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Sportvereine schlagen Alarm: Wegen Energiekrise fehlen Millionenbeträge

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Die steigenden Energiepreise treffen Sportvereine in Hamburg und Schleswig-Holstein hart. Sie bräuchten Finanzhilfen von ungefähr 13 Millionen Euro.

Hamburg – Angesichts der Energiekrise haben der Hamburger Sportbund (HSB) und der Landessportverband Schleswig-Holstein (LSV) Alarm geschlagen. „Die Lage für die Sportvereine ist bedrohlich“, sagte der HSB-Vorstandsvorsitzende Daniel Knoblich. „Bedrohlicher als in der Corona-Pandemie.“ Den HSB erreichten täglich mehrere Nachrichten, dass Vereine in Hamburg die hohen Energiekosten nicht mehr bezahlen könnten.

Name:Hamburger Sportbund (HSB)
Gegründet:1. Juni 1948 in Hamburg
Anzahl Vereine:865
Anzahl Mitglieder:497.900

Sportvereine in der Energiekrise: Es fehlen Millionenbeträge

Was sich Knoblich von der Politik wünsche, seien Planungssicherheit und eine Perspektive. Die Hansestadt Hamburg wolle betroffene Vereine mit einem neun Millionen Euro schweren Nothilfe-Fonds, ähnlich wie in der Corona-Pandemie, unterstützen. Innensenator Andy Grote kündigte bereits vor mehreren Wochen an, die Hamburer Sportvereine „nicht im Stich lassen“ zu wollen. Ob die veranschlagten neun Millionen Euro jedoch ausreichen? Knoblich: „In unseren Hochrechnungen kommen wir auf mindestens 13 Millionen Euro, die es bräuchte.“

Auch in Schleswig-Holstein sei die aktuelle Situation herausfordernder denn je. „Wir haben es mit drei im selben Zeitraum zusammenkommenden schwierigen Komplexen zu tun: der Corona-Pandemie, der Energiekrise und stark zunehmenden Flüchtlingszahlen“, sagte der LSV-Vizepräsident Thomas Liebsch-Dörschner.

Geflüchtete in den Sporthallen: „Verständnis“ für Doppelbelastung der Hallen

In fünf Hamburger Sporthallen, die den Clubs sonst kostenlos zur Verfügung stünden, seien nun Flüchtlinge untergebracht worden. „Dafür haben wir natürlich Verständnis“, sagte Knoblich. In Schleswig-Holstein appellierte Liebsch-Dörschner an die Kommunen – die Belegung von Sporthallen als Zufluchtsort sollte die letzte aller Möglichkeiten sein. „Wenn die Hallen erneut den Sportvereinen und auch den Schulen für den Schulsport nicht zur Verfügung stehen, wäre das fatal.“

Sportvereine Turnhalle Sport Energiekosten
Wertvolle Arbeit leisten die Sportvereine in Hamburg und Schleswig-Holstein. Sie schlagen jetzt allerdings Alarm: Viele Vereine können ihre hohen Energierechnungen nicht mehr bezahlen. (24hamburg.de-Montage) © Britta Pedersen/dpa/Christian Ode/Imago

Hinzu käme das nicht kalkulierbare Ausmaß der Energiekrise, das viele Vereine verunsichere, so Liebsch-Dörschner. Einige Vereine verzichteten zeitweise auf warmes Wasser in Wasch- und Duschräumen, überprüften Heizkörper und rüsteten auf LED-Lampen um. Sowohl in Schleswig-Holstein als auch in Hamburg wolle man bis zu 20 Prozent Energie einsparen.

Sportvereine im Norden: Erhöhung der Mitgliedsbeiträge kommt für die meisten nicht infrage

Wegen der steigenden Kosten die Mitgliedsbeiträge zu erhöhen, komme für die meisten Vereine nicht infrage – aus Sorge, erneut Mitglieder zu verlieren. Der HSB zählt nach eigenen Angaben rund 520.000 Mitglieder, der LSV Schleswig-Holstein sogar mehr als 770.000. Trotz der Energiekrise wollen sie Sportstätten und Schwimmhallen weiter offen halten.

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Die Probleme mit der Mitgliederstruktur und Energie-bedingte Finanzsorgen der Sportvereine in Hamburg und Schleswig-Holstein teilen auch die Verantwortlichen in Niedersachsen: Im Interview bezeichnete Reinhard Rawe, Vorsitzender des niedersächsischen Landessportbundes, die aktuelle Krise schlimmer als die Corona-Pandemie. (mit Material der dpa)

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