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Sie erbeuteten Millionen: Großer Schlag gegen Betrüger von Coronahilfen!

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Von: Elias Bartl

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Der Hamburger Polizei gelang ein großer Schlag gegen die Coronahilfen-Mafia. Sie erbeutete 6,4 Millionen Euro mit gefälschten Anträgen auf Corona-Soforthilfe.

Hamburg – Es ist ein in Hamburg bisher einmaliges Verfahren. Am frühen Mittwochmorgen, 10. November 2021, vollstreckten Ermittler des LKA aus Hamburg zahlreiche Durchsuchungsbeschlüsse, fünf Haftbefehle sowie das Einfrieren von Konten in Höhe von knapp 1,5 Millionen Euro in Hamburg und Berlin. Insgesamt waren rund 140 Polizisten im Einsatz.

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Scheinfirmen, Strohmänner und gefälschte Dokument: Das kriminelle Betrungskonstukt der Täter!

Mehrere Polizeiautos stehen hintereinander in einer Reihe
Rund 140 Einsatzkräfte waren am Mittwochmorgen in Hamburg und Berlin im Einsatz gegen die Coronahilfen-Betrüger. (Symbolbild) © Elias Bartl

Das Verfahren richtet sich gegen insgesamt 15 Personen. Die vier Hauptbeschuldigten sollen sich zu einer Bande zusammengeschlossen haben, um in wechselnder Beteiligung mit weiteren Beschuldigten eine unbestimmte Anzahl von Anträgen auf Förderung im Programm Corona Sofort-/Überbrückungshilfe des Bundes zu stellen, ohne einen Anspruch auf das gewährte Geld zu haben.

In mindestens 31 Fällen beantragten die 15 Betrüger hierbei zwischen Januar 2021 und September 2021 Corona Sofort-/Überbrückungshilfen, für Scheinfirmen. Die Männer agierten hierzu in einem ausgeklügelten hierarchischen System. Vier der beschuldigten Männer versicherten, dass die Unternehmen, für die die Anträge gestellt wurden, wirtschaftlich und dauerhaft am Markt tätig seien. Der fünfte Hauptbeschuldigte soll in zwanzig Fällen als sogenannter prüfender Dritter die Anträge gestellt haben.

Drei weitere Bandenmitglieder haben die Unterlagen für die Anträge gefälscht, während auf unterster Ebene sechs junge Männer offiziell als Geschäftsführer der Scheinfirmen galten, jedoch nur als sogenannte Strohmänner und Geldkuriere für die fünf Haupttäter agierten.

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Autos, Luxusuhren, Taschen und Eigentumswohnungen in Hamburg und Berlin beschlagnahmt

Insgesamt wurden gestern, 10. November 2021, 18 Durchsuchungsbeschlüsse sowie fünf Haftbefehle von etwa 140 Polizeibeamten und zwei Staatsanwälten vollstreckt. Die Durchsuchungen betrafen zunächst 16 Objekte in Hamburg und Berlin. Im Verlaufe des Tages wurden zwei weitere Durchsuchungsbeschlüsse durch das Amtsgericht Hamburg erlassen und vollstreckt.

Die Ermittler der Hamburger Polizei stellten bei den Durchsuchungen umfangreiche Beweismittel sicher, darunter ca. 100.000 Euro Bargeld, einen „Mercedes GLE 350 Coupé“, ein Motorrad, Rolex-Uhren, Schmuck und ca. 20 hochwertige Luxusmarkenhandtaschen. Etwa 25 Bankkonten wurden gepfändet und Arresthypotheken betreffend ein Grundstück und fünf Eigentumswohnungen erwirkt, so die Polizei Hamburg in einer Pressemitteilung.

Fünf Männer nach Durchsuchungen in Hamburg und Berlin in Untersuchungshaft: „Die Beweismittel werden nun ausgewertet.“

Ob die beschlagnahmten Luxusgegenstände, Grundstücke und Wohnungen durch die Soforthilfegelder erworben wurden, ist unklar und noch Teil der laufenden Ermittlungen. Die Beweismittel werden nun ausgewertet.

Die fünf festgenommenen Haupttäter befinden sich nun in Untersuchungshaft. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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