Insolvenzverschleppung schuld?

Sietas Werft: Hamburgs älteste Werft pleite, 200 Leute entlassen

  • Christian Einfeldt
    VonChristian Einfeldt
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Die Pella Sieta GmbH ist Hamburgs älteste Werft – nun ist sie insolvent, fast alle Mitarbeiter sind entlassen. Nun gibt es den Vorwurf der Insolvenzverschleppung.

Hamburg – Am Morgen des 16. Septembers 2021 übermittelte Insolvenzverwalter Achim Ahrendt die Hiobsbotschaft: Hamburgs älteste Werft, die Pella Sieta, muss alle Mitarbeiter entlassen. Insolvenz rechtliche Maßnahmen hätten die Verantwortlichen zu den folgenschweren Maßnahmen gezwungen. Noch im September sollen die Kündigungen aller Voraussicht nach rechtskräftig werden. Grund zur Sorge bestand schon seit Längerem. Doch nachdem vor rund anderthalb Monaten ein Insolvenzvertrag gestellt wurde, ist es nun traurige Gewissheit: Die geschichtsträchtige Werft findet keinen neuen Investor, der das Überletten hätte retten können. Die Vertragskündigung aller 200 Mitarbeiter sei unvermeidlich. 

Hamburger Werft Pella Sieta entlässt alle 200 Angestellten: „Ein Schock für die Mitarbeiter“

„Das ist ein Schock für die Mitarbeiter“, kommentierte Emanuel Glass das Aus der Werft Pella Sieta im Gespräch mit dem NDR. Der Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Hamburg bekräftigt, dass alle verbliebenen 200 Mitarbeiter „bis zum Schluss gehofft haben, dass es irgendwie weiter geht“. Die Enttäuschung sitzt tief. Seit April hätten die Mitarbeiter kein Gehalt mehr erhalten. Wenige Monate später folgt nun also gar der Worst Case. 200 Menschen stehen vor dem Nichts. Für den Gewerkschafter ist klar, worin das Scheitern begründet ist: „Die Insolvenz ist viel zu spät beantragt worden!“

Die Hamburger Werft Pella Sieta musste vor anderthalb Monaten einen Insolvenzantrag stellen.

Pella Sieta – die Hamburger Werft ist insolvent: keine neuen Investoren gefunden

Insolvenzverwalter Ahrendt sprach im Zuge der Bekanntgabe von rund 150 potenziellen Investoren, zu denen man seit August Kontakt aufgenommen hätte. Doch zu einer etwaigen Einigung sollte es nie kommen. „Keiner der Investoren kann und will aber die vorhandenen Aufträge zu den vereinbarten Konditionen fortführen“, erklärte Ahrendt.

Vom Schicksal getroffen sind nun also vor allem die Werft-Mitarbeiter, die zuvor tagein, tagaus am Hamburger Hafen tätig waren. Nur noch 20 Leute bleiben Pella Sieta erhalten. Sie sollen auch weiterhin die Hallen und Anlagen hüten. Ist bereits das letzte Wort gesprochen? Der Hamburger Insolvenzverwalter und Rechtsanwalt klammert sich am letzten Rettungsring: „Im Falle einer Übernahme besteht Hoffnung, dass bei Pella Sietas doch noch mehr Arbeitsplätze erhalten bleiben oder zumindest mittelfristig neue Arbeitsplätze entstehen.“ *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © imago/Chris Emil Janßen

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