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Senat stoppt Verkauf: Keine lebenden Tiere mehr beim Hamburger Fischmarkt

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Von: Steffen Maas

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Ab Oktober sollen auf dem Hamburger Fischmarkt keine lebenden Tiere mehr verkauft werden, die nicht für den Verzehr gedacht sind. Das beschloss der Senat jetzt.

Hamburg – Die Wirtschaftsbehörde verbietet den Verkauf lebender Tiere auf dem Hamburger Fischmarkt. Ausgenommen seien nur Fische, Krebstiere und Muscheln, die zum Verzehr gedacht seien, heißt es in einer Mitteilung der Behörde von Anfang September. Sie reagiert damit auf ein Ersuchen des Parlaments: Die rot-grüne Mehrheit der Hamburgischen Bürgerschaft hatte den Senat im April 2021 aufgefordert, zur Förderung des Tierschutzes eine Möglichkeit zu finden, den Verkauf zu unterbinden. Nach Angaben der rot-grünen Koalition ist der Fischmarkt der einzige Wochenmarkt in Hamburg, der bislang Haustiere verkauft. In Kraft treten soll das Verbot im vierten Quartal 2022.

Name:Behörde für Wirtschaft und Innovation
Leitung:Michael Westhagemann (parteilos)
Sitz:Alter Steinweg 4, 20459 Hamburg
Haushaltsvolumen:317,27 Millionen Euro (Stand:2019)

Wirtschaftsbehörde Hamburg ist sicher: Fischmarkt lädt zu „alkoholisierten Spontankäufe“ ein

Die Wirtschaftsbehörde habe die Regel, dass nur zum Verzehr gedachte Fische lebendig verkauft werden dürfen, vorgegeben, um auch Koi-Fische vor impulsiven Käufen zu schützen. Diese seien gerade am Hamburger Fischmarkt besonders zu befürchten, da der Markt an der Elbe und unweit der Reeperbahn „durch den Eventcharakter und den Veranstaltungszeitraum (Sonntag ab 5 Uhr) im Gegensatz zu anderen Wochenmärkten zu eher alkoholisierten potenziellen Spontankäufen anlockt“.

Ein Verkäufer am Hamburger Fischmarkt
Lebende Tiere auf dem Fischmarkt: In diesem Fall okay. Zum Verzehr gedachte Fische dürfen selbstverständlich weiter verkauft werden – alles andere verbietet der Senat ab Oktober 2022. © Marcus Brandt/dpa

Ein Umfeld, das nicht gerade für eine durchdachte, seriöse Entscheidung beim wichtigen Thema „Haustier“ spricht. „Es liegt auf der Hand, dass diese Umstände nicht die Voraussetzungen erfüllen, um eine gewissenhafte, geplante und wohlinformierte Kaufentscheidung für lebende Tiere zu treffen“, unterstrichen die rot-grünen Abgeordneten bei ihrem Ersuchen aus dem vergangenen Jahr.

Grünen-Expertin Lisa Maria Otte: Wichtiger Schritt für mehr Tierschutz in Hamburg

„Die stressige Atmosphäre eines Marktes ist keine Umgebung für lebendige Tiere“, sagte die tierschutzpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sarah Timmann – vor allem, weil dort seit April wieder alles beim Alten ist. Auch ohne den Verkauf von lebenden Hühnern, Tauben, Kaninchen oder Meerschweinchen bleibe der Fischmarkt in Altona ein Hamburger Original, findet Timmann.

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Die Grünen-Tierschutzexpertin Lisa Maria Otte sprach von einem wichtigen Schritt für mehr Tierschutz in der Hansestadt Hamburg. Spontane Haustierkäufe hätten zu vielen Aussetzungen und Abgaben beim Tierheim geführt. Deshalb sollte kein Tier ohne eine Beratung über dessen Bedürfnisse verkauft werden. „Das ist in all dem Trubel, der die Verkaufssituation auf dem Markt prägt, schwierig möglich.“ (Mit Material der dpa)

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