft noch zunehmen könnten.

Erst im März dieses Jahres wurde der Fischmarkt komplett überschwemmt. Und auch Orkan „Klaus“ wütete in Hamburg. Keine Frage: Der Klimawandel nimmt auch Hamburg in die Mangel.

Gefahr von Starkregen: Aktuelle und interaktive Karte soll warnen

Behördensprecher Jan Dube geht davon aus, „dass die Häufigkeit und Intensität dieser Extremwetterereignisse zunimmt“. Mit einer interaktiven „Starkregenkarte“ will die Behörde nun aufzeigen, welche Grundstücke besonders gefährdet sind. Praktisch für Grundstückseigentümer. Dube: „Eine wichtige Grundlage, um den Gefahren und Risiken durch Überflutungen vorbeugend zu begegnen.“

Der Fischmarkt mit der Fischauktionshalle ist während des Hochwassers überschwemmt
Extrem-Wetter in Hamburg: Starkregen und Hochwasser aufgrund des Klimawandels werden häufiger. © Daniel Bockwoldt/dpa

Mit dem Klimawandel nimmt auch in Hamburg die Zahl schwerer Wolkenbrüche zu. Allein in den vergangenen zehn Jahren wurden der Behörde zufolge 180 sogenannte Starkregenereignisse gezählt. 2018 seien bei dem Unwetter in Bergedorf binnen 60 Minuten 62 Millimeter Niederschlag gemessen worden. Noch heute sei man mit der Beseitigung der Schäden beschäftigt, sagte Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne).

Und auch ein Blick auf die aktuelle Wetterkarte zeigt: Die Lage ist explosiv, heftige Sturzfluten drohen*.

Klimawandel als Gefahr: Bundesländer beraten über besseren Stadtbau

Wohnbau, Nachverdichtung: Die Stadt Hamburg wird immer mehr versiegelt. Mit dramatischen Folgen: Das Regenwasser kann schlechter abfließen, muss oberirdisch abgeleitet werden. „Wenn wir uns nicht vorbereiten, treffen heftige Regenfälle auf immer stärker versiegelte Flächen mit abnehmender Möglichkeit für Versickerung, Rückhalt und Verdunstung von Regenwasser“, so Kerstan.

Daher seien die Anpassung an die Folgen des Klimawandels und die Schaffung von Versickerungsmöglichkeiten eine wichtige Aufgabe der Stadtplanung. Diese Klimafolgenanpassung ist am Donnerstag, 3. Juni 2021, auch Thema bei der Regionalkonferenz der Minister und Senatoren aus Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein in Hamburg.

Die Definition von Starkregen: Ab welcher maximalen Regenmenge pro Stunde gilt es als ein Starkniederschlagereignis

Von Starkregen spricht man bei großen Niederschlagsmengen je Zeiteinheit.

Experten geben hierbei die Warnungen in 3 Stufen aus, wenn voraussichtlich folgende Schwellenwerte und eine maximale Niederschlagsmenge pro Stunde überschritten wird:

Für die Planung und Dimensionierung von beispielsweise Stadtentwässerungsnetzen, Pumpwerken, Kläranlagen und Rückhaltebecken dienen statistische Auswertungen zu Starkniederschlagsereignissen als wichtige Grundlage.

Wo tritt Starkregen auf?

Starkregen kann überall auftreten und zu schnell ansteigenden Wasserständen und (bzw. oder) zu Überschwemmungen führen. Besonders häufig lässt sich Starkregen n den Tropen beobachten. Vor allem in der Regenzeit kann das zu sturzbachartigen Regenfällen führen.

Gleichzeitig haben diese Wetterphänomene in vegetationsarmen Gebieten und Landstrichen oft katastrophale Auswirkungen. Starkregen ist häufig eine Ursache für voranschreitende Bodenerosion. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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