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Stadtreinigung Hamburg: Waste Watchers kassieren über halbe Million an Bußgeldern

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Von: Kevin Goonewardena

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Rund eine halbe Millionen Euro haben Müllsünder der Stadt 2021 eingebracht. Doch das ist nicht der einzige Erkenntnisgewinn der Jahresbilanz der Stadtwerke.

Hamburg – Vielen Hamburger Bürgern und Bürgerinnen dürfte folgendes Szenario kein Unbekanntes sein: Vollbepackt mit einer großen Tasche oder gleich den ganzen Kofferraum des Autos beladen, wollte man nur eben kurz am Papiercontainer stoppen und sich auf dem Weg zum Einkaufen, zur Arbeit oder zu einem Termin mit den Kids, dem über Wochen angesammelten Gratiszeitungen, Paketkartons und Papierverpackungen entledigen. Doch: Der oder die Altpapiercontainer am nächsten Recyclingplatz sind bis oben hin voll.

Mehr noch: Der Müll der Anderen stapelt sich auf, neben den Behältern und in der umliegenden Umgebung. Blöd auch für einen selbst: Denn den eigenen Müll muss man zum nächsten Container bringen – und wer weiß, wie es da aussieht?

Nun hat die Stadtreinigung Zahlen zu Hamburgs Umweltsündern veröffentlicht.

Name:Stadtreinigung Hamburg
Adresse:Bullerdeich 19 in 20537 Hamburg
In kommunaler Hand:seit 1988 Landesbetrieb
Anzahl Mitarbeitende:rund 4000
Produzierter Müll Hamburger Bürger:202,5 Kilogramm. pro Kopf (2020)

Stadtreinigung Hamburg: Weniger Sauberkeitsverstöße – mehr wilde Müllablagerungen

Und die sehen so aus: 13.902 Sauberkeitsverstöße hat es im Jahr 2021 gegeben. Das berichtet das Abendblatt. Das sind 2000 Fälle weniger als im Jahr zuvor. Dennoch: Die 30 sogenannten Waste Watchers („Mülldedektive“) der Stadtreinigung Hamburg stoßen regelmäßig auf oben beschriebene Szenarien. Wie das Abendblatt schreibt, handelte es sich bei den Verstößen beinahe zur Hälfte um „wilde Müllablagerungen“ (6294 Fälle).

Überfüllte Müllentsorgungsplätze
Überquellende Mülltonnen, Kartons und Säcke, die neben den Behältnissen stehen: So wie hier sieht es in vielen Orten Deutschlands aus. Gerade die Zahl des neben den Containern entsorgten Mülls ist in Hamburg im Jahr 2020 gestiegen, während die Gesamtzahl der Entsorgungsvergehen zurückging. © Matthias Lohr/HNA

Dazu gehören etwa die Abfallberge, die vor allem in den Sommern der Corona-Pandemie aus Grünanlagen wie dem Stadtpark vermehrt von der Stadtreinigung entfernt werden mussten. Von den über 6000 Delikten entfallen 5657 auf die sogenannte „Beistellungen an den Sammelcontainern“. Also, das widerrechtliche Entsorgen des Mülls neben, auf oder in der Nähe von den dafür vorgesehenen Behältern, statt in selbigen. Während die Gesamtzahl der Vergehen sank, stieg die Zahl der „Beistellungen an den Sammelcontainern“ im vergangenen Jahr um 10 Prozent.

Stadtreinigung Hamburg: Mehr als eine halbe Millionen Euro Einnahmen durch Bußgelder

Gerade bei Papiermüll kommen die Mülldetektive den Verursachern meist auf die Schliche, denn viele Umweltsünder vergessen bei Kartons, Briefumschlägen und Altpapier ähnlicher Art die Adressaufkleber zu entfernen. Ein nicht ordnungsgemäß entsorgter, also neben den Container gestellter Karton kostet beispielsweise mindestens 30,00 Euro.

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Für die fast 14.000 erfassten Verstöße, so schreibt das Abendblatt, wurden 2021 Buß- und Verwarngelder von 559.419 Euro verhängt. 2020 waren es nur 426.000 Euro. Die Kosten der Entsorgung kommen für die Verursacher noch hinzu. Alleine von 2018 bis 2020 haben sich die Bußgelder vervierfacht, die vor jetzt vier Jahren noch bei knapp 104.000,00 Euro lagen. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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