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Hamburgs Sportvereine von Energiekrise bedroht: „Mehrkosten von einer Million Euro“

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Von: Bona Hyun

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Hamburger Sportvereine sind wegen der Energiekrise existentiell gefährdet. Rufe nach Förderprogrammen werden lauter. Sportsenator Andy Grote reagiert. 

Hamburg – Kaum haben sich die Sportvereine und Fitnessklubs nach Corona erholt, stehen sie vor der nächsten finanziellen Krise. Die Energiekrise bringt nicht nur die Kulturbranche, wie die Elbphilharmonie, in Gefahr, sondern bedroht auch die Sportvereine der Hansestadt Hamburg. Die Mehrkosten für Energie der Hamburger Sportvereine betragen laut Abendblatt eine halbe bis eine Million Euro.

Besonders hart trifft es Vereine mit eigener Anlage und kleinen Fitnessstudios. Ausgaben für Strom und Gas würden sich dem Abendblatt zufolge bald vervier- und verfünffachen. In vielen, weiteren Bereichen müsse deshalb mehr gespart werden.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019) Eurostat
Bürgermeister:Peter Tschentscher
Vorwahl:040

Sportvereine Hamburg wegen hoher Energiekosten gefährdet – sie fordern Hilfe vom Staat

Wie diese Sparmaßnahmen genau aussehen, steh noch nicht fest. Derzeit laufen Gespräche mit dem Hamburger Fußball-Verband (HFV) und dessen Präsidenten Christian Okun, auf Flutlichtspiele zu verzichten. Möglich wäre es auch, sie in den Nachmittag zu verschieben und Trainingsbeleuchtungen zu reduzieren.

Eine leere Sporthalle und Geld
Die Sportvereine in Hamburg sind durch die Energiekrise bedroht – sie hoffen auf Förderprogramme des Staats. (24hamburg.de Montage) © Monika Skolimowska/dpa/Claus Bergmann/imago

Anordnungen für diese energiesparenden Maßnahmen gibt es allerdings noch nicht. „Obwohl wir uns bereits seit 2010 mit dem Thema Energieeinsparung beschäftigen, machen wir jetzt natürlich dicke Backen“, sagt zum Beispiel Hartmut Wirl, der Geschäftsführer des TuS Harburg-Wilhelmsburg dem Elbe-Wochenblatt. Vor allem die Schwimmhalle sei ein Energiefresser – einige Schwimmbäder in Hamburg drehten deshalb bereits das Gas ab.

Energiekrise trifft Hamburger Sportvereine hart – Kosten für energetische Sanierungen sind hoch

Um Energie zu sparen, haben zudem einige Vereine bei den Leuchtanlagen in den Hallen auf LED-Lichter umgestellte. Die Kosten für energetische Sanierungen sind teuer. Für die energetischen Sanierungen eines Gebäudes habe man, laut Boris Schmidt von der TSG Bergedorf, allein 500.000 Euro ausgegeben. Ein Drittel der Sportinfrastruktur und Umbauarbeiten würden bei den Sportvereinen liegen und nicht beim Staat. „Diese gesamtgesellschaftliche Herausforderung werden wir nur gemeinsam bewältigen können. Der gemeinnützige Sport muss hier explizit mitgedacht werden“, so Daniel Knoblich, Vorsitzender des Hamburger Sportbundes (HSB), gegenüber dem Elbe-Wochenblatt.

Sportvereine in Hamburg hoffen auf Förderprogramme – Gespräche über mögliche Modelle laufen

TuS-Geschäftsführer Hartmut Wirl schlägt Sondertarife für Vereine und eine Erhöhung der Betriebskostenbeihilfen vor. Der aktuelle Betriebskostenzuschuss werde den Sportbetrieb nicht sicherstellen können. Wird es bald ein Förderprogramm für Sportvereine geben? Zumindest diskutiert das Hamburger Sportamt zusammen mit dem Hamburger Sportbund über mögliche Modelle. Eine Herausforderung eines gebündelten Förderprogramms bleibt, dass die „Vereine unterschiedliche Formen der Energieversorgung“ haben, wie Sportstaatsrat Christoph Holstein (SPD) laut Abendblatt mitteilte.

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Sportvereine Hamburg stehen vor finanzieller Krise – Andy Grote (SPD) verspricht Hilfe

Bisher habe der Bund Förderprogramme nicht für Vereine geöffnet, sondern nur für Sanierungen der Sportstätten des Staates. Mögliche Unterstützung könnte bald aus Berlin kommen. Denn das soll sich ändern: Auf Initiative Hamburgs forderte die Sportministerkonferenz in München von der Bundesregierung ein weiteres Förderprogramm zur energetischen Sanierung verbands- und vereinseigener Sportanlagen.

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Innen- und Sportsenator Andy Grote (SPD) will den Vereinen finanziell unter die Arme greifen. Er wolle sie „nicht im Stich lassen“, zitierte das Abendblatt den SPD-Politiker aus Hamburg, wo es bereits mehrere Sparmaßnahmen gibt. „Wir wollen und müssen den Clubs jetzt helfen, mithilfe energetischer Modernisierung ihre Kosten zu senken und ihre Sportstätten durch Abkehr von fossilen Energieträgern und stärkerer Nutzung regenerativer Quellen zukunftsfest zu machen“, so Grote laut Abendblatt.

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