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Skandal-Urteil: Totgerast und abgehauen – lächerliche Geldstrafe für Fahrerflucht

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Von: Sebastian Peters

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Unfall Wandsbeker Chaussee
Ungefähr so sah die Frontscheibe des VW-Polos aus. (Symbolfoto) © Sebastian Peters

Ein Urteil, das fassungslos macht: Ein Autofahrer fährt einen Menschen tot, begeht Fahrerflucht und muss nun lediglich eine Geldstrafe in Höhe von 1.200 € Strafe zahlen.

Hamburg – Es ist ein Urteil, was nicht zu verstehen ist. Am 25. Oktober 2020 fährt ein damals 21-jähriger Mann mit seinem VW-Polo auf der Wandsbeker Chaussee. Nach Zeugenaussagen soll der junge Mann auf der mittleren Spur mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein.

Unfall auf der Wandsbeker Chaussee: Fußgänger fliegt mehr als 50 Meter durch die Luft und stirbt

Zeitgleich und bei Rot zeigender Fußgängerampel überquert ein 25-jähriger Fußgänger die Fahrbahn. Der junge Autofahrer kracht mit seinem VW direkt in den Fußgänger, schleudert ihn mehr als 50 Meter durch die Luft. Und entscheidet sich dann für seine unglaubliche Tat: Er lässt das Unfallopfer einfach auf der Straße liegen und begeht Fahrerflucht.

Feige und ohne zu helfen entfernt sich der Fahrer samt Fahrzeug von der Unfallstelle. Die Verletzungen des Fußgängers waren so enorm, dass der junge Mann wenige Zeit später im Krankenhaus verstirbt.

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Nun musste sich der inzwischen 22-jährige Autofahrer vor dem Gericht verantworten.

Totraser redet sich raus: „Ich war unter Schock“

Die Schuldfrage scheint klar, denn der Fußgänger ist über Rot gegangen. Aber: Warum hat der Fahrer den Mann nicht gesehen? Und warum ist er einfach abgehauen? Der Autofahrer sagte vor Gericht: „Ich war unter Schock.“

Seit dem Unfall hat der 22-jährige seinen Führerschein abgeben müssen. Immerhin seit knapp 14 Monaten. Jetzt möchte er seinen Lappen wieder zurück haben. Die Staatsanwaltschaft sieht die Situation aber anders. Wie die BILD-Zeitung berichtet, sagte die Staatsanwaltschaft: „Sie haben einen sterbenden Menschen zurückgelassen, sind charakterlich ungeeignet, ein Auto zu bewegen.“

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Die Forderung: Sperrfrist von weiteren 18 Monaten! Doch das Gericht sieht es anders. Die Richterin: „Ich sehe nicht, dass Sie eine Gefahr für den Straßenverkehr darstellen.“ Das Skandal-Urteil: Lediglich drei weitere Monate Führerscheinentzug und 120 Tagessätze à zehn Euro. Das sind gerade einmal 1.200 € für ein ausgelöschtes Menschenleben. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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