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Senat streicht Mittel: Schulessen in Hamburg deutlich teurer – Protest!

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Von: Kevin Goonewardena

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Mit Beginn des Monats ist das Mittagessen an Hamburgs Schulen teurer geworden. Grund: Der Senat hat Subventionen gestrichen. Dagegen regt sich jetzt Protest.

Hamburg – Statt wie bisher 3,50 Euro werden an Hamburgs Schulen seit Monatsbeginn 4,00 Euro für ein Mittagessen fällig, denn der Hamburger Senat hat die Subventionen gestrichen. 0,50 Euro schoss die Landesregierung um den Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher zu jedem Mittagessen zu – bis jetzt. Viele Schülerinnen und Schüler werden sich nun ein Mittagessen nicht mehr leisten können, so die Befürchtungen. Deswegen regt sich Widerstand gegen die Maßnahme der Politik.

Anzahl Schüler in hamburg im Jahr 2020/2021:200.677
Kinder an Privatschulen:19.743
Schüler an Sonderschulen:4.300
Besucher von Vorschulklassen:9.800

Schülervertretung startet Petition gegen teures Mittagessen in Hamburgs Schulen

Die Schüler:innenkammer Hamburg – die sich als Vertretung der Schüler und Schülerinnen der Hansestadt zuletzt für das Beibehalten des Präsenz-Unterricht ausgesprochen hatte – startete umgehend eine Internet-Petition. Bis jetzt sind rund 1200 Unterschriften zusammen gekommen (Stand 07. Februar, 13.45 Uhr), mit denen gegen die Abschaffung der Bezuschussung des Mittagsessen protestiert wird. Bis zum sogenannten Quorum, das ist ein regional unterschiedlich festgelegter Punkt, an dem sich Entscheidungsträger zum Inhalt der Petition äußern müssen, fehlen allerdings noch einige Stimmen. Dieser liegt in Hamburg bei 71.00 abgegeben Unterschriften. Das Abendblatt berichtete über die Vorgänge.

Ich finde es unglaublich, dass in einer Zeit, in der so viele Familien durch Arbeitsplatzverlust und Kurzarbeit so stark belastet sind, das Schulessen erhöht wird.

Birgit Hornung, Kommentar unter einer Petition der Schüler:innenkammer Hamburg

Schulesse für Leistungsempfänger weiterhin kostenlos – andere zahlen 15 Prozent mehr

Zwar bleibe das Schulessen für die Kinder, die aus dem sogenannten Bildungs- und Teilhabepaket unterstützt werden, weiterhin kostenlos, was knapp zwei Drittel der Grundschüler und ein Drittel der Schüler und Schülerinnen, die eine weiterführende Schule besuchen, betreffe. Doch für die Schüler Hamburgs, deren Eltern kein ALG II oder Wohngeld beziehen, werde das Mittagessen um 15 Prozent teurer. Es sei die erste Preiserhöhung seit zehn Jahren, verteidigte sich die Schulbehörde von Senator Ties Rabe. Insgesamt würden 15 Millionen Essen jährlich von 58 Caterern zubereitet, weiß das Abendblatt.

Schulessen
Schulessen in Hamburg wird deutlich teurer: Schüler protestieren. © Alexander Körner/dpa/Symbolbild

Sven Kuvecke, Vorsitzender des Bergedorfer Kreiselternrats, kennt die Gründe für die Preiserhöhung. Er sagte gegenüber dem Abendblatt, dass zum einen die Caterer mehr Geld haben wollten, zum anderen die Bezuschussung des Senats auslief. Er weiß auch, dass es vielen Eltern um das ums Prinzip geht oder sie falsche Vorstellungen von den Kosten oder dem Wert einer Mahlzeit haben. „Es ist nicht unbedingt so, dass sie die vier Euro nicht bezahlen könnten. Aber manche Eltern zweifeln doch an der Verhältnismäßigkeit und fanden schon 3,50 Euro zu viel Geld für das bisschen Nudeln Bolognese“, so Kuvecke. 

Gutes Mittagessen für alle Schüler wichtig – Veränderungen kommen nicht immer gut an

Das günstige schulische Mittagessen ist aber nicht nur für Kinder aus Haushalten wichtig, deren Eltern aus finanziellen Gründen auf die behördliche Versorgung angewiesen sind. Für jene forderte die FDP in der Coronavirus-Pandemie sogar ein Essensgeld für das durch Schulschließungen weggefallene Mittagessen.

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Für besseres Schulessen macht sich auch Starköchin Sarah Wiener stark.* Doch nicht immer kommen vermeintliche oder tatsächliche Verbesserungen gut an: In Fürstenfeldbruck beispielsweise liefen Eltern gegen das eingeführte Bio-Essen Sturm* – und forderten stattdessen 5-Mal in der Woche Pizza. *24hamburg.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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