Kulturgut in der HafenCity

Hamburger Speicherstadt: Deutschlands schönstes Kulturerbe erleben

  • Thomas Fischhaber
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Speicherstadt Hamburg: Die historischen Lagerhäuser im Hamburger Hafen sind touristische Attraktion und wichtiges Weltkulturerbe zugleich

  • Die Speicherstadt Hamburg im Hamburger Hafen ist der größte historische Lagerhauskomplex der Welt.
  • Das Lagerhaus-Ensemble enstand zwischen den Jahren 1883 und 1927 auf tausenden Eichenpfählen.
  • Seit 1991 steht die Speicherstadt unter Denkmalschutz und seit 2015 gemeinsam mit dem benachbarten Kontorhausviertel und dem Chilehaus auch auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.

Hamburg – Das Lagerhaus-Ensemble der Speicherstadt Hamburg zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Freien und Hansestadt. Das ungefähr 26 Hektar große Gebiet zwischen Baumwall und Oberhafen war ursprünglich Teil des ehemaligen Freihafens. Seit dem Jahr 2008 gehört die Speicherstadt Hamburg verwaltungsrechtlich zum Stadtteil HafenCity im Bezirk Hamburg-Mitte.

Heute stehen in der Speicherstadt Hamburg noch fünfzehn von ursprünglich siebzehn Lagerhauskomplexen, die als Blöcke von A bis X (ohne F und I) alphabetisch nummeriert sind – die geplanten Blöcke Y und Z an der Ericusspitze wurden nie errichtet.

Speicherstadt Hamburg: Geschichte des ehemaligen Freihafenareals

Als Hamburg 1871 dem neu gegründeten Deutschen Kaiserreich beitrat, blieb die Hansestadt zunächst noch Zollausschlussgebiet, um den boomenden Handel in der aufblühenden Hafenmetropole nicht mit hohen Importzöllen zu gefährden. Aus diesem Grund vereinbarte die Stadt 1881 im Zollanschlussabkommen mit dem Deutschen Reich schließlich die Schaffung eines Freihafens – ein Gebiet im Hamburger Hafen, wo Hamburger Kaufleute weiterhin Importgüter zollfrei lagern, veredeln und verarbeiten durften: Die Speicherstadt Hamburg.

Wo heute die Speicherstadt Hamburg auf den Elbinseln Kehrwieder und Wandrahm steht, standen bis zum Baubeginn 1883 noch Wohnviertel mit Gebäuden aus dem 16. Jahrhundert. Kehrwieder war ein typisches Arbeiter- und Handwerkerviertel und stellenweise ähnlich eng bebaut wie die ehemaligen Gängeviertel-Wohnquartiere in der Altstadt und Neustadt. Während auf Wandrahm vorwiegend Bürger- und Kaufmannshäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert standen. Über 20.000 Menschen wurden zwangesumgesiedelt, um den Bau der heute so berühmten Lagerhäuser zu ermöglichen.

Pünktlich zum Beitritt in den Deutschen Zollverein eröffnete 1888 der erste Abschnitt der Speicherstadt Hamburg als Freihafengebiet. 1898 standen bereits zwei Drittel der Backsteingebäude und die Bauarbeiten im Osten des Lagerhaus-Ensembles endeten noch vor Beginn des Ersten Weltkriegs 1914. Die restlichen Blöcke der Speicherstadt waren schließlich 1927 fertiggestellt. Während der Luftangriffe der Allierten im Zweiten Weltkrieg nahm jedoch etwa die Hälfte der Bausubstanz Schaden, doch der Wiederaufbau bis 1967 verlief weitestgehend originalgetreu.

Speicherstadt Hamburg: Gespickt mit Sehenswürdigkeiten

Die Speicherstadt Hamburg ist an sich bereits eine beliebte Attraktion bei den Besuchern der Hansestadt, weshalb zahlreiche Anbieter mit ihren Barkassen nur zu gerne Hafenrundfahrten durch die Speicherstadt machen. Zu Fuß sind die sehenswerten Lagerhauskomplexe aber ebenfalls zu erkunden – am einfachsten geht das im Rahmen einer Führung.

In der Speicherstadt Hamburg reiht sich heute nicht nur ein Museum an das andere. Die historischen Gebäudekomplexe beherbergen auch eine Vielzahl an Restaurants, Cafés und Touristenmagnete wie die Kaffeerösterei – wo der Röstmeister den Kaffee direkt vor den Augen der Besucher im traditionellen Ambiente röstet. Außerdem führte Michael Batz, der auch für das wiederkehrende Kunstprojekt Blue Port Hamburg verantwortlich ist, bis 2018 all sommerlich in der historischen Kulisse der Speicherstadt den „Hamburger Jedermann“ als Freiluft-Theater auf.

Folgende Touristen-Attraktionen sind ebenfalls in der Speicherstadt Hamburg verortet: 

Speicherstadt Hamburg: Weitere Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

Von der Speicherstadt Hamburg sind zudem andere touristische Attraktionen nicht weit. Neben der „Elphi“ – der Elbphilharmonie – ist der Sandtorhafen am nächsten, der mit seiner Eröffnung im Jahr 1866 den modernen Hamburger Hafen begründete und heute als Traditionsschiffhafen mit zahlreichen historischen Schiffen die Besucher anlockt. Aber auch das benachbarte Kontorhausviertel mit dem markanten Bürogebäude Chilehaus sind einen Besuch wert.

Speicherstadt Hamburg: Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln

Das historische Lagerhaus-Ensemble der Speicherstadt Hamburg im Hamburger Hafen ist am besten mit der vom HVV betriebenen U-Bahn über die U3 Haltestelle Baumwall, die U1 Haltestelle Meßberg oder die U4 Haltestelle Überseequartier erreichbar.

Speicherstadt Hamburg: 40. UNESCO-Weltkulturerbe in Deutschland

Seit 5. Juli 2015 ist die Speicherstadt Hamburg gemeinsam mit dem angrenzenden Kontorhausviertel und dem dort ansässigen Chilehaus Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Das Resultat eines langjährigen Entscheidungsprozesses: Das Chilehaus stand schon seit dem Jahr 1999 auf der Vorschlagsliste aus Deutschland, zu der im Jahr 2007 dann noch die Speicherstadt Hamburg und das Kontorhausviertel hinzukamen. Weltweit gibt es nun schon über tausend UNESCO-Weltnatur- und Weltkulturerbestätten.

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