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Senior in Todesangst – Fast elf Jahre Haft für brutalen Raubüberfall

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Der Angeklagte im Prozess um den nächtlichen Überfall auf einen Senior und dessen Stieftochter sitz im Hamburger Landgericht.
Der Angeklagte im Prozess um den nächtlichen Überfall auf einen Senior und dessen Stieftochter sitz im Hamburger Landgericht. © Kilian Genius/DPA

Ein alter Mann und seine Stieftochter werden im eigenen Haus brutal von zwei Fremden überfallen. Unter Todesandrohung bekommen sie Geld und Wertgegenstände, viel weniger als gedacht.

Hamburg – Für einen brutalen Raubüberfall im Haus eines alten Mannes und seiner Stieftochter in Hamburg ist ein 23-Jähriger zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden. Der Raubüberfall lasse „einem den Atem stocken“, sagte der Vorsitzende Richter am Freitag bei der Urteilsverkündung am Landgericht Hamburg. Die „gezeigte Brutalität“ sei selbst für Fälle, die am Landgericht verhandelt würden, „erschütternd“. Der Angeklagte und sein bislang unbekannter Mittäter hätten dem 78-Jährigen nicht nur sein Geld wegnehmen wollen, sondern ihn und seine 33 Jahre alte Stieftochter gedemütigt. „Zehn Jahre und neun Monate dafür, dass Sie einen alten Mann und seine Stieftochter brutalst ausgeraubt haben“, so der Richter weiter. Der Deutsche hatte sich vor Gericht zu den Vorwürfen des besonders schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung nicht geäußert. Die Strafkammer war dennoch von der Täterschaft überzeugt. Zahlreiche Indizien, wie DNA-Mischspuren am Arm der Stieftochter, die Handy-Auswertung und der Inhalt abgehörter Telefonate, hätten dazu gepasst.

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Brutaler Überfall in Hamburg: 23-Jähriger zu fast elf Jahren fast verurteilt

Bei dem Überfall Mitte August 2021 waren die zwei Männer in das Haus eingedrungen, hatten den Senior und dessen Stieftochter mit einer Waffe bedroht, den Mann zu Boden geschlagen und beide in den Heizungskeller gebracht. Dort wurde der Mann von dem unbekannten Mittäter mit einer Schusswaffe auf den Kopf geschlagen und nach dem Aufbewahrungsort des Tresorschlüssels gefragt. Weil sich der Senior zunächst nicht habe erinnern können, zählte der Mittäter des Angeklagten lautstark die Zahlen von 10 herunter und richtete dabei seine Waffe auf den Mann. Wenig später sei diesem unter Todesangst der Ort des Schlüssels doch wieder eingefallen. In dem Tresor aber fanden die Räuber nicht die erhoffte Million, die sie im Gespräch mit dem Opfer wohl erwähnt hatten. Stattdessen lagen dort nur Münzen und Geld im Wert von etwa 300 Euro. Schließlich rafften die Täter Wertvolles aus dem Haus zusammen, darunter Smartphones und Tablets, und flüchteten.

Opfer mit Krawatte gefesselt: Beide leiden noch heute an den Folgen des Raubüberfalles

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Die beiden Opfer wurden mit Krawatten gefesselt zurückgelassen. Sie konnten später über einen Nachbarn die Polizei alarmieren. Der Senior kam mit einer stark blutenden Kopfwunde ins Krankenhaus. Beide Opfer leiden noch heute an den Folgen des Raubüberfalles. Die hohe Haftstrafe begründete der Vorsitzende Richter zudem mit dem Vorstrafenregister des 23-Jährigen. Der Angeklagte sei „einschlägig mit Raubdelikten vorbestraft“ und habe bei Tatbegehung unter Führungsaufsicht gestanden, was den Strafrahmen „nach oben“ katapultiert habe. (DPA)

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