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SEK fehlt wichtige Unterstützung: Polizeihunde dürfen nicht mehr eingesetzt werden

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Von: Sebastian Peters

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Spezialeinsatzkommando der Polizei. Die Hunde sind nun im Zwangsurlaub.
Die Polizei darf aktuell viele Polizeihunde nicht mehr einsetzen! (Symbolfoto) © Arne Dedert/dpa

Durch die Verschärfung des Tierschutzgesetzes sind aktuell einige Diensthunde der Polizei „dienstunfähig“. Das betrifft besonders das Sondereinheitskommando!

Hamburg – Diebe und Ganoven mit der Angst vor Hunden haben nun die Möglichkeit zuzuschlagen. Durch die Verschärfung des Tierschutzgesetzes zum 1. Januar 2022 ist es der Polizei aktuell nicht möglich, ihre Diensthunde einzusetzen.

Zwangsurlaub wegen Tierschutzgesetz: Polizei muss auf vierbeinige Kollegen verzichten

Aber Achtung: Die verschärfte Regelung betrifft hauptsächlich die Hunde, die gegen Personen eingesetzt werden können. Such- und Spürhunde sind weiterhin dienstfähig und werden, wie vorher auch, ungehindert eingesetzt. Und auch für die Schutzhunde, die gegen den Menschen eingesetzt werden, besteht bei der Polizei Hamburg eine besondere Ausnahme.

Die neue Regelung betrifft besonders das Sondereinheitskommando der Polizei. Die Einsatzkräfte des SEK greifen häufig auf den Einsatz eines Hundes zurück. Insbesondere in engen Räumen und Wohnungen werden Diensthunde eingesetzt, um den Täter zu Boden zu bringen ohne den Einsatz der Schusswaffe.

Durch die Verschärfung der Tierschutz-Hundeverordnung dürfen Hunde, die schmerzhafte Mittel, also Gewalt, bei der Ausbildung abbekommen, nicht mehr eingesetzt werden.

Es ist verboten, bei der Ausbildung, bei der Erziehung oder beim Training von Hunden Stachelhalsbänder oder andere für die Hunde schmerzhafte Mittel zu verwenden.

Änderung der Tierschutz-Hundeverordnung 

Doch warum wird beim Training Gewalt gegen den Hund ausgeübt? Die Antwort ist recht einfach. Sollte ein Täter durch einen Polizeihund zu Boden gebracht werden, darf dieser den Täter nicht loslassen, sobald der Täter auf den Hund einschlägt. Erst durch das Eingreifen der Polizei darf der Hund von dem Täter ablassen.

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Um diese Situation zu simulieren, muss der Hund in der Ausbildung diese Gewalt erfahren. Die Gewerkschaft der Polizei, kurz GdP, redet von einer Gefahr für die innere Sicherheit. Für die Polizei Hamburg sind 60 Hunde im Einsatz, davon sind 40 Hunde Schutzhunde, die gegen den Menschen eingesetzt werden könnten.

Polizei Hamburg: „Schutzhunde sind aus dem polizeilichen Alltag nicht wegzudenken“

Sandra Levgrün, Leiterin der Pressestelle der Polizei Hamburg: „Die Polizei Hamburg respektiert das Tierwohl und setzt den Schutzgedanken der neuen Verordnung um. Dennoch sehen wir nach erster Bewertung dringenden Nachbesserungsbedarf im Hinblick auf eine Öffnungsklausel oder Ausnahmeregelung für polizeiliche Belange.“

Randalierer und Polizeihund bei SEK-Einsatz verletzt
Die Diensthunde sind insbesondere für das SEK ein wichtiges Einsatzmittel, um Täter ohne Einsatz der Schusswaffe niederzustrecken. (Archivbild) © David Young/dpa

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Wird ein Schutzhund im Einsatzfall benötigt, muss dieser Fall gesondert überprüft werden und eine Rechtsgüterabwägung stattfinden. Dabei wird der Schutzzweck der Tierschutz-Hundeverordnung beachtet, so Levgrün.

Levgrün betont nochmals die Wichtigkeit der Vierbeiner: „Schutzhunde sind aus dem polizeilichen Alltag nicht wegzudenken, sie sind in vielen Situationen ein wichtiges und unersetzbares Einsatzmittel.“ * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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