1. 24hamburg
  2. Hamburg

Spahn will auf Moderna setzen: Kritik von Hamburgs Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard

Erstellt:

Von: Kevin Goonewardena

Kommentare

Jens Spahn will die Abgabemenge von Biontech beschränken. Hamburgs Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard kritisiert ihn dafür und wirbt bei Bevölkerung um Geduld

Hamburg – Die Pläne von Jens Spahn, zukünftig den Impfstoff Moderna dem Biontech-Stoff des gleichnamigen Mainzer-Unternehmens und des US-Arzneimittelriesen Pfizer vorzuziehen, stoßen auf Kritik bei Gesundheitsexperten. So auch bei Melanie Leonhard, Sozial- und Gesundheitssenatorin in Hamburg. Sie äußerte sich am Sonntagabend, 21. November 2021, kritisch zu den Plänen und erinnerte an die große Aufgabe, vor die Impfzentren, Ärzte und Kliniken beim Verabreichen des Impfstoffes gestellt seien. Diese umfasse nämlich nicht nur die dritte Anti-Corona-Spritze, die sogenannte Booster-Impfung, sondern auch die zweite Auffrischungsimpfung und bei einigen Menschen sogar noch die Erstimpfung. Dazu seien alle verfügbaren Impfdosen notwendig, so die Senatorin.

Name:Melanie Leonhard
Geburtsdatum und -ort:14. Juli 1977 in Hamburg
Mitglied in der SPD:seit 1999
Stellvertretende Vorsitzende der SPD Hamburgseit Juli 2014
Senatorin in Hamburgseit 2015 ( Kabinett Scholz II, Kabinett Tschentscher I und II)

Melanie Leonhard kritisiert Pläne Impfstoffe des Gesundheitsministers Jens Spahn

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte in einem Brief an die Amtskollegen der Länder gefordert, vermehrt eingelagerte Impfdosen des Stoffes Moderna einzusetzen, da bei vielen das Verfallsdatum näher rücke und diese dann bei Nichtverwendung unbrauchbar und entsorgt werden müssten. Um die Verabreichung des Moderna-Impfstoffes zu forcieren, strebt Spahn eine Höchstgrenze für Bestellungen des Biontech-Impfstoffes an. Praxen sollen pro Woche 30 Dosen von Biontech, Impfzentren 1020 Dosen bestellen können. So soll der Verbrauch der Moderna-Dosen angekurbelt werden.

Melanie Leonhard, (SPD), Senatorin für Arbeit, Soziales, Familie und Integration in Hamburg, gibt ein Interview nach einer Pressekonferenz im Asklepios Klinikum Harburg.
Melanie Leonhard, (SPD), Gesundheitssenatorin in Hamburg, kritisiert Jens Spahns Pläne zu Corona-Impfung mit Moderna statt Biontech. © Christian Charisius/dpa

Leonhard kritisierte auch die Kurzfristigkeit, mit der Spahns Pläne publik wurden. Diese sei nicht hilfreich beim Bewältigen der Aufgabe.

Wir brauchen dafür die zielstrebige Zusammenarbeit aller Beteiligten, von der Arztpraxis bis in die Hauptstadt. Was wir nicht brauchen können, sind nicht nachvollziehbare, kurzfristige politische Kurswechsel.

Melanie Leonhard (SPD), Senatorin für Soziales und Gesundheit, Hamburg

Melanie Leonhard bittet um Geduld von Impfwilligen

Nachdem der Erfolg der Impfkampagne nach der Einführung des optionalen 2G-Models und der damit verbundenen Abschaffung der kostenlosen Bürgertests zuerst auch in Hamburg stagniert hatte, das heißt nicht zu einer signifikant höheren Impfquote führte, erleben nun die Impfstellen der Stadt Hamburg wieder einen regelrechten Ansturm. Hamburgs Gesundheitssenatorin bat die impfwilligen Menschen deswegen um Geduld: „Alle, für die eine entsprechende Empfehlung vorliegt, können eine Auffrischungsimpfung erhalten – aber nicht alle auf einmal!“, mit diesen Worten wird Leonhard in der Tageszeitung Die Welt zitiert.

24hamburg.de Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Leonhard führte weiter aus, dass die Angebote ohne Termin bisher vorrangig für die Menschen bestimmt seien, die trotz mehrerer Versuche keinen Termin in einer Praxis bekommen hätten. Da diese Menschen, wie auch andere, nun das Angebot nutzen, sei insbesondere zu Stoßzeiten mit Wartezeiten zu rechnen. In den kommenden Wochen würden jedoch neue Kapazitäten in erheblichem Umfang geschaffen werden, so Leonhard. Unter anderem sei es bald auch möglich, Impfungen durch die Betriebsärzte vornehmen zu lassen. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare